Veranstaltungen - Aktuell

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Das Mahnmal St. Nikolai bietet ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm

Ob Vortrag, Lesung oder Konzert – unter dem Motto Kultur in der Krypta findet eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen statt. Mit der Veranstaltungsreihe Erinnern im Mahnmal wird regelmäßig der Opfer und Ereignisse gedacht, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Nazi-Regime stehen. Unter der Rubrik Gäste im Mahnmal finden regelmäßig Gastveranstaltungen in der Krypta statt.

Jeden Donnerstag um 12 Uhr: Carillon-Konzert auf dem Turmglockenspiel
Heiligabend, 24. Dezember, 14.00 Uhr

Christvesper im Mahnmal St. Nikolai

Liturgie und Predigt: Pastorin Corinna Senf, Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern

Weihnachtliche Musik und Liedbegleitung: Waldemar Saez-Eggers, Klavier und Felicia Sartory, Cello

Ab 13.30 Uhr erklingt das Turmglockenspiel

Am Spieltisch: Antonia Krödel

Dienstag, 1. Januar 2019, 15.00 Uhr

Carillon-Neujahrskonzert

Das Jahr 2019 wird eingeläutet von den 51 chromatisch gestimmten Glocken des Turmglockenspiels des Mahnmals St. Nikolai.
Am Spieltisch: Werner Lamm
Das Konzert ist im Freien auf dem Platz des ehemaligen Kirchschiffs zu hören. Eintritt frei.

Werner Lamm - Kirchenmusiker in Hamburg, Musikstudium in Dortmund, Hamburg und Paris. Leitet die Bramfelder und die Harburger Kantorei. Konzerte in Japan, USA und den meisten europäischen Ländern, Gastdozent an Hochschulen in London und Hamburg. Das Carillonspiel lernte er schon als Jugendlicher in Frankreich, am Mahnmal St. Nikolai spielt er regelmäßig seit 2006.

Dienstag, 22. Januar 2019, 19.00 Uhr

Eine Stadt und ihr KZ: Häftlinge des KZ Neuengamme im Hamburger Kriegsalltag 1943-1945

Nach den schweren alliierten Luftangriffen auf Hamburg im Sommer 1943 mussten Häftlinge des KZ Neuengamme in vielen Stadtteilen Trümmer räumen und Tote bergen. Für die Hamburger Bevölkerung waren sie täglich sichtbar. Der Ausnahmezustand nach den Bombardierungen heizte die Nachfrage nach der Arbeitskraft der Häftlinge weiter an. Verwaltung und Wirtschaft verlangten nach Gefangenen für Behelfswohnheimbau, Baustoffgewinnung und Werftarbeit. 15 Außenlager des KZ Neuengamme wurden 1944 in Hamburg errichtet. Treibende Kraft waren dabei Hamburger Firmen und städtische Behörden.

Die Ausstellung „Eine Stadt und ihr KZ: Häftlinge des KZ Neuengamme im Hamburger Kriegsalltag 1943-1945“, zu sehen vom 17. Januar bis 10. Februar 2019 in der Rathausdiele des Hamburger Rathauses, thematisiert den umfangreichen Einsatz von Häftlingen des KZ Neuengamme im Zentrum der Stadt und die verschiedenen Akteure, die diesen Einsatz initiierten.

Die Kuratorinnen der Ausstellung Alyn Beßmann, Lisa Herbst (beide KZ-Gedenk­stätte Neuengamme) und Katharina Hertz-Eichenrode (Mahnmal St. Nikolai) stellen an diesem Abend verschiedene Themenbereiche der Ausstellung vor.

Eintritt frei.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Foto: Andreas Werner. KRONOS Media GmbH/Sammlung Uwe Petersen

Mittwoch, 23. Januar 2019, 18.00 Uhr

Sexualität im KZ –Facetten einer erzwungenen Frauenbeziehung

Im Winter 1945 beobachteten die Häftlinge des Frauenaußenlagers Tiefstack, eines Außenlagers des KZ Neuengamme, mit Faszination und Abscheu die Beziehung zwischen der Aufseherin Anneliese Kohlmann und der Häftlingsfrau Lotte Winter. Auch wenn die meisten Überlebenden Kohlmann als „anständig“ beschrieben, erweckte die lesbische Beziehung Unbehagen, und reflektierte somit die Homophobie der Häftlingsgesellschaft.

