Mit dem Panoramalift über die Dächer Hamburgs

Seit 2005 ermöglicht ein Panoramalift die barrierefreie Auffahrt auf die in 76 Metern gelegenen Aussichtsplattform des geschichtsträchtigen Turmes. Die Fahrstuhlkabine ist nach drei Seiten verglast und bietet bereits während der 40 Sekunden dauernden Fahrt spannende Ausblicke. Oben angekommen eröffnet sich ein Ausblick - zur Zeit mit Sichteinschränkung - über die Hamburger Innenstadt, das Rathaus, die Alster, den Hafen, den Cruise Terminal, die Speicherstadt und die Hafencity. Historische Fotografien auf der Aussichtsplattform zeigen, welche Zäsur die Zerstörung für Hamburg 1943 darstellte und wie die Stadt damals im Vergleich zu heute aussah.

Der Panoramalift am Mahnmal St. Nikolai ist barrierefrei und kann von Rollstuhlfahrern genutzt werden.

Zur Geschichte des Turmes

Der Turm des Mahnmals St. Nikolai war bei seiner Fertigstellung 1874 mit einer Höhe von 147,3 Metern der höchste Kirchturm der Welt. Entworfen hat ihn – genauso wie die ganze Kirche – der britische Architekt George Gilbert Scott, einer der international erfolgreichsten Baumeister des Historismus.

Es war der Turm der ehemaligen Hauptkirche, der den Untergang Hamburgs unfreiwillig einleitete, und eben dieser überstand seltsamerweise die Zerstörung. Das höchste Gebäude der Stadt diente englischen Kriegsflugzeugen als Zielmarke; als sie ihre nächtlichen Angriffe auf Hamburg flogen, wählten sie den Turm von St. Nikolai als Orientierungspunkt. Heute ragt der Turm – noch immer der fünfhöchste Kirchturm der Welt – als „mahnender Zeigefinger“ hoch in den Himmel hinaus und erinnert an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges. Gleichzeitig wirbt er zukunftsgewandt für Toleranz und Völkerverständigung.