Veranstaltungen – Archiv 2019


8. Mai bis 26. Juni 2019, täglich 10.00 bis 17.00 Uhr    

Sonderausstellung

Die Eispferde vom Ladoga-See. Kunstinstallation von André Prah

Eine Passage aus dem Buch „Kaputt“ des Autors Curzio Malaparte inspirierte den in Schweden lebenden Künstler André Prah zu seiner Installation „Die Eispferde vom Ladoga-See“. Im Winter 1941 sollen finnische Truppen am nördlichen Belagerungsring um Leningrad russische Truppen eingeschlossen haben. Nachdem die Finnen den Wald in Brand gesetzt hatten, flüchteten sich die Pferde der Russen in den Ladoga-See. In jener Nacht fegte ein eisiger Sturm über den See, der binnen weniger Stunden zufror. Die Pferde froren fest und kamen im Eis um. André Prah über seine Motivation zu seiner Installation: „Nun, da ringsum Nazi-Ideologie erneut Brände entfachen will, halte ich es für meine Pflicht, die Pferde und ihren brutalen Tod zu zeigen.“ Für seine bizarr-eindrucksvollen Pferdefiguren verwendet André Prah Holz, das er am Ufer der Ostsee sammelt.

Eine Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, LV Hamburg

Ausstellung bis zum 26. Juni 2019 im Mahnmal St. Nikolai, der Eintritt zur Sonderausstellung ist frei.

Foto © Alf Ljungkvist

Samstag, 22. Juni 2019, 11.00-13.00 Uhr, 15.00-17.00 Uhr

10. Sommerkonzert Norddeutscher Carillonneure

Das Turmglockenspiel (Carillon) des Mahnmals St. Nikolai besteht aus 51 Glocken mit einem Gesamtgewicht von 13 Tonnen. Der chromatische Tonumfang beträgt mehr als vier Oktaven, womit das Carillon von St. Nikolai eines der größten Deutschlands ist. 1993 wurde es in den Turm der früheren Hauptkirche St. Nikolai eingebaut.

Zum großen Sommerkonzert spielen: Gerd Heinrich (Kiel), Antonia Krödel (Flensburg), Werner Lamm (Hamburg), Hajo Patschkowski (Hamburg), Paul Raab (Elmshorn), Gudrun Schmidtke (Hamburg), Gunther Strothmann (Kiel)

Das Konzert ist im Freien auf dem Platz des ehemaligen Kirchschiffs zu hören.

Eintritt frei, Spende erbeten.
Freitag, 21. Juni 2019, 19.00 Uhr

THE BIG GONG

Gongkonzert mit Peter Heeren

Gongs gehören zu den ältesten und mächtigsten Instrumenten auf diesem Planeten. Sie haben einen ausgeprägten Reichtum an Obertönen, einen äußerst langen Nachhall und verfügen über das gesamte Frequenzspektrum.

Der langjährige Gongspieler Peter Heeren aus Schleswig-Holstein schafft in seinem Konzert mit bis zu zwanzig großen symphonischen Planeten- und Orchester-Gongs eine einzigartige Klangarchitektur.

In den Gongkompositionen von Lisa Bazelaire verschmelzen unterschiedlichste Klangphänomene durch die Integration von Stille und Dynamik. Gongklänge sind wegen ihres obertonreichen und langen Nachklangs einzigartig. Sie sind ein Geschenk des Himmels und entführen die Hörer auf eine individuelle Klangreise.

Peter Heeren hat Gongkonzerte im In- und Ausland, darunter in vielen Kirchen, gespielt. Die meisten seiner 20 Gongs sind von dem renommierten Gongbauer Rolf Nitsch in höchster Qualität handgearbeitet worden. Zudem besitzt er Gongs von der Firma Paiste, von Broder Oetken. Von Gongbauer Martin Bläse erklingt ein Gong aus Titan.

Eintritt frei, Spende willkommen.

Donnerstag, 20. Juni 2019, 19.00 Uhr

Vortrag und Diskussion

'Umerli vs'e - Alle sind gestorben.'

Die Perspektiven der deutsch-russischen Beziehungen 75 Jahre nach dem Ende der Blockade von Leningrad.

Nach mehr als 900 Tagen einer grauenhaften und menschenverachtenden Belagerung der zweitgrößten Stadt der Sowjetunion durch deutsche Truppen wurde Leningrad befreit. Die Stadt war das Symbol der Oktoberrevolution gewesen und wurde nun zum Symbol deutscher Gräuel an der Zivilbevölkerung im Zweiten Weltkrieg. Das Tagebuch des Mädchens Tanja Savičeva, aus dem der Titel der Veranstaltung entnommen wurde, symbolisiert dieses Leid.

