Veranstaltungen - Archiv 2018

FÄLLT AUS   Montag, 17. Dezember 2018, 19.00 Uhr
Die Veranstaltung wird in 2019 nachgeholt.

Warnsignale aus dem Osten – eine Debatte um die deutsche Demokratie

100 Jahre nach der Novemberrevolution und der Geburt der ersten deutschen Republik wird eine zunehmend erhitzte öffentliche Debatte um die Werte, Ausprägung, die Realitäten und die Gestalt der freiheitlich-demokratischen Grundordnung geführt. Diskussionen haben sich aus den Parlamenten bis weit in die Gesellschaft und auf die Straßen verlagert. Der demokratische Diskurs wird in Randbereichen gedehnt bis zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung, die die Grundfesten der Demokratie in Deutschland in Frage stellt.

Gern bemüht wird dabei auch wieder die vorgebliche Unterscheidung in die sog., „alten“ und die „neuen“ Bundesländer. Dies geht bis zum Verdacht eines schwächeren demokratischen Konsenses in den östlichen Bundesländern. Nicht zuletzt auch nach den Ereignissen in Chemnitz drängen sich besorgniserregende Fragen auf:

Wie steht es um die demokratische Kultur in unserem Land? Hat die traditionelle Rolle repräsentativer Demokratie in Deutschland eine Zukunft oder müssen ganz neue Wege demokratischer Partizipation eingeschlagen werden?

Es diskutieren: Frank Richter, Bürgerrechtler und ehemaliger Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen und Albrecht von Lucke, Redakteur der Blätter für deutsche und internationale Politik; Moderation: Birgit Langhammer (NDR info)

Eintritt frei.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg, der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Mahnmals St. Nikolai

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 19.30 Uhr

Lesung (vor-)weihnachtlicher Texte ausgewählter Autoren

Ein Abend mit Kai Maertens und Nils C. Freytag

Graphic Novel Recordings von Tina Nispel, Leena Fahje singt Weihnachtslieder

Weihnachten sei eigentlich in jedem Jahr gleich, möchte man meinen – und doch könnte in diesen speziellen Tagen die individuelle Stimmung nicht unterschiedlicher sein. Schriftsteller wie Hans Christian Andersen, Fjodor Dostojewski und Theodor Storm kommen durch ihre Texte zu Wort, aber auch Robert Gernhardt oder Elias Canetti. Es erwartet Sie eine Vielfalt großer menschlicher Themen. Nicht nur heimelig – und doch vertraut.

Kai Maertens und Nils C. Freytag lesen in diesem Jahr bereits zum dritten Mal bei uns. Und auch während dieser Lesung wird die Hamburger Grafikerin Tina Nispel das Gehörte spontan in kleine gemalte Kunstwerke übersetzen, die am Ende des Abends zu Gunsten des Mahnmals St. Nikolai versteigert werden. Die Schauspielerin Leena Fahje stimmt Weihnachtslieder an -  Mitsingen ist ausdrücklich erwünscht!

Eintritt € 6,- / ermäßigt € 4,-

Kartenreservierung unter Tel. 040-371125 oder info@mahnmal-st-nikolai.de.

Montag, 10. Dezember 2018, 18.00 Uhr

70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte – Ein Grund zur Freude?

Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Die AEMR umfasst 30 Artikel, in denen die Rechte eines jeden Menschen festgelegt sind. In Art. 1 der AEMR steht: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Die AEMR ebnete damit den Weg für den internationalen Menschenrechtsschutz. Doch wie sieht die Praxis des Menschenrechtsschutzes heute aus? Sind alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten? Jüngst nehmen besonders rassistische und diskriminierende Äußerungen nicht nur im Alltag, sondern auch im Netz zu. Daneben lässt sich ein weiterer beunruhigender Trend weltweit beobachten: Menschenrechtsverteidiger*innen und Journalist*innen sind stärker Zielscheibe von unterschiedlichen Angriffen. Anlässlich des 10. Dezember 2018 diskutieren wir, inwiefern 70 Jahre AEMR ein Grund zur Freude darstellen und was wir in Hamburg für die Durchsetzung der Menschenrechte tun können.

Grußwort: Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

Auf dem Podium diskutieren: Martina Bäuerle, Geschäftsführerin der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte, Kübra Gümüşay, Journalistin und Netzaktivistin, Martin Kaul, Vorstandsmitglied von Reporter ohne Grenzen, Dr. Bijan Moini, Jurist der Gesellschaft für Freiheitsrechte

Eine Veranstaltung von Amnesty International Hamburg in Kooperation mit dem Mahnmal St. Nikolai.

Donnerstag, 6. Dezember 2018, 11.55 Uhr

Carillon-Konzert

Am 3. Dezember ist Welt-Klima-Tag. An diesem Tag beginnt auch die Weltklimakonferenz in Katowice/Polen. Weltweit werden Anfang Dezember aus diesem Anlass Carillonneue ihre Glocken erklingen lassen - am Spieltisch von St. Nikolai Gudrun Schmidtke.

Programm

Das 51-stimmige Glockeninstrument des Kirchturms ist im Freien auf dem Platz des ehemaligen Kirchenschiffs zu hören.

Eintritt frei

Mittwoch, 5. Dezember 2018, 19.00 Uhr

Diskussionsveranstaltung

Die Überwindung des Kommunismus? Entwicklungen in Polen und der Bundesrepublik

Das Jahr 1989 brachte Europa eine grundlegende politische Zeitenwende. Polen befreite sich vom kommunistischen Machtapparat durch die maßgebliche Initiative der unabhängigen Gewerkschaft "Solidarnosc" und anderer oppositioneller Gruppen. Durch den Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik in die freiheitliche, demokratische und parlamentarische Ordnung der Bundesrepublik endete für die Bürger der ehemaligen DDR ein jahrzehntelanges Unrechtsregime. In beiden Fällen führte dies zu einer Vielzahl von Personalveränderungen im politischen und wirtschaftlichen Bereich.

Welches waren jeweils die Voraussetzungen, Anforderungen und welches sind die Ergebnisse und Kontroversen dieses Wandels? Hierüber wollen wir mit zwei Experten aus unterschiedlichen Blickwinkeln dieses Prozesses diskutieren.

Olga Doleśniak-Harczuk absolvierte die Fächer Germanistik, Slawistik und Romanistik an der Humboldt-Universität, Berlin, war in den Jahren 2003 - 2011 Korrespondentin polnischer Medien in Deutschland und in Südosteuropa, sowie stellv. Chefredakteurin von „Nowe Państwo“ und der polnischen Tageszeitung „Gazeta Polska Codziennie“. Sie ist Mitarbeiterin des regierungsnahen Staszic-Instituts.

Arnold Vaatz, ehemaliger DDR-Bürgerrechtler, war ab Herbst 1989 Mitglied der „Gruppe der 20“, maßgebliche Beteiligung an der Besetzung der Bezirksverwaltung der Staatssicherheit in Dresden und Sprecher des „Neuen Forums“. Von 1990 bis 1998 war er Staatsminister im Freistaat Sachsen. Seit 1998 ist er Bundestagsabgeordneter und ab 2002 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Zu dieser Veranstaltung laden das Generalkonsulat der Republik Polen in Hamburg und der Förderkreis Mahnmal St. Nikolai e.V. herzlich ein.

Eintritt frei

Dienstag, 20. November 2018, 15.30 Uhr

FINISSAGE DER AUSSTELLUNG

„Bartoszewski (1922 - 2015). Widerstand – Erinnerung – Versöhnung“ 

Die Hamburger Finissage ist ein Meilenstein dieser Wanderausstellung, die in den folgenden Monaten deutschlandweit mehr Menschen mit dem Leben und den Zielen des polnischen Intellektuellen, Politikers und streitbaren Europäers Władysław Bartoszewski vertraut machen wird. Abschließend wollen wir einen Blick in die Zukunft richten und fragen, was wir von diesem außergewöhnlichen Menschen lernen können. Welches Erinnern gilt es zu bewahren?

