Veranstaltungen - Aktuell

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Das Mahnmal St. Nikolai bietet ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm

Ob Vortrag, Lesung oder Konzert – an jedem ersten Mittwoch im Monat findet unter dem Motto Kultur in der Krypta eine kulturelle Veranstaltung statt. Mit der Veranstaltungsreihe Erinnern im Mahnmal wird regelmäßig der Opfer und Ereignisse gedacht, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Nazi-Regime stehen. Unter der Rubrik Gäste im Mahnmal finden regelmäßig Gastveranstaltungen in der Krypta statt.

Jeden Donnerstag um 12 Uhr: Carillon-Konzert auf dem Turmglockenspiel
27. Januar bis 5. April 2017 - täglich 10 - 17 Uhr

SONDERAUSSTELLUNG

"Erinnerte Gegenwart" - Dokumente und Installationen zu Theresienstadt

Die Münchner Künstlerin Marlies Poss wurde 1944 geboren. Großmutter und Mutter waren zu diesem Zeitpunkt als jüdische Frauen untergetaucht, ihre Großtante Berthie Philipp war von Hamburg aus in das KZ Theresienstadt verschleppt worden. So ist in der Biographie der Künstlerin eine persönliche Spur gelegt zu einem bewegenden Thema: Vergessenes jüdisches Leben erinnern und heutiges Bewusstsein wecken, lebendiges Vergegenwärtigen. Marlies Poss kombiniert für die Ausstellung Dokumente ihrer Großtante und anderer Holocaust-Überlebender mit eigenen Installationen. Sie schuf zarte Werke aus zerbrechlichen, vergänglichen Materialien, die den kindlichen Eindruck und den Schrecken vor dieser Familiengeschichte spürbar machen.

Die Ausstellung Erinnerte Gegenwart ist bis zum 5. April 2017 täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr im Museum des Mahnmals St. Nikolai zu besichtigen. Museumseintritt € 5,- / erm. € 4,-

Dienstag, 28. Februar 2017, 19.00 Uhr

Von Prag nach Tel Aviv - Peppo Mühlsteins Tagebuch seiner Flucht 1939

Lesung mit Jan Mühlstein

Josef Viktor (Peppo) Mühlstein, geboren 1903 im nordböhmischen Brüx (Most), wächst in einer deutschsprachigen jüdische Familie auf. Nach der erzwungenen Abtretung der Sudetengebiete an Nazi-Deutschland, flieht die Familie Mühlstein 1938 nach Prag. Die Bemühungen um Auswanderung scheitern mit dem deutschen Einmarsch in die restliche Tschechoslowakei am 15. März 1939. Peppo entscheidet sich für eine illegale Auswanderung nach Palästina, die am 30. April 1939 in Prag startet und unter lebensbedrohlichen Umständen - die Briten beschießen das Flüchtlingsschiff beim Versuch der Landung in Palästina - mehr als vier Monate dauert. Peppo ist schließlich in Tel Aviv in Sicherheit, als freier Mensch in "Erez Israel", kann allerdings in der neuen Heimat nicht Fuß fassen. 1946 kehrt er in die Tschechoslowakei zurück und zieht in sein Elternhaus in Most ein, wo der Junggeselle bis zu seinem Tod 1978 lebt.

Peppos Fluchttagebuch von 1939 fand sich in seiner Hinterlassenschaft. Sein Neffe Dr. Jan Mühlstein, geboren 1949 in Most, hat es übertragen und liest daraus. Der Vorsitzende der Münchner Liberalen jüdischen Gemeinde Beth Shalom, selbst als junger Mann nach der Niederschlagung des Prager Frühlings nach Deutschland emigriert, engagiert sich heute in der Flüchtlingshilfe.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Kirchlichen Gedenkstättenarbeit an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme statt.

