Veranstaltungen - Aktuell

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Das Mahnmal St. Nikolai bietet ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm

Ob Vortrag, Lesung oder Konzert – unter dem Motto Kultur in der Krypta findet eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen statt. Mit der Veranstaltungsreihe Erinnern im Mahnmal wird regelmäßig der Opfer und Ereignisse gedacht, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Nazi-Regime stehen. Unter der Rubrik Gäste im Mahnmal finden regelmäßig Gastveranstaltungen in der Krypta statt.

Jeden Donnerstag um 12 Uhr: Carillon-Konzert auf dem Turmglockenspiel
Dienstag, 31. Oktober 2017 (Reformationstag)
Donnerstag, 2. November 2017
Freitag, 3. November 2017, jeweils 19.00 Uhr

THEATER

Krieg der Worte - Reformation auf Hanseatisch

Das Theater Mignon lässt die Nikolaikirche nach 500 Jahren wieder zum Schauplatz der Reformation werden und inszeniert die spannenden Ereignisse, die sich nach Luthers Thesenanschlag auch in Hamburg abgespielt haben, in der Krypta als eindringliches Schauspiel.

Denn als am 31. Oktober 1517 Luthers Hammerschläge durch ganz Europa hallen, fällt das neue Gedankengut auch in der Hansestadt auf fruchtbaren Boden. Dort ist die Situation brisant: Während die Elbfischer, Handwerker, Höker und Kramer hungern, verdienen sich die reichen Kaufleute eine goldene Nase. Von der Kirche ist keine Hilfe zu erwarten: Statt sich um das (Seelen-)Heil der Bürger zu kümmern, versehen viele Geistliche ihren Dienst nachlässig, streichen reichlich Geld für Seelenmessen ein und pflegen einen Lebensstil, der nichts mit ihren Gelübden zu tun hat.

Doch es gibt Ausnahmen: An St. Nikolai wettert Johannes Zegenhagen gegen die Missstände, am Dom predigt Dekan Albert Krantz gegen den Lebenswandel der Priester und an St. Katharinen verbreitet Stefan Kempe Luthers Thesen. Hilflos muss der Rat zusehen, wie die neuen Ideen wie Funken in das Pulverfass gesellschaftlicher Unzufriedenheit schlagen. Wird es den Hamburger Protagonisten gelingen, blutige Ausschreitungen, die in Lübeck, Stralsund oder Göttingen zahlreiche Opfer fordern, zu verhindern?

Die Theaterbesucher erleben die revolutionären Predigten, lernen die mutigen Protagonisten persönlich kennen und erahnen, wie dieser fundamentale Streit auch Familien entzweit und Freunde zu Feinden macht.

Regisseurin Melanie Thiesbrummel setzt sich nicht nur mit den historischen Begebenheiten auseinander, sondern konfrontiert das Publikum mit den wahren Gretchenfragen nach Glaubens- und Meinungsfreiheit, persönlichem Engagement und politischer Verantwortung. Dieser Streit, der ganz Hamburg in zwei Lager spaltet, geht jeden etwas an!

Eintritt 12,- €, ermäßigt 10,- €. Ticket-Reservierung unter Tel. 040-37 11 25.

Kartenvorverkauf im Mahnmal St. Nikolai täglich 10-17  Uhr.

Das Projekt wird gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

21. September bis 19. Oktober täglich 10.00 bis 17.00 Uhr

Sonderausstellung

Reformation im östlichen Europa – Polen, Litauen und Preußenland

Die Reformation konnte sich im Herzogtum Preußen durch den ehemaligen Hochmeister des Deutschen Ordens Albrecht von Brandenburg-Ansbach 1525 zunächst ungehindert entfalten. Im Königlichen Preußen wurde das Luthertum erst 1559 anerkannt. Im 16. Jahrhundert entstanden mehrsprachige Gemeinden unterschiedlicher protestantischer Richtungen, die versuchten, eine gemeinsame Handlungsbasis gegen die Gegenreformation zu finden, konnten aber die Dominanz der katholischen Kirche nicht verhindern. Diese Religionskonflikte erreichten ihren Höhepunkt, als sich die polnischen Kleinadligen in der Konföderation von Bar gegen ihr Staatsoberhaupt und jede innenpolitische Modernisierung – somit auch gegen die konfessionelle Gleichberechtigung – auflehnten, was in Folge zur ersten Teilung Polens führte. Flucht und Vertreibung  nach dem Zweiten Weltkrieg trugen zur weiteren konfessionellen Verschiebung in Richtung Katholizismus bei.

Die deutsch-polnische Wanderausstellung verfolgt die Geschichte des Protestantismus in diesen Regionen bis in die Gegenwart. Sie ist Teil eines Ausstellungsprojekts des Deutschen Kulturforums östliches Europa.

Eintritt: € 5,- (Das Ticket berechtigt auch zum Besuch der Dauerausstellung „Gomorrha 1943“ und einer Fahrt mit dem gläsernen Panoramalift auf den Kirchturm.)