15.00 Uhr: Führung durch die Ausstellung mit dem Kurator Marcin Barcz

15.30 Uhr: Finissage

Begrüßung: Klaus Francke, Vorsitzender des Förderkreises Mahnmal St. Nikolai

Grußworte:

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

Dr. Viola Krizak, Vorsitzende DPG Hamburg

Einführung:

Marcin Barcz, langjähriger pers. Referent Bartoszewskis, Kurator der Ausstellung

Bettina Schaefer, Hg. des Buches: „Für Freiheit kämpfen – selbstbestimmt leben. Erinnerungen an Władysław Bartoszewski“

Film: „Ein Pole sieht die Bundesrepublik“, eine NDR-Reportage über Bartoszewskis Besuch in Hamburg 1966.

Diskussion:

Manuel Sarrazin, MdB, Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag

Prof. Dr. Frank Golczewski, Universität Hamburg

Anita Baranowska-Koch, Vorsitzende der Berliner Bartoszewski-Initiative

Moderation: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Eintritt frei

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin, der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg, der Bartoszewski-Initiative und der Landeszentrale für politische Bildung. Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung.

16. Oktober bis 20. November 2018

AUSSTELLUNG

„Bartoszewski (1922 - 2015). Widerstand – Erinnerung – Versöhnung“

Vor drei Jahren starb der polnische Auschwitz-Überlebende, Außenminister und Historiker Władysław Bartoszewski, dessen Lebenswerk in der Ausstellung gezeigt wird. In Bartoszewskis Biografie spiegeln sich die Schattenseiten und Hoffnungsschimmer der miteinander verwobenen deutsch-polnisch-jüdischen Geschichte im 20. Jahrhundert. Sie erzählt vom Widerstand des frei denkenden Menschen gegen jede Form von Unterdrückung und Gleichgültigkeit den anderen Menschen gegenüber, erinnert an die Opfer der Verfolgung und verweist auf die Bereitschaft zum Dialog. Weil Władysław Bartoszewski nach dem Ende des 2. Weltkriegs jahrzehntelang aktiv an wichtigen historischen Prozessen beteiligt war, ist diese Ausstellung auch eine Erzählung über die neueste polnische und mitteleuropäische Geschichte.

Die Ausstellung ist bis zum 20. November 2018 täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt in diese Sonderausstellung ist frei.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin, der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg und der Bartoszewski-Initiative. Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung. Wir danken der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit für die Ausleihe der Ausstellung.

Sonntag, 18. November 2018, 12.00 Uhr

Volkstrauertag

Zentrale Kranzniederlegung zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt am Mahnmal St. Nikolai

Es sprechen:

Frau Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt, Präses der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Dr. Detlev Landgrebe, Arbeitsausschuss der Organisationen ehemals Verfolgter in Hamburg

Am Turmglockenspiel: Werner Lamm

Mittwoch, 14. November 2018, 18.30 Uhr

Hommage auf Hans Erich Nossack

„Ich habe immer gewußt, daß es sich bei demSchicksal der Stadt um mein Schicksal handeln würde.“

In seinem Bericht „Der Untergang“, aus dem das Zitat stammt, beschreibt Hans Erich Nossack (1901–1977) die Folgen der „Operation Gomorrha“ für die Hamburger Zivilbevölkerung. Doch weit über dieses erstmals 1948 erschienene Werk hinaus fühlte sich der Autor stets auf eine sehr persönliche Art mit seiner Heimatstadt verbunden. Voller Sympathie, Zweifel, Kritik, ja, sogar Hass – jedoch nie gleichgültig – beobachtete er die Entwicklungen und innere Psychologie seiner Stadt.

Die Hamburger Schriftstellerin Susanne Bienwald zeigt an diesem Abend Ausschnitte aus ihrem preisgekrönten Film „Innenansichten eines Außenseiters“ über Hans Erich Nossack und führt ein Gespräch mit dessen langjährigem Lektor und Wegbegleiter Dr. Christof Schmid.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Patriotischen Gesellschaft von 1765. Eintritt frei.

Zeichnung: Gabriele Meermann

Montag, 12. November 2018

Kanonen zu Glocken – Glocken zu Kanonen

Die Glocken der Hauptkirche St. Nikolai als Beispiel für Erinnerungskultur

18.30 Uhr: Carillon-Konzert

Gudrun Schmidtke spielt das Turmglockenspiel

19.00 Uhr: Vortrag mit Lichtbildern

von Hauptpastor em. Dr. Ferdinand Ahuis

Voller Brüche ist die Geschichte der Glocken der Hauptkirche St. Nikolai. Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg wurden sie aus dem Turm der spätgotischen Hauptkirche am Hopfenmarkt entfernt und für Kriegszwecke verwendet. Die Spende neuer Glocken in den Jahren 1926/27 und 1962/63 stellte vor die Aufgabe, geeignete Inschriften für die Glocken zu finden. Welche Schwerpunkte sollte man nach den Erfahrungen der Kriege und ihrer Ursachen setzen? Diese Frage beschäftigte auch schon die Entwürfe für den Guss der neuen Glocken in den Jahren 1859 bis 1877. Was sollte im Mittelpunkt stehen, die Erinnerung an Schillers 100. Geburtstag und sein Gedicht „Die Glocke“ oder an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 und die Gründung des Deutschen Reichs?

Die Geschichte der Glocken und Glockenspiele vom St. Nikolai lässt sich bis in das Jahr 1402 zurückverfolgen. Höhepunkte bildeten der Satz „Das Hamburger Glocken Spiel“ aus Georg Philipp Telemanns Alster-Ouvertüre von 1723 – und das Glockenspiel mit 51 Glocken von 1993 im Turm des Mahnmals St. Nikolai.

Dr. Ferdinand Ahuis, von 1993 bis 2007 Hauptpastor an St. Nikolai und über zwei Jahrzehnte Lehrbeauftragter für Altes Testament an der Uni Hamburg, hat sich im Bereich der Kirchen- und Kunstgeschichte durch zahlreiche Veröffentlichungen zur Regional­kirchengeschichte Hamburgs einen Namen gemacht.

Eintritt frei.

Freitag, 9. November 2018, 19.00 Uhr

ERINNERN IM MAHNMAL

Verfemte Musik - Konzert zum Gedenken an die Reichspogromnacht 1938

Preisträger und Stipendiaten von Jugend musiziert spielen "verfemte Musik", Kompositionen, die im 3. Reich als "entartet" galten. Dazu gehören Stücke von Schulhoff, Paul Hindemith und Fritz Kreisler, auch von Felix Mendelssohn-Bartholdy durfte in deutschen Konzertsälen nichts mehr aufgeführt werden.

Wir möchte mit dem Konzert an die Komponisten und ihr Schicksal im Nationalsozialismus erinnern und im Zusammenhang mit dem Gedenken an die Reichspogromnacht sensibilisieren für die Gefährdung von Kunst und Kultur im Totalitarismus.

Moderation: Ludwig Hartmann

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Jugend musiziert Förderverein Hamburg e.V. Eintritt frei.

Dienstag, 30. Oktober 2018, 19.30 Uhr

TENEBRAE

Oratorium zur Erinnerung an die Verbrechen der Gestapo im Hamburger Stadthaus und an die Opfer von Folter weltweit

In den frisch umgebauten und renovierten Stadthöfen hatte in der NS-Zeit die Gestapo ihr Hauptquartier. Hier wurden Gegner der Naziherrschaft verhört und gefoltert, viele davon brutal umgebracht. Für viele andere war das Stadthaus der erste Schritt auf dem Weg ins KZ.

