Veranstaltungen - Aktuell

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Das Mahnmal St. Nikolai bietet ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm

Ob Vortrag, Lesung oder Konzert – an jedem ersten Mittwoch im Monat findet unter dem Motto Kultur in der Krypta eine kulturelle Veranstaltung statt. Mit der Veranstaltungsreihe Erinnern im Mahnmal wird regelmäßig der Opfer und Ereignisse gedacht, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Nazi-Regime stehen. Unter der Rubrik Gäste im Mahnmal finden regelmäßig Gastveranstaltungen in der Krypta statt.

Jeden Donnerstag um 12 Uhr: Carillon-Konzert auf dem Turmglockenspiel
Freitag, 9. September bis Mittwoch, 5. Oktober täglich

SEE UKRAINE: Docudays UA on Tour

SONDERAUSSTELLUNG: Dokumentarfotografien des Zyklus "You See, My Brother?“ von Aleksandr Glyadyelov

Ausgewählte und zeitlose Schwarz-weiß-Dokumentarfotografien beschreiben zwei Kapitel der jüngsten Geschichte der Ukraine: den Maidan und den Krieg.

Die Bilder erzählen von den Protestbewegungen auf dem Maidan und vom russischen Krieg gegen die Ukraine. Die Ausstellung wurde bereits in der Ukraine und verschiedenen Städten Westeuropas gezeigt. Aleksandr Glyadyelov fotografiert auf Schwarz-Weiß-Film und benutzt eine analoge Kamera mit manueller Fokuseinstellung. Da mit dieser Technik Aufnahmen während der Kampfhandlungen kaum möglich sind, richtet der Fotograf seinen Blick auf die Zeiten zwischen den Kämpfen und das alltägliche Leben. 

Seit 1989 fotografiert Aleksandr Glyadyelov in Europa, Zentralasien, Afrika und in den USA. Er dokumentierte Konflikte in Moldawien, Bergkarabach, Tschetschenien und in der Ukraine. Seit 1997 arbeitet Glyadyelov mit der internationalen Hilfsorganisation Medecins Sans Frontieres zusammen. Seine Bilder findet man bei MSF, HRW, Global Fund, UNAIDS oder UNICEF. Zu den Auszeichnungen seiner Arbeiten zählen der Grand-Prix von Ukrpressphoto-97, Hasselblad Award bei der European photography competition in Vevey, Switzerland Images’98, Mother Jones 2001 Medal of Excellence von der International Documentary Photography Foundation in San Francisco, USA, Moving Walls 2002 von Open Society Institute (OSI) in New York, USA.

Eintritt frei

Veranstalter: Internationales Filmfestival für Menschenrechte Docudays UA, gefördert durch die Open Society Foundation. www.seeukraine.org

Donnerstag, 27. Oktober 2016, 19.00 Uhr

„Masuren. Zwischen Mythos und Wirklichkeit“ – Themenabend anlässlich des 90. Geburtstages von Siegfried Lenz

Als Reise- und Urlaubsregion erfreut sich Masuren mit seiner bezaubernden Seen- und Waldlandschaft in Deutschland wie in Polen großer Beliebtheit. Die vielfach literarisch und künstlerisch verklärte Region weckt Erinnerungen und ist eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration.

Wie bei keinem anderen spielt diese Faszination im Werk des 1926 im ostpreußischen Lyck geborenen Siegfried Lenz eine Rolle. Pointiert und prozesshaft ist die Auseinandersetzung des Autors mit der Heimat. Vom Erzählband „So zärtlich war Suleyken“ (1955) bis zu den Romanen „Heimatmuseum“ (1978) und „Der Überläufer“ (erschienen posthum 2016) geht es im Werk von Siegfried Lenz um seine Heimat Masuren, eine Kulturlandschaft, gefangen zwischen Erinnerungen an ein idealisiertes Kindheitsparadies und den politischen Verstrickungen und Konflikten, um die ethnische und nationale Zugehörigkeit seiner Bewohner, die in den totalitären Ideologien des 20. Jahrhunderts endeten.

Inzwischen begreift sich Masuren als Region mit einer reichen, multiethnischen Geschichte, deren Erbe tabulos und unverkrampft entdeckt, diskutiert und gelebt wird. Inwieweit dies als Grundstein für ein europäisch orientiertes Regionalbewusstsein gelten kann, diskutieren der Schriftsteller Artur Becker, der Publiziste Adam Krzemiński und die Dokumentarfilmerin Ulla Lachauer. Es moderiert Andreas Kossert (angefragt).

