Veranstaltungen - Aktuell

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Das Mahnmal St. Nikolai bietet ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm

Ob Vortrag, Lesung oder Konzert – unter dem Motto Kultur in der Krypta findet eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen statt. Mit der Veranstaltungsreihe Erinnern im Mahnmal wird regelmäßig der Opfer und Ereignisse gedacht, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Nazi-Regime stehen. Unter der Rubrik Gäste im Mahnmal finden regelmäßig Gastveranstaltungen in der Krypta statt.

Jeden Donnerstag um 12 Uhr: Carillon-Konzert auf dem Turmglockenspiel
23. Januar bis 29. März 2018 - täglich 10.00-17.00 Uhr

Sonderausstellung: „Aktion Reinhardt – Sie kamen aus dem Ghetto und gingen ins Unbekannte“

Sobibor ist neben Belzec und Treblinka einer jener vergessenen Orte der »Aktion Reinhardt«, der Tarnname der Nationalsozialisten für die vollständige Ermordung der Jüdinnen und Juden im Generalgouvernement (heutiges Ostpolen). In den Jahren 1942 bis 1943 wurden mehr als 1,5 Millionen Menschen in der »Aktion Reinhardt« ermordet, darunter 50.000 Sinti und Roma. Allein in Sobibor wurden 170.000 aus ganz Europa deportierte Juden und Jüdinnen direkt nach ihrer Ankunft ermordet. Der Häftlingsaufstand und das Nahen der Roten Armee beendeten das Morden dort.

Die Ausstellung wurde von der Gedenkstätte Majdanek erarbeitet.

In ihrer Installation "a place of murder and the sky is blue" nähert sich die Bielefelder Künstlerin Raphaela Kula den Möglichkeiten und der Bedeutung von Gedenken mit Blick auf die heutige Zeit an. Mit den Mitteln der Kunst reflektiert sie gesellschaftlich relevante Themen und entwickelt für bestimmte Fragestellungen und Auseinandersetzungen eine eigene Form und Ausdrucksweise. Die Installation wurde anlässlich der Ausstellung „Aktion Reinhardt“ im Mahnmal St. Nikolai Hamburg konzipiert und dort erstmals gezeigt.

Raphaela Kula arbeitet seit 1999 als freie bildende Künstlerin im eigenem Atelier im Bielefelder Ostbahnhof in den Bereichen installative Malerei, Installation, Objekt, Performance. Ihre Arbeiten begegnen dem Betrachter meist partizipativ und konfrontieren mit Themen wie Raum, Zeit, Vergangenheit/Zukünftiges, Migration und unserer Verantwortung.

Eintritt: € 5,- (Das Ticket berechtigt auch zum Besuch der Dauerausstellung „Gomorrha 1943“ und einer Fahrt mit dem gläsernen Panoramalift auf den Kirchturm.)

Donnerstag, 8. März 2018, 19.00 Uhr

„BIGOS, ZOB und JOB“ Eine Polin in Deutschland

Autorenlesung mit Anna Piasecka

Anna ist in Polen aufgewachsen. Sie hatte kein gewöhnliches Kinderleben und musste quasi vom Kleinkindalter an ein Erwachsenenleben führen. Später ergriff sie die Chance, in Deutschland Betriebswirtschaft zu studieren, obwohl sie kein Deutsch sprach. Anna hat sich durch viele peinliche und harte Situationen durchgebissen. Später folgte ein anstrengendes Berufsleben, in dem Anna immer öfter keinen Sinn sieht. „Es geht um das Schicksal einer Migration zwischen Aufbruch und Ankommen und um die Suche nach einer neuen Identität und Selbstbestimmung“, sagt Anna Piasecka über ihr Buch. Ohne große Schnörkel berichtet die Autorin von ihren Erfahrungen in Polen und in Deutschland. Dabei spickt sie ihren Text mit kritischen Fragen und regt zum Nachdenken an.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg.

Dienstag, 20. März 2018, 19.00 Uhr

Die Deportationen aus Hamburg 1940-1945 – was geht uns das heute noch an?

Vortrag und Diskussion zur Konzeption des Dokumentationszentrums denk.mal Hannoverscher Bahnhof

Vom ehemaligen Hannoverschen Bahnhof in Hamburg wurden in den Jahren 1940 bis 1945 über 8000 Juden, Sinti und Roma in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt. Seit Mai 2017 erinnert der Gedenkort denk.mal Hannoverscher Bahnhof im Lohsepark mit 20 Namenstafeln an die Deportierten. In den nächsten Jahren wird in räumlicher Nähe ein Dokumentationszentrum über den historischen Kontext der Verbrechen, die Verfolgten und die Tätergruppen informieren.