Der Autor Michael Batz hat dokumentarische Quellen, Protokolle und Zeugenaussagen zusammengestellt und verdichtet, ergänzt um weiteres Material zum Thema Folter. Denn auch heute noch wird Folter in vielen Teilen der Welt zur Unterdrückung politisch Andersdenkender angewandt.

Das Oratorium „Tenebrae“, komponiert von Ernst Bechert für Chor, Sprecher und Elektronik, erinnert sowohl an die Menschen, die Opfer der Naziverbrechen im Stadthaus wurden, als auch an die heutigen Opfer von staatlicher Folter - in Diktaturen und auch manchen demokratischen Staaten.

Nach einer ersten Aufführung der „Interventionsfassung“ Anfang Mai zur Eröffnung der Gedenkstätte in den Stadthöfen findet nun die eigentliche Uraufführung des vollständigen Werks statt.

Buch und Idee: Michael Batz; Komposition und Live-Elektronik: Ernst Bechert; Sprecher: Erik Schäffler; es singt der Kammerchor Altona unter der Leitung von Edzard Burchard.

Gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien Hamburg und die Hans-Kauffmann-Stiftung. Eintritt frei

Mittwoch, 24. Oktober 2018, 19.00 Uhr

Buchvorstellung

„Polnische Spuren in Deutschland“

Polen und Deutsche sind seit mehr als tausend Jahren Nachbarn. Vielfältige Kontakte, vor allem aber Wanderungen von Menschen aus polnischen in deutsche Gebiete haben die deutsche Gesellschaft weitaus stärker geprägt, als dies den Anschein hat: Namen und Familienbeziehungen, Traditionen und Dynastien, Küche und Esskultur, aber auch Bereiche wie Sport, Kunst, Musik und Literatur zeugen in oft verblüffender Weise von polnischer Präsenz hierzulande. Das Lesebuchlexikon „Polnische Spuren in Deutschland“ rückt sie ins Bewusstsein und beleuchtet dabei überraschende Zusammenhänge in Vergangenheit und Gegenwart. Das Buch wurde vom Deutschen Polen-Institut gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung aufwendig gestaltet. Eine kurzweilige Buchvorstellung mit Texten, Bildern und Musik führt in den Reichtum polnischer Spuren in Deutschland ein.

Referenten: Dr. Peter Oliver Loew, Historiker, Mitherausgeber und Mitarbeiter des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt und Matthias Barelkowski, Historiker und Übersetzer sowie Mitautor der Publikation.

Moderation: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Leiterin der Landeszentrale für Politische Bildung

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Deutsch-polnischen Gesellschaft Hamburg und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg. Eintritt frei.

Montag, 22. Oktober 2018, 9.30 bis 11.00 Uhr

Historicus - Eine Zeitreise durch die Geschichte Hamburgs

Musikalische Lesung für Schüler und Schülerinnen ab 9 Jahren

Habt ihr auch schon einmal in einer alten Burg gestanden und Euch gefragt, wie die Menschen damals gelebt haben? Steigt mit Historicus in den TIME-CHANGER und erlebt die Geschichte eurer Stadt Hamburg hautnah. Es ist spannend, was in den letzten 1200 Jahren in Hamburg passiert ist. Viele Informationen und tolle Songs erwarten die Kinder bei der multimedialen Lesung "HISTORICUS". Irene Haarmeyer liest aus dem Buch, während die Kinder die Bilder auf der Leinwand betrachten. Jan Haarmeyer singt live wunderbare Hamburg-Lieder. Und die Kinder sind eingeladen, die jeweilige Zeit auf einem großen Zeitstrahl einzustellen und die Lieder mitzusingen.

Mit: Irene und Jan Haarmeyer (Autoren)

Eintritt: frei, Karten: AUSGEBUCHT!

Veranstalter: Seiteneinsteiger e.V. in Kooperation mit dem Förderkreis Mahnmal St. Nikolai e.V.

Dienstag, 16. Oktober 2018, 17.00 Uhr

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

„Bartoszewski (1922 - 2015). Widerstand – Erinnerung – Versöhnung“

Vor drei Jahren starb der polnische Auschwitz-Überlebende, Außenminister und Historiker Władysław Bartoszewski, dessen Lebenswerk in der Ausstellung gezeigt wird. In Bartoszewskis Biografie spiegeln sich die Schattenseiten und Hoffnungsschimmer der miteinander verwobenen deutsch-polnisch-jüdischen Geschichte im 20. Jahrhundert. Sie erzählt vom Widerstand des frei denkenden Menschen gegen jede Form von Unterdrückung und Gleichgültigkeit den anderen Menschen gegenüber, erinnert an die Opfer der Verfolgung und verweist auf die Bereitschaft zum Dialog. Weil Władysław Bartoszewski nach dem Ende des 2. Weltkriegs jahrzehntelang aktiv an wichtigen historischen Prozessen beteiligt war, ist diese Ausstellung auch eine Erzählung über die neueste polnische und mitteleuropäische Geschichte.

Grußworte: Justizsenator Dr. Till Steffen (abgesagt); Klaus Francke, Vorsitzender des Förderkreises Mahnmal St. Nikolai; Dr. Viola Krizak, DPG Hamburg

Einführung: Marcin Barcz, langjähriger pers. Referent Bartoszewskis und Kurator der Ausstellung; Bettina Schaefer, Hg. des Buches: „Für Freiheit kämpfen - selbstbestimmt leben. Erinnerungen an Władysław Bartoszewski“

Gespräch mit Piotr Bachurzewski, Stiefsohn Bartoszewskis

Filmvorführung: "Brückenbauer" 2017, Regie Zofia Kunert

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin, der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg und der Bartoszewski-Initiative. Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung. Wir danken der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit für die Ausleihe der Ausstellung.

Mittwoch, 26. September 2018, 19.00 Uhr

Vor 100 Jahren endete der erste große Weltenbrand

Autorenlesung mit Babette Radtke und Friederike Oeschger

Neunzig Jahre war die Familie Mossdorf in der Prinzregentenstraße 83 in Berlin-Wilmersdorf zu Hause. Die Ereignisse des 20. Jahrhunderts - vom Kaiserreich und dem 1. Weltkrieg über Nationalsozialismus bis zum Mauerfall - spiegeln sich im Schicksal der Familie wider. Als Rosemarie Mossdorf starb, fanden ihre Nichten Babette Radtke und Friederike Oeschger im ehemaligen Mädchenzimmer ein ganzes Archiv: zahllose Briefe, Fotoalben und Tagebücher. Diese bilden den Kern der von den beiden Schwestern geschriebenen Familiengeschichte ‚Die Mossdorfs – Schicksal einer Berliner Familie im 20. Jahrhundert’, einer autobiografischen Zeitreise. Den Fokus legen die beiden Autorinnen in dieser Lesung auf die Zeit des 1. Weltkrieges.

„Aus der Familiengeschichte ist Zeitgeschichte geworden.“ (Arno Surminski)

Eintritt € 6,- / ermäßigt € 4,-

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landesverband Hamburg.

Dienstag, 25. September 2018, 19.00 Uhr

Zeitzeugengespräch mit der Cellistin und Holocaust-Überlebenden

Anita Lasker-Wallfisch

Anita Lasker-Wallfisch, geboren 1925 in Breslau, stammt aus einer deutsch-jüdischen Familie. Schon früh erhielt sie ihren ersten Cello-Unterricht. 

1942 wurden die Eltern deportiert und ermordet. Zusammen mit ihrer Schwester Renate kam sie in ein Waisenhaus. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wurden beide inhaftiert und 1943 getrennt voneinander nach Auschwitz deportiert. Nur weil sie dort im Mädchenorchester Cello spielte, konnte sie ihr Leben und das ihrer Schwester retten.

