Veranstaltungen - Aktuell

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Das Mahnmal St. Nikolai bietet ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm

Ob Vortrag, Lesung oder Konzert – unter dem Motto Kultur in der Krypta findet eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen statt. Mit der Veranstaltungsreihe Erinnern im Mahnmal wird regelmäßig der Opfer und Ereignisse gedacht, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Nazi-Regime stehen. Unter der Rubrik Gäste im Mahnmal finden regelmäßig Gastveranstaltungen in der Krypta statt.

Jeden Donnerstag um 12 Uhr: Carillon-Konzert auf dem Turmglockenspiel
Freitag, 1. September 2017, 17.00 Uhr

Gedenkveranstaltung anlässlich des Beginns des Zweiten Weltkriegs

17.00 Uhr: Carillonkonzert, Werner Lamm

17.30 Uhr: Ökumenische Andacht in der Krypta

Liturgische Leitung: Dr. Martin Vetter, Propst und Hauptpastor an der Hauptkirche St. Nikolai und Pfarrer Dr. Jacek Bystron, polnische katholische Mission Hamburg, musikalische Leitung: Werner Lamm, Klavier und Chor

18.00 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt

Aktion Reinhardt. Die Ermordung der polnischen Juden im Holocaust und das Gedenken an den Verlust.

Unter der Tarnbezeichnung „Aktion Reinhardt“ deportierten die Deutschen Juden aus den Ghettos im besetzten Polen und vergasten sie in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka. Bis November 1943 ermordeten sie dabei annähernd zwei Millionen Menschen, verbrannten die Leichen und vergruben die Asche. Weniger als 150 Menschen überlebten.

In Deutschland ist dieser Teil des Holocaust in weiten Teilen vergessen und verdrängt. Dabei steht die „Aktion Reinhardt“ für die Quintessenz des Hasses und des deutschen Antisemitismus. Sie war die reine Vernichtung ohne irgendwelchen sonstigen „Nutzen“ wie etwa Zwangsarbeit oder pseudomedizinische Experimente. Doch ohne Zeitzeugen und materielle Spuren gibt es schlicht keine Aufmerksamkeit für Geschichte und Gegenwart dieses Teils des Genozids. Verliert hier ein präzedenzloses Verbrechen seine Relevanz?

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Eintritt frei.

Freitag, 8. September 2017, 19.00 Uhr

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung "Stein der Demut"

Vor 75 Jahren ermordeten Männer des 101. Reserve-Polizeibataillons aus Hamburg mehr als 1500 jüdische Kinder, Frauen und Männer in Józefów, Südostpolen. Der Tatort des Massakers ist heute ein wichtiger Gedenkort zur Erinnerung und zur Mahnung. Als Zeichen ihrer Verantwortung setzte die Polizei Hamburg in Józefów am 8. September 2016 einen Gedenkstein in Anwesenheit eines Vertreters der Angehörigen der Opfer von Józefów, Gemeinde- und Woiwodschaftsvertretern, sowie einer Delegation aus Hamburg. Gemeinsam mit der Akademie der Polizei Hamburg und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg lädt das Mahnmal St. Nikolai ein zu einer Auseinandersetzung mit den Ereignissen in Józefów und der deutsch-polnischen Erinnerungsarbeit heute.

Wolfgang Kopitzsch, Historiker und Hamburger Polizeipräsident a.D.: Gegen das Vergessen des Massenmordes an der unschuldigen jüdischen Bevölkerung am 13. Juli 1942.

Frank Trawny, Bereichsleiter der Lehrbetriebe der Akademie der Polizei Hamburg: Das „gelebte Gedenken“ heute. Die jahrelange Zusammenarbeit junger Polizeischüler aus Hamburg und Lublin in Polen.

Eintritt frei

Samstag, 16. September 2017, 18.00 bis 22.30 Uhr

NACHT DER KIRCHEN HAMBURG

Bereits zum 14. Mal öffnen sich in der Nacht der Kirchen hamburgweit die Portale und bieten den über 70.000 erwarteten Besuchern ein buntes Programm unter dem diesjährigen Motto "Glück". Das Mahnmal St. Nikolai ist dabei - mit viel Musik und Kunst!

Katrin Bethge
Der renovierte Turm des Mahnmals St. Nikolai bekommt während der Nacht der Kirchen Hamburg einen neuen Anstrich. Katrin Bethge beleuchtet ihn mit assoziativen Wasserprojektionen. Vergängliche Malerei nennt die Zeichnerin und Projektionskünstlerin ihre ungewöhnlichen Werke. Sie entstehen durch Overheadprojektionen, die die Oberflächen des Raumes, in den sie fallen, verwandeln. Dafür verwendet Bethge lichtbrechende Objekte, Flüssigkeiten und alltägliche Materialien direkt auf der Arbeitsfläche des Projektors. Das Ergebnis: kosmische und mikroskopische Räume aus Licht. Wow!