In dem Vortrag und dem anschließenden Gespräch werden Dr. Oliver von Wrochem, Karin Heddinga und Dr. Kristina Vagt (alle KZ-Gedenkstätte Neuengamme) über die Konzeption der geplanten Dauerausstellung im Dokumentationszentrum berichten sowie über aktuelle Rechercheergebnisse und Interviewprojekte, die sich insbesondere mit den Verfolgten- und Tätergruppen auseinandersetzen.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Mittwoch, 28. März 2018, 19.00 Uhr

Deutsch-Polnisches Geschichtsbuchprojekt „Europa - unsere Geschichte“

Vortrag und Gespräch mit Christiane Brandau, Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig.

„Europa – unsere Geschichte“ setzt als von Deutschen und Polen gemeinsam erarbeitete Schulbuchreihe einen Dialog fort, den Historiker, Geografen und Geschichtsdidaktiker beider Länder seit Jahrzehnten führen – vor allem im Rahmen der gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission. Im Jahr 2016 erschien der erste Band der für den regulären Unterrichtsgebrauch in Deutschland und Polen gedachten Schulbuchreihe. An deutschen und polnischen Beispielen wird darin die Diversität historischen Erinnerns offengelegt. Dieser transnationale Ansatz versteht sich als eine Antwort auf die Frage, wie ein europäisches Geschichtsbewusstsein der Zukunft aussehen könnte und zielt auf die weitere Verbesserung der deutsch-polnischen Verständigung.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Georg-Eckert-Institut, der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg.

Samstag, 21. April 2018, 18.00 bis 2.00 Uhr

DIE LANGE NACHT DER MUSEEN - Motto: 75 Jahre nach der ›Operation Gomorrha‹

Sonderausstellung: Archäologische Funde des Feuersturms. Die kleine Sonderausstellung präsentiert eindrucksvolle Zeugnisse der Bombardierung Hamburgs, die am nahegelegenen Hopfenmarkt im Rahmen einer archäologischen Grabung gefunden wurden.

Hamburgs höchster Kirchturm – Blick über die Stadt. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten am Kirchturm des Mahnmals St. Nikolai eröffnet sich von der Aussichtsplattform ein eindrucksvolles Panorama (18.00 - 22.30 Uhr)

  • 18:00 Carillon-Konzert -  Werner Lamm spielt das Turmglockenspiel
  • 18:30 und 21.30 „Prospekt - Einblick und Aussicht" Vorstellung der neuen Kunstinstallation am Kirchturm mit abschließender Liftfahrt auf die Aussichtsplattform. Gerald Kappelmann, acollage. Architektur urbanistik, Nic Fey, Dörte Huß
  • 19:00 „Rolling Home“ Hamburger Lieder mit Werner Lamm und Winni Kehrer
  • 19.30 „Alles von den Bomben“ Kurzvortrag zu archäologischen Funden aus dem Feuersturm, Wolfgang Scherf, Archäologe
  • 20.00 „Das Tüdelband“ – Lieder der Gebrüder Wolf. Hamburger Lieder mit Werner Lamm und Winni Kehrer
  • 20.30 „Gomorrha und St. Nikolai“ Archäologischer Kurzvortrag zu eindrucksvollen Zeugnissen der Bombardierung Hamburgs. Wolfgang Scherf, Archäologe 
  • 21.00 „Somewhere over the Rainbow“ Klassischer Gesang und Musical, Miriam Sharoni und Werner Lamm
  • 22.00 „Memory“ Klassischer Gesang und Musical, Miriam Sharoni und Werner Lamm
  • 22.30 und 23.30 "Gomorrha 1943 – Die Zerstörung Hamburgs im Luftkrieg" Führung durch die Dauerausstellung. Torben Dannhauer
  • Kulinarisches: Herzhafte Snacks und Getränke

Eintritt: € 17,- ermäßigt € 12,- (gilt für alle teilnehmenden Museen an diesem Abend sowie am Sonntag, dem 22.4.2018.)

Das ganze Programm finden Sie unter www.langenachtdermuseen-hamburg.de

Mittwoch, 25. April 2018, 19.30 Uhr

Hans Leip – Texte und Gedichte

Lesung mit Kai Maertens und Nils C. Freytag, Graphic Novel Recordings von Tina Nispel

Der Schriftsteller Hans Leip (1893 bis 1983), Autor des bekannten Gedichts ‚Lili Marleen‘, versetzt uns durch seine Texte und Gedichte (u.a. ‚Die Hafenorgel‘ und ‚Fähre VII‘) in das Hamburg der 1920er und 30er Jahre zurück und vermittelt einen mehr als amüsanten Blick auf das damalige Lebensgefühl.

Während der Lesung wird die Hamburger Grafikerin Tina Nispel das Gehörte spontan in kleine gemalte Kunstwerke übersetzen, die am Ende des Abends zu Gunsten des Mahnmals St. Nikolai versteigert werden.

Eintritt € 6,- / ermäßigt € 4,-

Donnerstag (Christi Himmelfahrt), 10. Mai 2018, 18.00 Uhr

Verfemte Musik - Was die Nazis nicht hören wollten

Chorkonzert mit dem Ullern Kammerchor (Oslo)

1995 gegründet, wartet der Ullern Kammerchor heute mit einem Repertoire auf, das sich von den großen Klassikern über norwegische und internationale Arbeiterlieder bis hin zu moderner Musik erstreckt. Neben Auftritten in Norwegen unternimmt der Chor regelmäßig Konzertreisen ins Ausland, die ihn u.a. nach Leipzig, Dresden, London und bis New York führten.

Aufgeführt werden Werke der jüdischen Komponisten Victor Ullmann, Gideon Klein und Pavel Haas, die im Ghetto Theresienstadt inhaftiert waren und in Auschwitz ermordet wurden. Ergänzt wird das Programm durch zwei modernen Kompositionen: "Fugitive Footseps" (Laurence Sherr) nach einem Gedicht von Nelly Sachs und "Gebete für Mitgefangene" (Kristian Hernes) mit Text von Dietrich Bonhoeffer.

Bård Bratlie, Bariton, Bradley Staubes, Piano, Gjermund Brenne, Dirigent.

Eintritt frei

Dienstag, 29. Mai 2018, 19.00 Uhr

Dokumentarfilmabend mit Gesprächsrunde
»Feinde | Brüder. Deutsche Kriegsgefangene in Japan«, (2013), Regie u. Drehbuch Brigitte Krause, 78 min.

Aus Anlass des 100. Jahrestages der Uraufführung der 9. Sinfonie Beethovens im japanischen Kriegsgefangenenlager Bandô wird der Dokumentarfim »Feinde | Brüder« über die Geschichte dieses außergewöhnlichen Lagers während des 1. Weltkrieges aufgeführt.

Die Hamburger Regisseurin Brigitte Krause hat 10 Jahre in Japan gelebt und ist bei Ihrer Suche nach "Themen des Gemeinsamen" auf die Geschichte des außergewöhnlichen Kriegsgefangenenlagers Bandô während des 1. Weltkrieges gestoßen, die sie auf den Spuren deutscher und japanischer Nachfahren in ihrem Film erzählt.

Anschließend findet eine Gesprächsrunde mit der Regisseurin Brigitte Krause und Dr. S. Siemssen, dessen Vater und Onkel schließlich 1920 aus dem Kriegsgefangenenlager Bandô zurückkehren konnten, statt. Moderation: Dr. Detlev Langmann, DJG.

Eintritt frei. Anmeldung erbeten bis zum 25. Mai an djg@hashimaru.de

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Deutsch-Japanische Gesellschaft zu Hamburg e.V. (DJG) 

Freitag, 1. Juni 2018, 17.00 Uhr

Sommerliches Glockenspiel-Konzert mit Marc van Bets

Seit 2007 ist der Belgier van Bets Carillonneur an der Sankt-Rombouts-Kathedrale in Mechelen, wo er vor allem an den kirchlichen Feiertagen zu hören ist. Diplomiert an der Königlichen Carillonschule "Jef Denyn", konzertiert er im In- und Ausland.

Das 51-stimmige Glockeninstrument des Kirchturms ist im Freien auf dem Platz des ehemaligen Kirchenschiffs zu hören.

Eintritt frei

Freitag, 22. Juni 2018, 19.00 Uhr

Deutsch-Taiwanisches Künstlergespräch:

„Formose Begegnungen": Der Skulpturenkünstler KANG Mu-xiang

Der renommierte taiwanische Künstler KANG Mu-xiang kreierte aus wiederaufgenommenen Aufzugsseilen des Taipei-101 Wolkenkratzers einmalige, beinahe verletzlich scheinende Skulpturen. Diese Werke sollen nach der Intention des Künstlers nicht allein eine ästhetische Wirkung im öffentlichen Raum entfalten, sondern sind Teil seines Projektes „Die Stahltrosse, die die Welt verbindet“. In diesem Projekt möchte KANG mit seinen anmutig wirkenden Werken als Ankerpunkte eines gemeinsamen globalen Verständnisses die fünf Kontinente miteinander verbinden. Der Künstler stellt seinen Werdegang, Werk und Philosophie in moderierter Unterhaltung mit Bildern und Videoclips vor.

Durch die Veranstaltung führen Frau Isabelle Hofmann, stellvertretende Chefredakteurin von KULTURPORT.de und Dr. Detlev Langmann (Bambusrunde), der den Künstler im vergangenen Jahr in seinem Werksatelier in Sanyi/ Taiwan besuchte.

Eintritt frei. Anmeldung erbeten bis zum 20. Juni an post@bambusrunde.de

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Taiwan-Freundeskreis Bambusrunde e.V.