1944 wurden beide in das Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert, in dem sie bis zur Befreiung um ihr Überleben kämpften. 1946 emigrierte Lasker-Wallfisch nach Großbritannien und wurde Mitbegründerin des English Chamber Orchestra.

Moderation: Dagmar Penzlin, Journalistin

Musikalische Begleitung: Jugend musiziert

Eintritt frei, AUSGEBUCHT!

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Förderverein Jugend musiziert e.V., gefördert durch die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft" (EVZ), Berlin.

20. Juli bis 29. September 2018

Sonderausstellung

Vor uns lagen nur Trümmer

KZ-Häftlinge im Einsatz nach der „Operation Gomorrha“

Vor 75 Jahren bombardierte die britische und die amerikanische Luftwaffe unter dem Codenamen „Operation Gomorrha“ vom 25. Juli bis 3. August 1943 Hamburg. Es gab Zerstörungen von bis dahin unvorstellbarem Ausmaß: etwa 34.000 Menschen starben, mehrere Stadtteile lagen vollständig in Trümmern.

Nach den Angriffen wurden vielerorts Häftlinge des Konzentrationslagers Neuengamme zu Aufräumarbeiten eingesetzt. Ihre Erfahrungen in der zerstörten Stadt stehen im Zentrum dieser Ausstellung. Unter oft grauenvollen Bedingungen mussten sie unter Lebensgefahr Trümmer räumen, Leichen bergen und Blind­gänger suchen. Für die Bevölkerung waren sie deutlich sichtbar, manchmal kam es zu direkten Kontakten. Hunderte von KZ-Häftlingen kamen bei Luft­angriffen ums Leben.

Die Ausstellung ist eine Kooperation der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und des Mahnmals St. Nikolai, gefördert von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

Bis 29. September im Mahnmal St. Nikolai, täglich 10 – 18 Uhr, freier Eintritt zur Sonderausstellung

Ausstellungstafeln /exhibition panels

Reden der Ausstellungseröffnung am 19. Juli 2018

Begrüßung von Klaus Francke

Ansprache von Kultursenator Dr. Carsten Brosda

Ansprache von Dr. Detlef Garbe, Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Foto: Andreas Werner. KRONOS Media GmbH/Sammlung Uwe Petersen

Dienstag, 18. September 2018, 19 bis 21 Uhr

Lesung und Gespräch

Die Reise ins Reich: Unter Reichsbürgern

Der jüdische Autor und Regisseur Tobias Ginsburg begab sich für sein Buch undercover unter Reichsbürger. Er besuchte quer durch Deutschland verschiedene Gruppierungen, wurde Untertan eines Königreichs, machte mit bei Plänen zum Sturz der BRD GmbH und für ein germanisches Siedlungsprojekt in Russland. Er lernte gewaltbereite Neonazis und friedensbewegte Esoteriker kennen, aber auch Biedermänner, von denen manche heute für die AfD im Bundestag sitzen.

"Die Reise ins Reich" ist Reportage, Sachbuch und aberwitzige Abenteuergeschichte zugleich. Sie liefert kuriose, komische und bedrückende Auskünfte über eine Bedrohung, die längst die Mitte der Gesellschaft erreicht hat.

Der Autor Tobias Ginsburg stellt im Gespräch Inhalte und Hintergründe seines Buches vor. Der Schauspieler und Synchronsprecher Philipp Lind liest Passagen aus dem Buch.  

Eine Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Samstag, 15. September 2018, 18.00 bis 22.30 Uhr

„einfach himmlisch“ - NACHT DER KIRCHEN HAMBURG

Bereits zum 15. Mal öffnen sich in der Nacht der Kirchen hamburgweit die Portale und bieten den Besuchern ein buntes Programm:

18.00 bis 22.30 Uhr Himmlische Aussichten: Freie Fahrt mit dem gläsernen Panoramalift zur Aussichtsplattform in 76 Meter Höhe.

18.00 Uhr Glockenspielkonzert, am Spieltisch Gudrun Schmidtke

18.30 Uhr „JugendStreicherForum“ Streichorchester der Staatlichen Jugendmusikschule, Ltg. Tomasz Lukasiewicz. Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Vivaldi

19.15 Uhr Gitarrenensemble der Staatlichen Jugendmusikschule, Ltg. Jochen Buschmann. Werke von Astor Piazzolla, James Brown, Hans Brüderl, Fabian Payr

20.00 Uhr „takt-los“ Chor, Ltg. Pavlina Hillenbrand-Jovanovska. Neue geistliche Lieder, Gospel, Taizé-Gesänge, weltliche Lieder

21.00 Uhr „DoMiSol“ Streichorchester der Staatlichen Jugendmusikschule, Ltg. Inna Schmidt. Werke von Peter Breiner, Ingo Höricht, Jean-Philippe Rameau

21.30 Uhr „Dusty Trombones“ Posaunen-Ensemble der Staatlichen Jugendmusikschule, Ltg. Takashi Aoki. Werke von Joseph Haydn, Anton Bruckner, Julius Dixon, Beverly Ross

22.00 Uhr Emilia Lukasiewicz, Klavier und Gesang – Klassik/Pop

Musikprogramm und künstlerische Leitung: Mariola Rutschka

Eintritt frei

Donnerstag, 30. August 2018

Gedenkveranstaltung anlässlich des Beginns des Zweiten Weltkriegs

17.30 Uhr: Carillonkonzert, Werner Lamm

18.00 Uhr: Ökumenische Andacht in der Krypta. Liturgische Leitung: Dr. Martin Vetter, Propst und Hauptpastor an der Hauptkirche St. Nikolai und Pfarrer Dr. Jacek Bystron, polnische katholische Mission Hamburg, musikalische Leitung: Werner Lamm, Klavier

18.30 Uhr: Vortrag von Dr. Christoph Kienemann: „Der koloniale Blick gen Osten - Osteuropa im Diskurs des Deutschen Kaiserreiches von 1871“

Im Kaiserreich galt Osteuropa vielen Deutschen als unzivilisiert, chaotisch, primitiv und auf deutsche Kulturleistungen angewiesen. Kienemann analysiert den deutschen Osteuropadiskurs hinsichtlich der Frage, ob er als kolonialer Diskurs gelesen werden muss. Auf diese Weise zeigt sich nicht nur, dass Osteuropa für viele Deutsche ein Sehnsuchtsort kolonialistischer Phantasien war, sondern dass der östliche Teil Europas eine viel größere Bedeutung für die kolonialen Ambitionen der deutschen Gesellschaft um 1900 besaß, als ihm bisher zugeschrieben wurde.

Gerade im Hinblick auf die Bemühungen Hamburgs um die Neubewertung seiner Erinnerungskultur und der Aufarbeitung des kolonialen Erbes, von dem die Hansestadt und der Hafen direkt profitierten, ist diese Sicht eine wichtige aktuelle Facette.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg e.V.

Sonntag, 29. Juli 2018, 11 – 13 Uhr und 15 – 17.30 Uhr

9. Sommer-Konzert Norddeutscher Carillonneure

Das Turmglockenspiel (Carillon) des Mahnmals St. Nikolai besteht aus 51 Glocken mit einem Gesamtgewicht von 13 Tonnen. Der chromatische Tonumfang beträgt mehr als vier Oktaven, womit das Carillon von St. Nikolai eines der größten Deutschlands ist. Es wurde 1993, vor 25 Jahren, an der Stelle im Kirchturm eingebaut, wo vor der Zerstörung der Kirche 1943 die Orgel ihren Platz hatte. Ermöglicht wurde der Einbau dank vieler groß­zügiger privater Spenden.

Das 9. Sommerkonzert norddeutscher Carillonneure erinnert an zwei Jahrstage: Vor 75 Jahren wurden bei den alliierten Bombenangriffen der „Operation Gomorrha“ große Teile Hamburgs zerstört, über 34.000 Menschen starben – diesem Jahrestag ist das Vormittags­programm gewidmet. Das Nachmittagsprogramm würdigt das Carillon, das seit 25 Jahren im Turm von St. Nikolai erklingt und Besucherinnen und Besucher erfreut.

Es spielen: Gerd Heinrich (Kiel), Antonia Krödel (Kassel), Reinhild Kunow (Kiel), Werner Lamm (Hamburg), Hajo Patschkowski (Hamburg), Gudrun Schmidtke (Hamburg), Gunther Strothmann (Kiel)

Das Konzert ist im Freien auf dem Platz des ehemaligen Kirchenschiffs zu hören. Eintritt frei.

Sonntag, 22. Juli 2018

75 JAHRE „OPERATION GOMORRHA“

 13.00 Uhr    Mahnmal St. Nikolai: Kranzniederlegung

 14.00 Uhr    Hauptkirche St. Michaelis: Gedenkveranstaltung

mit dem Ersten Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, Bischöfin Kirsten Fehrs, Erzbischof Dr. Stefan Heße

Aufführung der vertonten Coventry-Litanei

Lesung: „Neun Sätze nach Feuer“ Michael Batz, Autor und Künstler

Vom 25. Juli bis 3. August 1943 wurde Hamburg das Ziel von alliierten Bombenangriffen in einem bis dato unbekannten Ausmaß: Unter dem Codenamen „Operation Gomorrha“ flogen die britische und die amerikanische Luftwaffe sechs große Angriffe auf Hamburg. In Altona, Barmbek und vor allem Hamm und Rothenburgsort waren die Schäden immens. Aufgrund der besonderen klimatischen Verhältnisse Ende Juli entwickelte sich in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli in den beiden letztgenannten Stadtteilen ein Feuersturm, der alles in Schutt und Asche legte. Menschen erstickten in den Luftschutzkellern oder verbrannten in den Straßen. Die Bilanz der „Operation Gomorrha“ war gewaltig: mindestens 34.000 Hamburgerinnen und Hamburger waren gestorben, etwa 125.000 verletzt, Hunderttausende waren aus der Stadt geflüchtet. Mehr als 255.000 Wohnungen waren völlig zerstört, Hunderte von Betrieben, Bürohäusern sowie öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser und Schulen waren zerstört oder schwer beschädigt. 

Eintritt frei. Wir bitten um Anmeldung unter info@mahnmal-st-nikolai.de

Die Gedenkveranstaltung ist eine Kooperation des Mahnmals St. Nikolai mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und der Hauptkirche St. Michaelis.

Die Ansprachen zum Nachlesen:

Begrüßung von Bischöfin Kirsten Fehrs

Ansprache von Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher

Michael Batz_Neun Sätze nach Feuer

Ansprache von Erzbischof Dr. Stefan Heße

Foto: Hans Brunswig. Hamburger Feuerwehr-Historiker e.V.

Donnerstag, 19. Juli 2018, 18 - 21.00 Uhr

Hamburg im Feuersturm

Besuch des Museums für Hamburgische Geschichte und des Mahnmals St. Nikolai

Die Bombenangriffe im Sommer 1943 verwüsteten Hamburg wie keine zuvor. Tausende Menschen starben während der „Operation Gomorrha”. Wie es dazu kam und welche Folgen die Ereignisse für die Stadt und ihre Einwohner hatten, beleuchtet dieser Abend mit einer kurzen Führung im Museum für Hamburgische Geschichte. Der anschließende Stadtgang führt zum Mahnmal St. Nikolai und in die dortige Ausstellung zum Feuersturm in Hamburg vor 75 Jahren.

Eine Abschlussrunde bei einem Getränk in einem nahegelegenen Lokal bietet die Gelegenheit zu weiteren Gesprächen.

Referentin: Alexandra Bode

Die Veranstaltung beginnt am Museum für Hamburgische Geschichte, Holstenwall 24.

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation des Museums für Hamburgische Geschichte und des Mahnmals St. Nikolai.
Mittwoch, 13. Juni 2018, 19.00 Uhr

Östliche Geschichten - Autorenlesung mit Arno Surminski

In diesem Jahr jährt sich das Ende des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Der Schriftsteller Arno Surminski hat sich in der Nähe seines Sommerhauses in Schleswig-Holstein auf Spurensuche begeben. Dort sind auf einem Friedhof russische Kriegsgefangene des Ersten Weltkrieges bestattet, deren Schicksal Surminski zu einer Erzählung inspirierte. Diese findet sich neben ernsten und heiteren Geschichten in dem jüngst erschienen Sammelband des gebürtigen Ostpreußen, der schon mehr als 30 Bücher veröffentlicht hat. Das neue Buch, aus dem Surminski vorlesen wird, trägt den Titel Wolfsland oder Geschichten aus dem alten Ostpreußen.

Arno Surminski ist einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller. 1934 in Ostpreußen geboren, wuchs er nach der Deportation seiner Eltern ab 1947 in Schleswig-Holstein auf. Seine Romane, viele über Ostpreußen und die Folgen des Krieges, erreichen hohe Auflagen.

Eintritt € 6,- / ermäßigt € 4,- Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Volksbund Dt. Kriegsgräberfürsorge e.V., Landesverband Hamburg.

Donnerstag, 7. Juni 2018, 19.00 Uhr

Deutsche und polnische Erinnerungsorte: verschiedenes Verständnis und gemeinsames Wissen

Vortrag und Gespräch: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg.

Identität und Gemeinsamkeiten einer Gesellschaft speisen sich aus vielen Facetten. „Erinnerungsorte“, Lieux des Memoires, sind ein Konzept des französischen Historikers Pierre Nora. Er identifiziert damit solche grundlegenden Denkmäler, Orte, Straßen, Speisen, Bücher, Lieder, Symbole, Dichter, Komponisten, Wissenschaftler, Sportereignisse und vieles mehr, die eine bestimmte, über die individuelle Erinnerung hinausgehende Wirkung haben. Vielmehr sind sie Teile einer (durchaus nach Generationen und Herkunft verschiedenartig stark ausgeprägten) Gemeinsamkeit einer Gesellschaft. Sie können politisch, alltäglich, historisch, trivial und noch vieles mehr sein. Goethe und Mickiewicz sind genau solche Erinnerungsorte wie „Das Wunder von Bern“ oder „Wembley 1973“. Nachdem eine vielbändige Reihe Deutsch-polnischer Erinnerungsorte vorliegt (Hrsg. Hans Henning Hahn und Robert Traba), ist 2018 ein „Best of" mit zwanzig Erinnerungsorten für die politische Bildung und die Demokratiebildung im Schöningh-Verlag erschienen.

Dr. Sabine Bamberger-Stemmann hat Osteuropäische und Neuere Geschichte sowie Slawistik studiert. Ihre wissenschaftlichen Spezialgebiete sind Ostmitteleuropa, Minderheitenfragen im 19./20. Jahrhundert und die deutsch-polnischen Beziehungen. Seit 1999 hat sie einen Lehrauftrag an der Universität Hamburg inne.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Deutsch-polnischen Gesellschaft Hamburg und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Freitag, 1. Juni 2018, 17.00 Uhr

Sommerliches Glockenspiel-Konzert mit Marc van Bets

Seit 2007 ist der Belgier van Bets Carillonneur an der Sankt-Rombouts-Kathedrale in Mechelen, wo er vor allem an den kirchlichen Feiertagen zu hören ist. Diplomiert an der Königlichen Carillonschule "Jef Denyn", konzertiert er im In- und Ausland.

Das 51-stimmige Glockeninstrument des Kirchturms ist im Freien auf dem Platz des ehemaligen Kirchenschiffs zu hören.