Der Eintritt ist frei.

Eine Veranstaltung der Kulturreferentin für Ostpreußen am Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg, des Deutschen Kulturforums östliches Europa, Potsdam, der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg und  des Mahnmals St. Nikolai.

Dienstag, 8. November, 19.30 Uhr

GÄSTE IM MAHNMAL

Thalia Treffpunkt: Buchpremiere „Trümmerkind“

Autorenlesung mit Mechtild Borrmann

Moderation: Regula Venske

Steine klopfen, Schwarzhandel - das ist der Alltag von Hanno Dietz und seiner Mutter in den Nachkriegsjahren. Eines Tages entdeckt er in den Trümmern eine Tote, abseits davon steht einsam ein dreijähriger Junge, der von da an bei den Dietzens aufwächst. Jahre später kommt das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur, das auf fatale Weise mit seiner Familie verknüpft ist.

Die Autorin Mechtild Borrmann lebt in Bielefeld und versteht es auf meisterliche Weise, Spannung und historisches Zeitgeschehen miteinander zu verknüpfen. Für ihren Bestseller „Wer das Schweigen bricht“ wurde sie mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet. Für "Geiger" erhielt sie als erste deutsche Autorin den renommierten französischen Publikumspreis "Grand Prix des Lectrices" der Zeitschrift Elle.

Ihr neues Buch „Trümmerkind“ - basierend auf einer ungeklärten Mordserie in Hamburg 1947 - erscheint am 2. November im Droemer Verlag.

Eintritt: € 10,- / Reservierungen unter Tel. 040 37 11 25 oder unter: info@mahnmal-st-nikolai.de Karten sind im VVK im Museum erhältlich oder an der Abendkasse ab 19.00 Uhr am Veranstaltungsabend. Einlass 19.00 Uhr.

Mittwoch, 9. November, 19.00 Uhr

ERINNERN IM MAHNMAL

Verfemte Musik - Konzert zum Gedenken an die Reichspogromnacht 1938

Preisträger und Stipendiaten von Jugend musiziert spielen "verfemte Musik", u.a. des jüdischen Komponisten Wilhelm Grosz: Er gehört zu den vielseitigsten Talenten, die das mitteleuropäische Musikleben der 1920er Jahre hervorgebracht hat. Er war gleichermaßen erfolgreich als Komponist, Dirigent, Pianist und Musikwissenschaftler und ist heute vergessen wie kaum eine zweite Musikerpersönlichkeit von seinem Rang. Seine „Lieder an die Geliebte“, 1924 komponiert, sind Liebeslieder mit schwärmerischer Klangfülle und überzeugen durch melodische Schönheit. Ein junge Sängerin wird eine Auswahl seiner Lieder singen.

Moderation: Ludwig Hartmann

Eintritt frei – Spende erbeten

Samstag, 12. November, 18.30 Uhr

GÄSTE IM MAHNMAL

Literatur und Musik zum Thema „Kriegsspuren“

Krieg hinterlässt Spuren an Leib und Seele, im Leben und in der Kultur betroffener Gesellschaften, aber auch auf den Gesichtern und in den Seelen. Sichtbare wie unsichtbare Kriegsspuren finden sich in Familien, im Miteinander der Gesellschaft und in jedem einzelnen.  Diesen Spuren sind die Autorinnen Roswitha Borrmann, Heike Suzanne Hartmann-Heesch, Sibylle Hoffmann, Maren Schönfeld und Martina Seebohm sowie der Komponist und Musiker Wolfgang CG Schönfeld nachgegangen und wollen sie sicht- und hörbar machen.

Die Autorinnen lesen eigene Geschichten und Gedichte mit Prägungen aus Politik, Gesellschaft und persönlichem Schicksal, die sich aber auch mit der Hoffnung und tröstlichen Aspekten beschäftigen. Wolfgang CG Schönfeld schafft mit seinen Klangcollagen und Kompositionen für die Bassgitarre Verbindungen, Gegenstücke und einen eigenen, wortlosen Raum. www.schoenfeldblog.wordpress.de

Seit Anfang der 1980er Jahre findet die Ökumenische FriedensDekade regelmäßig im November zehn Tage vor dem Buß- und Bettag statt. Sie bietet Kirchengemeinden, Schulklassen, Jugendgruppen und Friedensinitiativen Gelegenheit, aktuelle Themen zu Gerechtigkeit, Frieden und der Bewahrung der Schöpfung aufzugreifen und zur Diskussion zu stellen. www.friedensdekade.de