Anhand von Kohlmanns Geschichte und von Interviews der Referentin mit einer lesbischen Holocaustüberlebenden des Lagers zeigt Dr. Anna Hájková (University of Warwick), wie wir über erzwungene und konsensuelle Sexualität im Lager nach­denken können, und wie eine queere Geschichte des Holocaust es ermöglicht, Machtlosigkeit und Kontrolle der Holocaustopfer zu erkennen.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme im Begleitprogramm zur Ausstellung „Eine Stadt und ihr KZ: Häftlinge des KZ Neuengamme im Hamburger Kriegsalltag 1943-1945“, zu sehen vom 17. Januar bis 10. Februar 2019 in der Rathausdiele des Hamburger Rathauses.

Eintritt frei.

Foto: Lageraufseherin Anneliese Kohlmann nach ihrer Festnahme im April 1945 in Bergen-Belsen. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Women_guards_in_Bergen-Belsen.jpg

Montag, 28. Januar 2019, 19.00 Uhr

Gedenkveranstaltung anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz

Andacht - Ausstellungseröffnung - Musik

Ökumenische Andacht mit Hauptpastor und Propst Dr. Martin Vetter (Hauptkirche St. Nikolai) und Pfarrer Dr. Jacek Bystron (Polnische Katholische Mission).

Eröffnung der Sonderausstellung "Nur die Sterne waren wie gestern." Henryk Mandelbaum. Häftling im Sonderkommando von Auschwitz 1944/45.

Einführung: Karin Graf, Autorin und Mitarbeiterin des Bildungswerks Stanislaw Hantz e.V.

Musik: Meret Fiedler (Fagott) und Rikako Oka (Klavier).

Henryk Mandelbaum (1922 – 2008) war Häftling im Sonderkommando von Auschwitz, einer von hunderten jüdischer Sklavenarbeiter in der Todeszone. Das Sonderkommando musste bei den Krematorien in Auschwitz-Birkenau arbeiten: die Leichen der Ermordeten aus den Gaskammern schleppen, ihnen die Haare abschneiden und die Goldzähne herausbrechen.

Die Ausstellung stellt den Menschen Henryk Mandelbaum vor. Wie hat ihn sein kurzes 20-jähriges Leben in einer armen jüdischen Familie in Polen geprägt, bevor ihn die Gestapo schnappte? Was hat er in Auschwitz gesehen, erlebt, überlebt? Wie hat er aus der Einsamkeit seiner grauenhaften Erfahrungen ins Leben zurückfinden können? Was hat Auschwitz aus ihm gemacht und was hat er aus seinen Erfahrungen gemacht? Eindringliche Fotografien und knappe Texte geben ganz persönliche Antworten auf diese Fragen.

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Bildungswerks Stanislaw Hantz e.V. in Kassel, der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim (Polen) und des Vereins Gegen Vergessen für Demokratie, Regionalgruppe Nordhessen-Südniedersachsen.

Eintritt frei. Die Sonderausstellung wird bis zum 25. Februar 2019 gezeigt.

Dienstag, 19. Februar 2019, 19.00 Uhr

Film und Diskussion

"Der Patriot"

Rechtspopulismus im europäischen Vergleich

Wassilij Maximowitsch Wlassow, 21, ist der jüngste Duma-Abgeordnete der russischen Geschichte, ein konservativ eingestellter Überflieger, der als persönlicher Assistent von Wladimir Schirinowski diesem nachzustreben versucht. Er lebt zusammen mit der ebenfalls 21-jährigen Politikerin Ekaterina Gromyko, zeigt ihr aber in der Beziehung bereits deutlich, wie seine Vorstellung von der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau auszusehen hat…

Die russisch-deutsche Filmemacherin Katja Fedulova zeichnet in dem Dokumentarfilm „Der Patriot“ das Porträt des Jungpolitikers der rechts-gerichteten „liberal-demokratischen“ Partei im Präsidentschaftswahlkampf 2018, der für eine Generation von Russen steht, die die Sanktionen der EU als Demütigung erleben und jederzeit bereit sind, das regierende Regime zu verteidigen. Wo liegen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu jungen Menschen aus Frankreich und Deutschland, die ebenfalls nach ihrer Identität suchen und sie durch Propaganda und Manipulation in einer umstrittenen Vergangenheit finden?

Filmvorführung und anschließende Diskussionsrunde mit

Katja Fedulova, Regisseurin

Prof. Dr. Frank Decker, Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Bonn

Moderation: Regine Eickhoff-Jung, Dt.-Russ. Gesellschaft e. V., Hamburg

Anmeldung unter info@arabesques-hamburg.de

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

Eine Veranstaltung des Deutsch-Französischen Kulturfestivals arabesques und der Deutsch-Russischen Gesellschaft e.V. in Kooperation mit dem Förderkreis Mahnmal St. Nikolai e.V.

Foto: Der Patriot | Produktion Fedulova Films 2018 | In Auftrag von ZDF / 3SAT © Sergei Amirdzhanov (Ausschnitt)