Eintritt frei

Dienstag, 29. Mai 2018, 19.00 Uhr

Dokumentarfilmabend mit Gesprächsrunde
»Feinde | Brüder. Deutsche Kriegsgefangene in Japan«, (2013), Regie u. Drehbuch Brigitte Krause, 78 min.

Aus Anlass des 100. Jahrestages der Uraufführung der 9. Sinfonie Beethovens im japanischen Kriegsgefangenenlager Bandô wird dieser Dokumentarfim über die Geschichte dieses außergewöhnlichen Lagers während des 1. Weltkrieges gezeigt.

Die Hamburger Regisseurin hat 10 Jahre in Japan gelebt und ist bei Ihrer Suche nach "Themen des Gemeinsamen" auf die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Bandô während des 1. Weltkrieges gestoßen, die sie auf den Spuren deutscher und japanischer Nachfahren in ihrem Film erzählt.

Anschließend findet eine Gesprächsrunde mit der Regisseurin Brigitte Krause und Dr. S. Siemssen statt. Moderation: Dr. Detlev Langmann, DJG.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Deutsch-Japanische Gesellschaft zu Hamburg e.V. (DJG) 

Dienstag, 22. Mai 2018, 19.00 Uhr

Deutsch-Taiwanisches Künstlergespräch:

„Formose Begegnungen": Der Skulpturenkünstler KANG Mu-xiang

Der renommierte taiwanische Künstler KANG Mu-xiang kreierte aus wiederaufgenommenen Aufzugsseilen des Taipei-101 Wolkenkratzers einmalige, beinahe verletzlich scheinende Skulpturen. Diese Werke sollen nach der Intention des Künstlers nicht allein eine ästhetische Wirkung im öffentlichen Raum entfalten, sondern sind Teil seines Projektes „Die Stahltrosse, die die Welt verbindet“. In diesem Projekt möchte KANG mit seinen anmutig wirkenden Werken als Ankerpunkte eines gemeinsamen globalen Verständnisses die fünf Kontinente miteinander verbinden. Der Künstler stellt seinen Werdegang, Werk und Philosophie in moderierter Unterhaltung mit Bildern und Videoclips vor.

Durch die Veranstaltung führen Frau Isabelle Hofmann, stellvertretende Chefredakteurin von KULTURPORT.de und Dr. Detlev Langmann (Bambusrunde), der den Künstler im vergangenen Jahr in seinem Werksatelier in Sanyi/ Taiwan besuchte.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Taiwan-Freundeskreis Bambusrunde e.V.

Donnerstag (Christi Himmelfahrt), 10. Mai 2018, 18.00 Uhr

Verfemte Musik - Was die Nazis nicht hören wollten

Chorkonzert mit dem Ullern Kammerchor (Oslo)

1995 gegründet, wartet der Ullern Kammerchor heute mit einem Repertoire auf, das sich von den großen Klassikern über norwegische und internationale Arbeiterlieder bis hin zu moderner Musik erstreckt. Neben Auftritten in Norwegen unternimmt der Chor regelmäßig Konzertreisen ins Ausland, die ihn u.a. nach Leipzig, Dresden, London und bis New York führten.

Aufgeführt werden Werke der jüdischen Komponisten Victor Ullmann, Gideon Klein und Pavel Haas, die im Ghetto Theresienstadt inhaftiert waren und in Auschwitz ermordet wurden. Ergänzt wird das Programm durch zwei modernen Kompositionen: "Fugitive Footseps" (Laurence Sherr) nach einem Gedicht von Nelly Sachs und "Gebete für Mitgefangene" (Kristian Hernes) mit Text von Dietrich Bonhoeffer.

Bård Bratlie, Bariton, Bradley Staubes, Piano, Gjermund Brenne, Dirigent.

Eintritt frei

Donnerstag, 26. April 2018, 17.30 Uhr

Gäste im Mahnmal

Konzert: "Beethoven pur"

Es spielen junge, internationale Streichquartette aus der Klasse von Professor Oliver Wille (Kuss Quartett).

Eintritt 25,- EUR (erm. 10,- EUR). Frei für Mitglieder der HVFK.

Eine Veranstaltung der Hamburgischen Vereinigung von den Freunden der Kammermusik.

Karten erhältlich unter: info@kammermusikfreunde.de

Mittwoch, 25. April 2018, 19.30 Uhr

Hans Leip – Texte und Gedichte

Lesung mit Kai Maertens und Nils C. Freytag, Graphic Novel Recordings von Tina Nispel

Der Schriftsteller Hans Leip (1893 bis 1983), Autor des bekannten Gedichts ‚Lili Marleen‘, versetzt uns durch seine Texte und Gedichte (u.a. ‚Die Hafenorgel‘ und ‚Fähre VII‘) in das Hamburg der 1920er und 30er Jahre zurück und vermittelt einen mehr als amüsanten Blick auf das damalige Lebensgefühl.

Während der Lesung wird die Hamburger Grafikerin Tina Nispel das Gehörte spontan in kleine gemalte Kunstwerke übersetzen, die am Ende des Abends zu Gunsten des Mahnmals St. Nikolai versteigert werden.

Eintritt € 6,- / ermäßigt € 4,-. Kartenreservierung unter Tel. 040-371125 oder info@mahnmal-st-nikolai.de.

Samstag, 21. April 2018, 18.00 bis 2.00 Uhr

DIE LANGE NACHT DER MUSEEN - Motto: 75 Jahre nach der ›Operation Gomorrha‹

Sonderausstellung: Archäologische Funde des Feuersturms. Die kleine Sonderausstellung präsentiert eindrucksvolle Zeugnisse der Bombardierung Hamburgs, die am nahegelegenen Hopfenmarkt im Rahmen einer archäologischen Grabung gefunden wurden.

Hamburgs höchster Kirchturm – Blick über die Stadt. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten am Kirchturm des Mahnmals St. Nikolai eröffnet sich von der Aussichtsplattform ein eindrucksvolles Panorama (18.00 - 22.30 Uhr)

  • 18:00 Carillon-Konzert -  Werner Lamm spielt das Turmglockenspiel
  • 18:30 und 21.30 „Prospekt - Einblick und Aussicht" Vorstellung der neuen Kunstinstallation am Kirchturm mit abschließender Liftfahrt auf die Aussichtsplattform. Gerald Kappelmann, acollage. Architektur urbanistik, Nic Fey, Dörte Huß
  • 19:00 „Rolling Home“ Hamburger Lieder mit Werner Lamm,  Jürgen Preuss und Horst Riecke
  • 19.30 „Alles von den Bomben“ Kurzvortrag zu archäologischen Funden aus dem Feuersturm, Wolfgang Scherf, Archäologe
  • 20.00 „Das Tüdelband“ – Lieder der Gebrüder Wolf. Hamburger Lieder mit Werner Lamm, Jürgen Preuss und Horst Riecke 
  • 20.30 „Gomorrha und St. Nikolai“ Archäologischer Kurzvortrag zu eindrucksvollen Zeugnissen der Bombardierung Hamburgs. Wolfgang Scherf, Archäologe 
  • 21.00 „Somewhere over the Rainbow“ Klassischer Gesang und Musical, Miriam Sharoni und Werner Lamm
  • 22.00 „Memory“ Klassischer Gesang und Musical, Miriam Sharoni und Werner Lamm
  • 22.30 und 23.30 "Gomorrha 1943 – Die Zerstörung Hamburgs im Luftkrieg" Führung durch die Dauerausstellung. Torben Dannhauer
  • Kulinarisches: Herzhafte Snacks und Getränke

Eintritt: € 17,- ermäßigt € 12,- (gilt für alle teilnehmenden Museen an diesem Abend sowie am Sonntag, dem 22.4.2018.)