Petra Kilian
Petra Kilian lässt einen ganz eigenen, goldenen Glücksmoment erleben. Dafür hat die Hamburger Künstlerin eine performative Installation auf dem Boden des Chorraums Mahnmal St. Nikolai entwickelt. Dort befindet sich ein großes goldenes Dreieck aus Metall und Textil, in der Mitte platziert ein goldener üppiger Hocker, punktuell mit goldenem Licht angestrahlt. Hier kann sich jeder niederlassen und sein Glück empfinden, ohne Absicht. Für Ihren spirituellen Moment.

Ab 18.00 Uhr: Hamburg von oben - Freie Fahrt mit dem gläsernen Panoramalift auf den höchsten Kirchturm der Stadt. Freie Sicht über die Stadt aus 76 m Höhe.

18.00 Uhr: Glockenklang - Die 51 chromatisch gestimmten Bronzeglocken des großen Turmglockenspiels werden von dem Kieler Carillonneur Gunther Strothmann live zum Klingen gebracht.

18:30 Uhr: Schüler der Staatlichen Jugendmusikschule: Fortgeschrittene Klavierschüler von Christina  Hartmann, Olga Khoteeva, Brigitte Heuschmann und Marija Vukovic spielen Werke von Chopin, Rachmaninoff, Liszt u.a.

19.30 Uhr: Neuer Knabenchor Hamburg, Leitung Jens Bauditz, Chormusik a capella u. a. von Henry Purcell, Maurice Duruflé und Abel Montenegro-Yabor

20.30 Uhr: Streichorchester der Jugendmusikschule Hamburg DoMiSol, Leitung Inna Schmidt. Werke von A. Vivaldi, A. Borodin. G.P. Telemann

21.00 Uhr: Hilaris Ensemble (Bläserquintett), Leitung Mariola Rutschka, spielen Werke von Haydn, Danzi, Agay, Elgar u.a.

21.30 Uhr: APPLE CORE: Daria Treder (Gesang) und Luise Determann (Gitarre), präsentieren ein breites Repertoire aus eigenen Kompositionen sowie Jazz- und Popstücken mit Jazz-Einflüssen.

Eintritt frei.

Dienstag, 31. Oktober 2017
Donnerstag, 2. November 2017
Mittwoch, 3. November 2017
jeweils 19 Uhr

THEATER

Krieg der Worte - Reformation auf Hanseatisch

Das Theater Mignon lässt die Nikolaikirche nach 500 Jahren wieder zum Schauplatz der Reformation werden und inszeniert die spannenden Ereignisse, die sich nach Luthers Thesenanschlag auch in Hamburg abgespielt haben, in der Krypta als eindringliches Schauspiel.

Denn als am 31. Oktober 1517 Luthers Hammerschläge durch ganz Europa hallen, fällt das neue Gedankengut auch in der Hansestadt auf fruchtbaren Boden. Dort ist die Situation brisant: Während die Elbfischer, Handwerker, Höker und Kramer hungern, verdienen sich die reichen Kaufleute eine goldene Nase. Von der Kirche ist keine Hilfe zu erwarten: Statt sich um das (Seelen-)Heil der Bürger zu kümmern, versehen viele Geistliche ihren Dienst nachlässig, streichen reichlich Geld für Seelenmessen ein und pflegen einen Lebensstil, der nichts mit ihren Gelübden zu tun hat.

Doch es gibt Ausnahmen: An St. Nikolai wettert Johannes Zegenhagen gegen die Missstände, am Dom predigt Dekan Albert Krantz gegen den Lebenswandel der Priester und an St. Katharinen verbreitet Stefan Kempe Luthers Thesen. Hilflos muss der Rat zusehen, wie die neuen Ideen wie Funken in das Pulverfass gesellschaftlicher Unzufriedenheit schlagen. Wird es den Hamburger Protagonisten gelingen, blutige Ausschreitungen, die in Lübeck, Stralsund oder Göttingen zahlreiche Opfer fordern, zu verhindern?

Die Theaterbesucher erleben die revolutionären Predigten, lernen die mutigen Protagonisten persönlich kennen und erahnen, wie dieser fundamentale Streit auch Familien entzweit und Freunde zu Feinden macht.  

Regisseurin Melanie Thiesbrummel setzt sich nicht nur mit den historischen Begebenheiten auseinander, sondern konfrontiert das Publikum mit den wahren Gretchenfragen nach Glaubens- und Meinungsfreiheit, persönlichem Engagement und politischer Verantwortung. Dieser Streit, der ganz Hamburg in zwei Lager spaltet, geht jeden etwas an!

Eintritt 12,- €, ermäßigt 10,- €. Ticket-Reservierung unter Tel. 040-37 11 25.

Ab September Kartenvorverkauf im Mahnmal St. Nikolai täglich 10-18 Uhr, im Oktober 10-17  Uhr.