Donnerstag, 19. Oktober, 19.00 Uhr

Finissage der Sonderausstellung

Reformation im östlichen Europa – Polen, Litauen und Preußenland

„Im Spiel der Mächte. Reformation und evangelisches Erbe in Preußen und Polen“ Vortrag von Dr. Lars-Arne Dannenberg, Vizepräsident der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, Mitglied im Kuratorium der Stiftung Kulturwerk Schlesien

und „Daniel Ernst Jablonski und das reformatorische Erbe der Brüderkirche in der Adelsrepublik“ von Hartmut Rudolph, der vor dem Eintritt in den Ruhestand als Theologe die Potsdamer Leibniz-Editionsstelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften leitete.

Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa und der DPG Hamburg entstanden.

Eintritt frei

Donnerstag, 9. November, 19.00 Uhr

ERINNERN IM MAHNMAL

Verfemte Musik - Konzert zum Gedenken an die Reichspogromnacht 1938

Preisträger und Stipendiaten von Jugend musiziert spielen "verfemte Musik", Kompositionen, die im 3. Reich als "entartet" galten. Dazu gehören Stücke von Schulhoff, Béla Bartok oder Fritz Kreisler, auch von Felix Mendelssohn-Bartholdy durfte in deutschen Konzertsälen nichts mehr aufgeführte werden.

Wir möchte mit dem Konzert an die Komponisten und ihr Schicksal im Nationalsozialismus erinnern und im Zusammenhang mit dem Gedenken an die Reichspogromnacht sensibilisieren für die Gefährdung von Kunst und Kultur im Totalitarismus.

Moderation: Ludwig Hartmann

Eintritt frei. In Zusammenarbeit mit dem Jugend musiziert Förderverein Hamburg e.V.

Dienstag, 21. November, 19.00 Uhr

Deutsch-Polnisches Geschichtsbuchprojekt "Europa - unsere Geschichte"

Vortrag und Gespräch mit Christiane Brandau, Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig

„Europa – unsere Geschichte“ setzt als von Deutschen und Polen gemeinsam erarbeitete Schulbuchreihe einen Dialog fort, den Historiker, Geographen und Geschichtsdidaktiker beider Länder seit Jahrzehnten führen – vor allem im Rahmen der gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission. Im Jahr 2016 ist der erste Band der für den regulären Unterrichtsgebrauch in Deutschland und Polen gedachten Schulbuchreihe erschienen. An deutschen und polnischen Beispielen wird dabei die Diversität historischen Erinnerns offengelegt. Dieser transnationale Ansatz versteht sich als eine Antwort auf die Frage, wie ein europäisches Geschichtsbewusstsein der Zukunft aussehen könnte und zielt auf die weitere Verbesserung der deutsch-polnischen Verständigung.

Christiane Brandau wird die Geschichtsbuchreihe anhand vorliegender Materialien präsentieren und Vorgeschichte, Konzept, Entwicklungsstand und Zielsetzungen vorstellen.

Moderation: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Georg-Eckert-Institut, der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg.

Mittwoch, 29. November 2017, 19.00 Uhr

40 Jahre erfolgreicher Kampf für die Abschaffung der Todesstrafe

Vortrag von Markus N. Beeko, Generalsekretär Amnesty International, Deutschland

Grußwort: Justizsenator Dr. Till Steffen

Seit vier Jahrzehnten setzen sich zivilgesellschaftliche Organisationen, Kirchen und Amnesty International für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe ein. Nicht ohne Erfolg: über 140 Staaten haben die Todesstrafe mittlerweile abgeschafft. Die Anzahl der Hinrichtungen weltweit ist 2016 um mehr als ein Drittel auf rd. 1.032 (2015: 1.634) gesunken und im Einzelfall werden Menschen begnadigt oder Todesurteile umgewandelt. Gleichzeitig gilt es im Kampf gegen die Todesstrafe nicht nachzulassen: Auch im 21. Jahrhundert wird die Todesstrafe noch als drakonische Maßnahme von Regierungen angewandt. 2016 stieg die Gesamtzahl der Todesurteile und auch Forderungen nach der Todesstrafe gehören zum „demagogischen Zündeln“ einiger politischer Akteure und Gruppen. Es braucht weiter einen kontinuierlichen und nachdrücklichen Einsatz, um das Ziel „einer Welt ohne Todesstrafe“ zu erreichen.

Eine Veranstaltung aus Anlass des internationalen Aktionstages gegen die Todesstrafe des Bündnis' "Cities for life - Städte gegen die Todesstrafe", dem die Stadt Hamburg seit 2012 angehört.

Eintritt frei

Heiligabend, 24. Dezember, 14.00 Uhr

Christvesper im Mahnmal St. Nikolai

Ab 13.30 Uhr erklingt das Turmglockenspiel