Das ganze Programm finden Sie unter www.langenachtdermuseen-hamburg.de

23. Januar bis 28. März 2018 - täglich 10.00-17.00 Uhr

Sonderausstellung: „Aktion Reinhardt – Sie kamen aus dem Ghetto und gingen ins Unbekannte“

Sobibor ist neben Belzec und Treblinka einer jener vergessenen Orte der »Aktion Reinhardt«, der Tarnname der Nationalsozialisten für die vollständige Ermordung der Jüdinnen und Juden im Generalgouvernement (heutiges Ostpolen). In den Jahren 1942 bis 1943 wurden mehr als 1,5 Millionen Menschen in der »Aktion Reinhardt« ermordet, darunter 50.000 Sinti und Roma. Allein in Sobibor wurden 170.000 aus ganz Europa deportierte Juden und Jüdinnen direkt nach ihrer Ankunft ermordet. Der Häftlingsaufstand und das Nahen der Roten Armee beendeten das Morden dort.

Die Ausstellung wurde von der Gedenkstätte Majdanek erarbeitet.

In ihrer Installation "a place of murder and the sky is blue" nähert sich die Bielefelder Künstlerin Raphaela Kula den Möglichkeiten und der Bedeutung von Gedenken mit Blick auf die heutige Zeit an. Mit den Mitteln der Kunst reflektiert sie gesellschaftlich relevante Themen und entwickelt für bestimmte Fragestellungen und Auseinandersetzungen eine eigene Form und Ausdrucksweise. Die Installation wurde anlässlich der Ausstellung „Aktion Reinhardt“ im Mahnmal St. Nikolai Hamburg konzipiert und dort erstmals gezeigt.

Raphaela Kula arbeitet seit 1999 als freie bildende Künstlerin im eigenem Atelier im Bielefelder Ostbahnhof in den Bereichen installative Malerei, Installation, Objekt, Performance. Ihre Arbeiten begegnen dem Betrachter meist partizipativ und konfrontieren mit Themen wie Raum, Zeit, Vergangenheit/Zukünftiges, Migration und unserer Verantwortung.

Eintritt: € 5,- (Das Ticket berechtigt auch zum Besuch der Dauerausstellung „Gomorrha 1943“ und einer Fahrt mit dem gläsernen Panoramalift auf den Kirchturm.)

Mittwoch, 28. März 2018, 19.00 Uhr

Deutsch-Polnisches Geschichtsbuchprojekt „Europa - unsere Geschichte“

Vortrag und Gespräch mit Christiane Brandau, Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig.

„Europa – unsere Geschichte“ setzt als von Deutschen und Polen gemeinsam erarbeitete Schulbuchreihe einen Dialog fort, den Historiker, Geografen und Geschichtsdidaktiker beider Länder seit Jahrzehnten führen – vor allem im Rahmen der gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission. Im Jahr 2016 erschien der erste Band der für den regulären Unterrichtsgebrauch in Deutschland und Polen gedachten Schulbuchreihe. An deutschen und polnischen Beispielen wird darin die Diversität historischen Erinnerns offengelegt. Dieser transnationale Ansatz versteht sich als eine Antwort auf die Frage, wie ein europäisches Geschichtsbewusstsein der Zukunft aussehen könnte und zielt auf die weitere Verbesserung der deutsch-polnischen Verständigung.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Georg-Eckert-Institut, der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg.

Dienstag, 20. März 2018, 19.00 Uhr

Die Deportationen aus Hamburg 1940-1945 – was geht uns das heute noch an?

Vortrag und Diskussion zur Konzeption des Dokumentationszentrums denk.mal Hannoverscher Bahnhof

Vom ehemaligen Hannoverschen Bahnhof in Hamburg wurden in den Jahren 1940 bis 1945 über 8000 Juden, Sinti und Roma in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt. Seit Mai 2017 erinnert der Gedenkort denk.mal Hannoverscher Bahnhof im Lohsepark mit 20 Namenstafeln an die Deportierten. In den nächsten Jahren wird in räumlicher Nähe ein Dokumentationszentrum über den historischen Kontext der Verbrechen, die Verfolgten und die Tätergruppen informieren.

In dem Vortrag und dem anschließenden Gespräch werden Dr. Oliver von Wrochem, Karin Heddinga und Dr. Kristina Vagt (alle KZ-Gedenkstätte Neuengamme) über die Konzeption der geplanten Dauerausstellung im Dokumentationszentrum berichten sowie über aktuelle Rechercheergebnisse und Interviewprojekte, die sich insbesondere mit den Verfolgten- und Tätergruppen auseinandersetzen.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Freitag, 16. März 2018, 19.00 Uhr

Das NSU-Verfahren und seine gesellschaftspolitische Dimension

Die ersten Plädoyers sind gehalten und in den nächsten Monaten soll das Urteil im NSU-Prozess gesprochen werden. Unabhängig von den rein juristischen Fragen hat das Verfahren eine politische Ebene. Was diese angeht, wird auch vor dem Richterspruch schon deutlich: Eine echte Aufklärung der in Deutschland beispiellosen rassistisch motivierten Mordserie ist nicht gelungen – möglicherweise von einigen auch nicht gewollt? Die Gründe dafür sind ebenso zahlreich wie die Verantwortlichen.

Mehmet Daimagüler, der als Nebenklageanwalt zwei der Opferfamilien vertritt, skizziert in seinem Buch „Empörung reicht nicht – Unser Staat hat versagt, jetzt sind wir dran.“ Versäumnisse von Politik und Strafverfolgungsbehörden im NSU-Skandal. Nach einem kurzen Impuls sprechen Mehmet Daimagüler und Christoph Giesa über den Verlauf des Prozesses, über Recht und Demokratie.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der bundesweiten Reihe „NSU-Spurensuche – Menschen im Mittelpunkt, Institutionen im Brennglas“ der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit statt https://shop.freiheit.org/#!/Veranstaltung/25N8K.

Eine Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Kooperation mit Save Democracy Hamburg.

Donnerstag, 8. März 2018, 19.00 Uhr

„BIGOS, ZOB und JOB“ Eine Polin in Deutschland

Autorenlesung mit Anna Piasecka

Anna ist in Polen aufgewachsen. Sie hatte kein gewöhnliches Kinderleben und musste quasi vom Kleinkindalter an ein Erwachsenenleben führen. Später ergriff sie die Chance, in Deutschland Betriebswirtschaft zu studieren, obwohl sie kein Deutsch sprach. Anna hat sich durch viele peinliche und harte Situationen durchgebissen. Später folgte ein anstrengendes Berufsleben, in dem Anna immer öfter keinen Sinn sieht. „Es geht um das Schicksal einer Migration zwischen Aufbruch und Ankommen und um die Suche nach einer neuen Identität und Selbstbestimmung“, sagt Anna Piasecka über ihr Buch. Ohne große Schnörkel berichtet die Autorin von ihren Erfahrungen in Polen und in Deutschland. Dabei spickt sie ihren Text mit kritischen Fragen und regt zum Nachdenken an.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg.

Montag, 19. Februar 2018, 19.00 Uhr

„Untergetaucht, um zu überleben“

Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Rozette Kats (Amsterdam)

Die Niederländerin Rozette Kats, Jahrgang 1942, erfährt am Vorabend ihres sechsten Geburtstages, dass sie das Kind jüdischer Eltern ist, die den Holocaust nicht überlebt haben. Ihr Onkel, der einzige weitere Überlebende der Familie, vermag nicht, über die ermordeten Verwandten zu sprechen. Ihren Rettern und Pflegeeltern spielt Rozette das fröhliche Kind vor, doch es plagen sie Ängste und mit zunehmendem Alter auch Fragen über das Leben und Sterben ihrer Eltern. Erst Mitte der 1980er Jahre erhält Rozette Kats von ihrem Onkel ein Hochzeitsbild ihrer Eltern. Später erfährt sie, dass ca. drei Monate vor der Deportation der Eltern nach Auschwitz-Birkenau ihr Bruder geboren wurde.

Es ist ein langer und schmerzlicher Prozess für Rozette Kats, mit dem Schatten der Vergangenheit leben zu lernen, der ihr vor allem durch ein vielfältiges Engagement in der Erinnerungsarbeit auf beeindruckende Weise gelungen ist.

Rozette Kats erzählt im Gespräch mit Raphaela Kula (Bielefeld) über ihr Leben und die lange Suche nach der eigenen Identität.

Weitere Veranstaltung mit Rozette Kats: Dienstag, 20. Februar 2018, 10.00 Uhr, KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Die Veranstaltungen werden unterstützt von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), Berlin.

Mittwoch, 14. Februar 2018, 19.00 Uhr

Endstation Sobibor, Treblinka, Majdanek – Leidenswege Hamburger Juden

Die Zielorte der Jüdinnen und Juden, die aus Hamburg direkt deportiert wurden, sind namentlich bekannt. Doch in den 1930er Jahren waren tausende Juden in die Nachbarländer geflüchtet, die nach dem Einmarsch deutscher Truppen zur Falle wurden. Über das Lager Westerbork in den Niederlanden oder Gurs in Frankreich wurden sie mit den einheimischen Juden und anderen Flüchtlingen in die Todeslager der Aktion Reinhardt deportiert und ermordet. Andere hatten zunächst von Hamburg aus den Deportationsbefehl in das „Altersghetto“ und „Vorzugslager“ Theresienstadt erhalten, das sich dann für etliche als Durchgangsstation nach Treblinka erwies.

Dr. Beate Meyer, Institut für die Geschichte der deutschen Juden, (Einführung) und MitstreiterInnen aus dem Projekt „Stolpersteine in Hamburg – biographische Spurensuche“ stellen fünf Lebens-, Flucht- und Leidensgeschichten von Hamburger Jüdinnen und Juden vor, die den Tod in einem dieser Lager fanden.

Eintritt frei.

Mittwoch, 24. Januar 2018, 19.00 Uhr

"Die Nummer auf deinem Arm ist blau wie deine Augen."

Lesung und Gespräch mit der Zeitzeugin Eva Umlauf

„Vergessen Sie das Kind, es wird nicht leben.” Diese Worte erschüttern Eva Umlaufs Mutter Anfang 1945 in Auschwitz. Ihre Tochter ist zwei Jahre alt, abgemagert und todkrank. Eva Umlauf wird sich später nicht an diese Zeit erinnern können. Dennoch schlummert das Erbe ihrer Vergangenheit unter der Oberfläche und prägt ihren gesamten Lebensweg. Sie überlebt Auschwitz und die rote Diktatur in der Tschechoslowakei. 1966 heiratet sie, geht ein Jahr später nach München und ist dort - als Mutter dreier Söhne - als Kinderärztin und Psychotherapeutin erfolgreich. Lange Zeit verdrängt sie die Auseinandersetzung mit den Erinnerungen und den Gefühlen der Fremdheit und Heimatlosigkeit. Erst als sie einen Herzinfarkt erleidet, findet sie den Raum, sich der Vergangenheit zu stellen, sucht nach den Spuren ihrer ermordeten Familie und bekennt sich 2011 in Auschwitz schließlich öffentlich als Überlebende des Holocaust. Ihre Erinnerungen verarbeitet sie in dem Buch "Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen", aus dem sie an diesem Abend lesen wird.

Das Gespräch wird moderiert von Gero von Randow, Publizist und Redakteur im Ressort Politik bei DIE ZEIT.

Eine Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung, Politisches Bildungsforum Hamburg.

Montag, 22. Januar 2018, 19.00 Uhr

Ausstellungseröffnung: „Aktion Reinhardt – Sie kamen aus dem Ghetto und gingen ins Unbekannte“

Landesrabbiner Shlomo Bistritzky: Grußwort und Kaddisch

Musikalische Umrahmung: Trio d´anches mit Stücken von Erwin Schulhoff

Dr. Steffen Hänschen, Vortrag: Die ehemaligen Lager der „Aktion Reinhardt“. Historischer Rückblick und die Gedenkstätten heute.

Sobibor ist neben Belzec und Treblinka einer jener vergessenen Orte der »Aktion Reinhardt«, Tarnname der Nationalsozialisten für die vollständige Ermordung der Jüdinnen und Juden im Generalgouvernement (heutiges Ostpolen). In den Jahren 1942 bis 1943 wurden mehr als 1,5 Millionen Menschen in der »Aktion Reinhardt« ermordet, darunter 50.000 Sinti und Roma.

Nach einer Einführung zum Ablauf der „Aktion Reinhardt“ geht der Vortrag der Frage nach, was mit den Orten des Massenmordes nach Kriegsende geschehen ist. Wie hat sich die Topographie im Laufe der Jahrzehnte verändert, welche Gedenkstätten sind entstanden, welche Bildungsarbeit findet statt.

Dr. Steffen Hänschen begleitet seit vielen Jahren als Mitarbeiter des Bildungswerks Stanisław Hantz e. V. Bildungsreisen an die Tatorte des Holocaust in der Region Lublin, aber auch in der Ukraine und dem Baltikum.

Raphaela Kula: die Bielefelder Künstlerin erläutert ihre Installation "a place of murder and the sky is blue", die während der Ausstellung zur Aktion Reinhardt im Mahnmal St. Nikolai zu sehen ist. Darin versucht sich die Künstlerin den Möglichkeiten und der Bedeutung von Gedenken mit Blick auf die heutige Zeit anzunähern.

Eröffnungsveranstaltung: Eintritt frei

Mittwoch, 17. Januar 2018, 19.30 Uhr

Wolfgang Borchert – seine Sicht der Menschen in Kurzgeschichten und Gedichten

Lesung mit Kai Maertens und Nils C. Freytag, Graphic Novel Recordings von Tina Nispel

Wolfgang Borchert, geboren 1921 in Hamburg, gestorben 1947 in Basel, wurde vor allem durch sein Heimkehrer-Drama „Draußen vor der Tür“ bekannt. Er verfasste zudem zahlreiche Gedichte und Geschichten, die z. T. einen wohlwollenden und fast fröhlichen Blick auf seine Zeitgenossen ermöglichen, fernab von Krieg und Unmenschlichkeit. Gelesen wird u. a. „Schischyphusch – oder Der Kellner meines Onkels“.

Während der Lesung wird die Hamburger Grafikerin Tina Nispel das Gehörte spontan in kleine gemalte Kunstwerke übersetzen, die am Ende des Abends zu Gunsten des Mahnmals St. Nikolai versteigert werden.

Kai Maertens, ist Hamburger, Schauspieler und Regisseur. Er mag Literatur, Hunde und Fußball.

Nils C. Freytag, ebenfalls Hamburger, studierte Politikwissenschaft und Psychologie und kam nach Stationen in Werbung und PR zum gesprochenen Wort.

Eintritt € 6,- / ermäßigt € 4,-

Montag, 1. Januar 2018, 15.00 Uhr

NEUJAHRSKONZERT AUF DEM GLOCKENSPIEL

Glocken im Neuen Jahr

Am Carillon: Werner Lamm

Werner Lamm - Kirchenmusiker in Hamburg, Musikstudium in Dortmund, Hamburg und Paris. Leitet die Bramfelder und die Harburger Kantorei. Konzerte in Japan, USA und den meisten europäischen Ländern, Gastdozent an Hochschulen in London und Hamburg. Das Carillonspiel lernte er schon als Jugendlicher in Frankreich, am Mahnmal St. Nikolai spielt er regelmäßig seit 2006.

Eintritt frei - das Glockenspielkonzert ist im Freien zu hören.