Veranstaltungen - Aktuell

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Das Mahnmal St. Nikolai bietet ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm

Ob Vortrag, Lesung oder Konzert – an jedem ersten Mittwoch im Monat findet unter dem Motto Kultur in der Krypta eine kulturelle Veranstaltung statt. Mit der Veranstaltungsreihe Erinnern im Mahnmal wird regelmäßig der Opfer und Ereignisse gedacht, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Nazi-Regime stehen. Unter der Rubrik Gäste im Mahnmal finden regelmäßig Gastveranstaltungen in der Krypta statt.

Jeden Donnerstag um 12 Uhr: Carillon-Konzert auf dem Turmglockenspiel
Freitag, 27. Januar 2017, 20.00 Uhr

Gedenkveranstaltung anlässlich der Befreiung des KZ-Auschwitz

Andacht - Ausstellungseröffnung - Konzert

Anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 72 Jahren halten Propst und Hauptpastor Dr. Martin Vetter (Hauptkirche St. Nikolai) und Pfarrer Dr. Jacek Bystron (Polnische Katholische Mission) eine ökumenische Andacht.

Im Anschluss findet die Eröffnung der Ausstellung Erinnerte Gegenwart - Dokumente und Installationen zu Theresienstadt statt. Die Künstlerin Marlies Poss, die eine Einführung in die Ausstellung gibt, wurde 1944 geboren. Großmutter und Mutter waren zu diesem Zeitpunkt als jüdische Frauen untergetaucht, ihre Großtante war von Hamburg aus in das KZ Theresienstadt verschleppt worden. So ist in der Biographie der Künstlerin eine persönliche Spur gelegt zu einem bewegenden Thema: Vergessenes jüdisches Leben erinnern und heutiges Bewusstsein wecken, lebendiges Vergegenwärtigen. Marlies Poss kombiniert für die Ausstellung Dokumente ihrer Großtante und anderer Holocaust-Überlebender mit eigenen Installationen. Marlies Poss schuf zarte Werke aus zerbrechlichen, vergänglichen Materialien, die den kindlichen Eindruck und den Schrecken vor dieser Familiengeschichte spürbar machen.

Musikalische Umrahmung: "Lieder aus Theresienstadt" Annika Westlund singt Lieder der jüdischen Komponisten Adolf Strauss, James Simon und Viktor Ullmann, die im KZ Theresienstadt interniert waren.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Kirchlichen Gedenkstättenarbeit an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme statt.

Eintritt frei

Die Ausstellung Erinnerte Gegenwart ist bis zum 5. April 2017 täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr im Museum des Mahnmals St. Nikolai zu besichtigen.

Dienstag, 7. Februar 2017, 18.00 Uhr

Der Lüneburger Prozess gegen Wachpersonal der Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen

Vortrag von Dr. John Cramer

Bereits zwei Monate vor dem Nürnberger Prozess fand vor einem britischen Militärgericht in Lüneburg der erste alliierte Prozess gegen Kriegsverbrecher statt. Angeklagt waren Josef Kramer, der letzte Kommandant von Birkenau, und 44 weitere KZ-Wachleute, die im Januar 1945 von Auschwitz nach Bergen-Belsen versetzt worden waren. Eine umfangreiche Berichterstattung im In- und Ausland informierte damals über Systematik und Ausmaß der Verbrechen.

Cramer legte die erste Gesamtdarstellung dieses wegweisenden Nachkriegsprozesses vor und stützt sich dabei auf größtenteils unveröffentlichte Quellen aus zahlreichen Archiven. Er untersucht detailliert die Vorbereitung des Prozesses, die Hauptverhandlung sowie die Vollstreckung der Urteile.

John Cramer studierte Neuere Geschichte und Neuere Englische Literatur an der Universität Tübingen, der University of St. Andrews und dem Trinity College Dublin und ist als Gymnasiallehrer tätig.

Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Eintritt frei

Dienstag, 28. Februar 2017, 19.00 Uhr

Von Prag nach Tel Aviv - Peppo Mühlsteins Tagebuch seiner Flucht 1939

Lesung mit Jan Mühlstein

Josef Viktor (Peppo) Mühlstein, geboren 1903 im nordböhmischen Brüx (Most), wächst in einer deutschsprachigen jüdische Familie auf. Nach der erzwungenen Abtretung der Sudetengebiete an Nazi-Deutschland, flieht die Familie Mühlstein 1938 nach Prag. Die Bemühungen um Auswanderung scheitern mit dem deutschen Einmarsch in die restliche Tschechoslowakei am 15. März 1939. Peppo entscheidet sich für eine illegale Auswanderung nach Palästina, die am 30. April 1939 in Prag startet und unter lebensbedrohlichen Umständen - die Briten beschießen das Flüchtlingsschiff beim Versuch der Landung in Palästina - mehr als vier Monate dauert. Peppo ist schließlich in Tel Aviv in Sicherheit, als freier Mensch in "Erez Israel", kann allerdings in der neuen Heimat nicht Fuß fassen. 1946 kehrt er in die Tschechoslowakei zurück und zieht in sein Elternhaus in Most ein, wo der Junggeselle bis zu seinem Tod 1978 lebt.

Peppos Fluchttagebuch von 1939 fand sich in seiner Hinterlassenschaft. Sein Neffe Dr. Jan Mühlstein, geboren 1949 in Most, hat es übertragen und liest daraus. Der Vorsitzende der Münchner Liberalen jüdischen Gemeinde Beth Shalom, selbst als junger Mann nach der Niederschlagung des Prager Frühlings nach Deutschland emigriert, engagiert sich heute in der Flüchtlingshilfe.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Kirchlichen Gedenkstättenarbeit an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme statt.

Eintritt frei

Donnerstag, 23. März 2017, 19.00 Uhr

"Ich glaube immer an den tieferen Sinn dieses Lebens." Die Tagebücher der Etty Hillesum

Eine Lesung mit der Schauspielerin Claudia Schwartz, musikalische Begleitung von Shaul Bustan

Etty Hillesum, 1914 geboren in eine jüdische Familie in den Niederlanden, fing im Alter von 27 Jahren an Tagebuch zu schreiben. 1943 wird sie in Auschwitz-Birkenau ermordet. Ihr Tagebuch ist ein faszinierendes und bewegendes Zeugnis von einem Leben das von Verfolgung, Angst und Bedrohung, aber auch von Liebe, Solidarität und Gläubigkeit gekennzeichnet ist. Etty Hillesum lehnt es ab zu hassen und macht erstaunliche Erfahrungen mit dem christlichen Glauben. Inmitten einer Zeit voller Grausamkeit und Vernichtung findet sie einen persönlichen Weg der Erfüllung.

Die einstündige Lesung vermittelt einen persönlichen Einblick in die Gedankenwelt dieser leidenschaftlichen und sehr humorvollen Frau. Etty Hillesum hinterlässt mit ihren Tagbüchern ein einzigartiges Dokument der Menschlichkeit: das Vertrauen in Gott, der Glaube an das Gute in jedem Menschen und eine unerschöpfliche Freude am Leben.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. - Politisches Bildungsforum Hamburg

Eintritt € 6,- / ermäßigt € 4,-