Eintritt frei

Donnerstag, 16. März 2017, 19.00 Uhr

Arthur Goldschmidt - Als Christ im Ghetto Theresienstadt 1942 bis 1945

Vortrag von Dr. Detlev Landgrebe

Dr. Arthur Goldschmidt (1873 – 1947) stammte aus einer jüdischen Familie, die jedoch schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Synagoge ausgetreten war. Im Alter von 16 Jahren ließ er sich im Jahre 1889 zusammen mit seinen Eltern evangelisch taufen. Seine Ehefrau Katharina stammte ebenfalls aus einer jüdischen Familie, die sich Ende des 19. Jahrhunderts evangelisch taufen ließ. Arthur Goldschmidt  wurde Richter in Hamburg und war am Ende seiner Karriere ein angesehener Richter am hamburgischen Oberlandesgericht. 1933 wurde er von den Nazis vorzeitig pensioniert. Noch konnte die Familie Goldschmidt in ihrem Haus in Reinbek – Kückallee 37 – wohnen bleiben. 1938 entschloss sich das Ehepaar Goldschmidt ihre beiden Söhne in Frankreich vor den Nazis zu retten. Die Ehefrau Goldschmidt war diesem Verlust und dem Verfolgungsdruck durch die Nazis nicht gewachsen und starb im Juni 1942. Der Pastor der Gemeinde in Reinbek weigerte sich, sie wegen ihrer jüdischen Herkunft  zu beerdigen. Wenige Monate später wurde Arthur Goldschmidt nach Theresienstadt deportiert. Dort gründete er die evangelische Gemeinde und wurde deren Seelsorger. Sein Wirken dort ist Gegenstand des Vortrages.  

Dr. Detlev Landgrebe ist der Enkel von Arthur Goldschmidt und Verfasser des Buches „Kückallee 37 – Eine Kindheit am Rande des Holocaust“ (2008). Er lebt heute als Geschäftsführer der Hamburger Stiftung Hilfe für NS-Verfolgte und der Geschwister-Scholl-Stiftung und Träger des Bundesverdienstkreuzes in Hamburg.

Eintritt frei. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Kirchlichen Gedenkstättenarbeit an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme statt.

Donnerstag, 23. März 2017, 19.00 Uhr

"Ich glaube immer an den tieferen Sinn dieses Lebens." Die Tagebücher der Etty Hillesum

Eine Lesung mit der Schauspielerin Claudia Schwartz, musikalische Begleitung von Shaul Bustan

Etty Hillesum, 1914 geboren in eine jüdische Familie in den Niederlanden, fing im Alter von 27 Jahren an Tagebuch zu schreiben. 1943 wird sie in Auschwitz-Birkenau ermordet. Ihr Tagebuch ist ein faszinierendes und bewegendes Zeugnis von einem Leben das von Verfolgung, Angst und Bedrohung, aber auch von Liebe, Solidarität und Gläubigkeit gekennzeichnet ist. Etty Hillesum lehnt es ab zu hassen und macht erstaunliche Erfahrungen mit dem christlichen Glauben. Inmitten einer Zeit voller Grausamkeit und Vernichtung findet sie einen persönlichen Weg der Erfüllung.

Die einstündige Lesung vermittelt einen persönlichen Einblick in die Gedankenwelt dieser leidenschaftlichen und sehr humorvollen Frau. Etty Hillesum hinterlässt mit ihren Tagbüchern ein einzigartiges Dokument der Menschlichkeit: das Vertrauen in Gott, der Glaube an das Gute in jedem Menschen und eine unerschöpfliche Freude am Leben.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. - Politisches Bildungsforum Hamburg

Eintritt € 6,- / ermäßigt € 4,-

Samstag, 22. April, 18.00 bis 2.00 Uhr

DIE LANGE NACHT DER MUSEEN - Motto: „Noch ist Polen nicht verloren…“

„Wem gehört Polen?“ Propagandapostkarten aus dem Ersten Weltkrieg. Eine Grenzen überschreitende Ausstellung.

Anhand von 60 Propagandapostkarten aus Deutschland, Österreich-Ungarn, Russland, Polen und Frankreich zeigt die Ausstellung die Situation und Stimmung der Polen auch im Deutschen Reich in dieser schicksalhaften Zeit auf und veranschaulicht ihre komplizierte Stellung in der internationalen Politik am Ende des Ersten Weltkrieges.

  • 18:00 Carillon-Konzert -  Werner Lamm spielt das Turmglockenspiel
  • 18:30 „Wem gehört Polen?“ Propagandapostkarten aus dem Ersten Weltkrieg. Führung durch die Sonderausstellung
  • Weitere Führungen durch die Sonderausstellung um 19.15, 20.15, 21.15 und 0.30 Uhr
  • 19:45 und 20.45 "Gomorrha 1943 – Die Zerstörung Hamburgs im Luftkrieg" Führung durch die Dauerausstellung
  • 22.00 – 0.00 History Slam „Noch ist Polen nicht verloren“
  • Filmvorführung (alle 15 Min.): "Miasto Ruin" (Stadt der Ruinen). Animierter Kurzfilm mit Luftbildern des zerstörten Warschau Frühjahr 1945.
  •  Kulinarisches: Herzhafte Snacks und Getränke

Eintritt: € 15,- ermäßigt € 10,- (gilt für alle teilnehmenden Museen an diesem Abend sowie am Sonntag, dem 23.4.2017.)

Der Abend findet in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und Public History der Universität Hamburg statt.