Eintritt frei, Hutspende willkommen

Donnerstag, 17. November, 19.00 Uhr

GÄSTE IM MAHNMAL

Die Folgen von Maos Gewaltherrschaft für das moderne China

Vortrag von Ulrich Delius, Asienreferent der Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker, mit anschließender Diskussion

Maos Schreckensherrschaft wirkt bis heute in China fort. Unendliches Leid und Terror hat die Kulturrevolution ausgelöst, die vor 50 Jahren in der Volksrepublik begann. Ganze Familien wurden ausgelöscht oder in den Selbstmord getrieben. Doch Chinas Führung bekennt sich nicht zu diesem dunkelsten Kapitel seiner Geschichte. Die massiven Übergriffe auf Tibeter, Uiguren, Mongolen und Regimekritiker werden bis heute kleingeredet oder tabuisiert. Doch die grausamen Methoden von damals werden heute wieder kopiert. So werden inhaftierte Regimekritiker von den Behörden gezwungen, im Staatsfernsehen ihre vermeintlichen "Verbrechen" zu gestehen.

Eintritt frei

Veranstalter: Gesellschaft für bedrohte Völker. www.gfbv.de

Donnerstag, 1. Dezember, 19.00 Uhr

Filmabend »Ode an die Freude« mit einer moderierten Gesprächseinführung (Japanisch mit englischen Untertiteln)

»Ode an die Freude« (バルトの楽園), deutsch-japanischer Spielfilm, 2006; Regie: Masanobu Deme, in den Hauptrollen: Bruno Ganz und Ken Matsudaira.

Vater und Onkel des Hamburgers Dr. Siems Siemssen gerieten zu Beginn des 2. Weltkrieges nach der Eroberung Tsingtaus (China) im November 1914 in japanische Gefangenschaft und wurden schließlich in das Kriegsgefangenenlager Bandô auf der Insel Shikoku gebracht. Dessen Kommandant, Major Matsue, förderte die Eigeninitiative der Soldaten sehr und entwickelte Bandô zu einem Musterlager. Berühmtheit erlangte vor allem die Aufführung von Beethovens 9. Symphonie am 1. Juni 1918 durch das Lagerorchester. Damit wurde eine Tradition in Japan begründet, die die Aufführung der »Ode an die Freude« zum Jahreswechsel mit der Erinnerung an den Gefangenenchor von Bandô bis heute einschließt.

In einem moderierten Gespräch mit Herrn Siems Siemssen, dessen Vater und Onkel 1920 schließlich aus dem Kriegsgefangenenlager Bandô zurückkehren konnten, wird vor Beginn des Filmes eine kurze Einführung gegeben. Moderation: Dr. Detlev Langmann, DJG

Eintritt frei

Veranstalter: Deutsch-Japanische Gesellschaft zu Hamburg e.V. (DJG) in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Mahnmal St. Nikolai e.V.

Montag, 5. Dezember, 19.00 Uhr

„«Es war ein Anschlag …». Warum sprechen wir so gern von Terroristen?“

Vortrag und Diskussion mit der Philosophin Dr. Bettina Stangneth

Rekrutierung, Ausbildungscamps, Internetschulung - man könnte meinen, es handele sich um einen Ausbildungsberuf, wenn vom «modernen Terroristen» die Rede ist. So besonders, so irritierend sind sie, dass wir neue Wörter brauchen, und noch im seltsamen Sprechen vom «feigen Attentäter» schwingt die Faszination des negativen Helden, des Anti-Menschen mit. Der Terrorist - das ist eine offensichtlich attraktive Idee, nicht nur für die Täter grausamer Taten, sondern auch für uns. Dabei sollten wir doch inzwischen wissen, dass das Bild vom leibhaftigen Bösen vor allem für eines notwendig ist: Für unsere Hoffnung darauf, dass am Ende alles gut wird. Es wäre nicht das erste Mal, dass wir aus Sehnsucht nach einer Heilsgeschichte das Böse selber herbeibeten, auf dass es uns vom Leibe bleibt. Was also richten wir wirklich an, wenn wir Mörder nicht mehr Mörder nennen? Und was hat unser Denken mit den Taten zu tun?

Bettina Stangneth ist unabhängige Philosophin. Die international viel diskutierte Autorin lebt in Hamburg. Zuletzt erschien "Böses Denken" (2016).

Eintritt frei.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg