Museum - Kunst am Mahnmal

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In Mitten der geschäftigen Hamburger Innenstadt lädt der frei zugängliche Außenbereich des Mahnmals zum Entdecken, Nachdenken und Verweilen ein. Skulpturen und Werke namhafter Künstler sind hier zu sehen.

Ecco Homo (Oskar Kokoschka)

Der expressionistische Maler Oskar Kokoschka (1886 - 1980) entwarf das Bild des Gekreuzigten mit dem Kriegsknecht, der ihm den in Essig getränkten Schwamm reicht, nicht hasserfüllt, sondern gleichgültig und stumpf. Der Künstler nannte das Bild "Ecce Homo" - "Seht den Menschen" und appellierte damit an unsere Menschlichkeit und Barmherzigkeit.

1972 entstanden zwei Ausführungen dieses Bildes als Mosaik zur Erinnerung an die Toten des Bombenkrieges, die Sergio Cicognani aus Ravenna ausführte:

  • eine in schwarz-weiß gehaltene Darstellung im Chorraum des Mahnmals
  • eine farbige Darstellung über dem Altar der neuen Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern. Sie trägt den Titel: "Ecce Homines - "Seht die Menschen" einerseits so gleichgültig, andererseits wehrlos leidend.

Diese Werke schlagen einen Bogen zwischen dem alten und neuen Standort der Kirchgemeinde St. Nikolai.

Prüfung (Edith Breckwoldt)

Diese Plastik ist der Gedenkstätte in Sandbostel gewidmet, wo bis 1945 in einem der größten Gefangenenlager der Nationalsozialisten mehr als 50 000 Menschen aus vielen Ländern den Tod fanden. Der Sockel der Plastik ist gestaltet aus Originalsteinen der Gefangenen-Baracken, die von Schülern aus Sandbostel auf dem ehemaligen Lagergelände gesammelt wurden.

Der Titel "Prüfung" drückt die Auseinandersetzung des einzelnen Betroffenen mit dieser Extremsituation aus und mahnt auch den Betrachter zu dieser Auseinandersetzung.

Die Künstlerin hat den eindrucksvollen Text des Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer hinzugefügt:

"Kein Mensch auf der ganzen Welt kann die Wahrheit verändern.
Man kann sie nur suchen,sie finden und ihr dienen.
Die Wahrheit ist an jedem Ort."

Erdenengel (Edith Breckwoldt)

"Nimm meine Hand, und ich führe Dich zu Dir zurück."

Die Künstlerin möchte in dieser Plastik ausdrücken, dass alle Kraft und auch alle Erkenntnis im Menschen selbst ruhen. Wenn er zu sich zurückfindet, dann erkennt er diesen Kern und findet seinen Frieden, der Voraussetzung für Gemeinsamkeit und Friedlichkeit zwischen den Menschen ist.

Die Künstlerin präsentiert den Titel der Plastik in acht Sprachen, um den internationalen Besuchern Orientierung zu bieten.

Friedensgebet (Edith Breckwoldt)

Diese Plastik soll mit meditativer Kraft einen Bogen spannen von den erschreckenden Ereignissen der Vergangenheit, für die das Mahnmal steht, zu einer hoffnungsvollen Zukunft, die es nur im Frieden gibt. Der Betrachter wird aufgefordert, Teil dieses Prozesses zu sein.

Im Juni 2017 ist die Skulptur von der Breckwoldt-Stiftung übernommen und nach Lauenburg, die Heimatstadt der 2013 verstorbenen Künstlerin, gebracht worden. Das künstlerische Lebenswerk von Edith Breckwoldt wird demnächst öffentlich in Lauenburg präsentiert.

Weiblicher Engel (Barbara Häger)

Die Künstlerin Barbara Häger (1919 - 2004) studierte Bildhauerei an der Kunstakademie in Frankfurt a.M., in Berlin und an der Landeskunstschule Hamburg bei Edwin Scharff. Seit 1953 erhielt sie mehrere "Kunst-am-Bau"-Aufträge in Hamburg.

1960 schuf sie den "Weiblichen Engel", eine figürliche Plastik, modelliert und in Bronze gegossen. Die Landeskirche erwarb diese Skulptur 1972 für das Mahnmal. Die Plastik steht an der Neuen Burg direkt hinter der Apsis zwischen zwei Strebepfeilern.

Ganz nach oben ... (Mirja Grosskinsky)

Unter dem Motto „Ganz nach oben...“ ist seit Januar 2013 eine imposante Kunstinstallation am Kirchturm des Mahnmals St. Nikolai zu sehen. Das Werk zeigt einen gen Himmel weisenden blauen Pfeil mit den Icons der Kirchentagskampagne. Die Westseite des Turms, die aufgrund von Sanierungsarbeiten durch ein Gerüst verhüllt ist, kann nun mit „Kunst am Bau“ aufwarten. Den Pfeil haben das Mahnmal St. Nikolai und der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag gemeinsam in Auftrag gegeben.

Der Entwurf für die 15 x 10 Meter große Installation stammt von der Hamburger Architektin Mirja Grosskinsky. Sie erklärt: „Ins Stadtbild ‚gespannt‘, dient der Pfeil als Wegweiser und verändert durch den Maßstabssprung unsere ‚Sehgewohnheiten‘. Ganz plakativ gibt er uns die Richtung vor und ist ein Orientierungszeichen. Eine Anspielung auf - da wollen wir hin... auf den Kirchentag/auf den Kirchturm.“