Die deutsch-russischen Beziehungen stecken seit einigen Jahren in einer offensichtlich zunehmenden Krise. Besorgniserregende Konflikte werden immer wahrnehmbarer. Gleichzeitig gibt es in  beiden Ländern eine von der Zivilgesellschaft getragene Erinnerungskultur, die Verbindungen schafft und Begegnungen fördert.

Die Bedeutung der Belagerung Leningrads, die Entwicklungen der deutsch-sowjetischen Beziehungen im 20. Jahrhundert und die Perspektiven für die Zukunft sind Themen der Podiumsdiskussion.

Es diskutieren Volker Rühe, Bundesminister der Verteidigung a.D., und Karsten Voigt, MdB a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses. Moderation Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg.

Eintritt frei.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung und der Deutsch-Russischen Gesellschaft Hamburg.

Foto: Seiten aus dem Tagebuch von Tanja Savičeva. ©wikimedia commons.

Donnerstag, 20. Juni 2019, 9.30 bis 11.00 Uhr

Historicus - Eine Zeitreise durch die Geschichte Hamburgs

Musikalische Lesung für Schüler und Schülerinnen ab 9 Jahren

Habt ihr auch schon einmal in einer alten Burg gestanden und Euch gefragt, wie die Menschen damals gelebt haben? Steigt mit Historicus in den TIME-CHANGER und erlebt die Geschichte eurer Stadt Hamburg hautnah. Es ist spannend, was in den letzten 1200 Jahren in Hamburg passiert ist. Viele Informationen und tolle Songs erwarten die Kinder bei der multimedialen Lesung "HISTORICUS". Irene Haarmeyer liest aus dem Buch, während die Kinder die Bilder auf der Leinwand betrachten. Jan Haarmeyer singt live wunderbare Hamburg-Lieder. Und die Kinder sind eingeladen, die jeweilige Zeit auf einem großen Zeitstrahl einzustellen und die Lieder mitzusingen.

Mit den Autoren Irene und Jan Haarmeyer

Veranstalter: Seiteneinsteiger e.V. in Kooperation mit dem Förderkreis Mahnmal St. Nikolai e.V.

Mittwoch, 19. Juni 2019, 11.15 und 12.00 Uhr

„Von der Permanenz von Kriegen im Großen wie im Kleinen“ - drei Szenen
Szenische Lesung (Dr. Rita Bake, Schauspieler: Herma Koehn und Thomas Karallus)

Im Rahmen der Demokratiemesse #WirsindZukunft, veranstaltet von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg, werden drei Szenen dargeboten, die sich in historischer Perspektive mit der Permanenz von Kriegen beschäftigen. Dabei wird ein Bogen geschlagen von vergangenen Tagen bis zur Gegenwart, um die Aktualität dieser Fragen zu verdeutlichen: Wie schmal kann die Grenze zwischen Krieg und Frieden sein, durch wie viel Gewalt werden auch die Friedenszeiten bestimmt?

Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Mittwoch, 29. Mai 2019, 19.00 Uhr

Szenische Lesung mit Musik

in der Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern, Harvestehuder Weg 118

WIDERSTAND IN BERLIN - von der Reichspogromnacht bis Kriegsende

mit Matthias Brandt und Martina Gedeck

An diesem Abend in der Hauptkirche St. Nikolai, der dem deutschen Widerstand in seiner ganzen Bandbreite gewidmet ist, kommen unterschiedlichste Menschen zu Wort, von dem konservativen Diplomaten Ulrich von Hassell bis hin zur jungen Liane Berkowitz, die der sogenannten Roten Kapelle angehörte. Zwei Akteure und wichtige Chronisten des oppositionellen Geschehens sind immer wieder zu hören: Die Journalistin Ruth Andreas-Friedrich (Martina Gedeck) mit ihrem beeindruckenden Tagebuch „Der Schattenmann“ sowie Helmuth James von Moltke (Matthias Brandt), der über Jahre eine bewegende, sehr direkte Korrespondenz mit seiner Frau Freya geführt hat.

In zahlreichen weiteren Rollen treten Studierende der Ernst Busch Hochschule auf. Die musikalische Begleitung übernehmen Johann-Peter Taferner (Klarinette) und Kirchenmusikdirektor Matthias Hoffmann-Borggrefe. So entsteht ein eindrückliches Wort- und Klangbild zu Ehren der vielen Menschen, die in Deutschland den Mut fanden, Widerstand zu leisten.

Eintritt € 15,- Die Karten sind im Vorverkauf an allen bekannten Konzertkassen und über die Homepage der Hauptkirche St. Nikolai erhältlich.

Eine Veranstaltung der Hauptkirche St. Nikolai und des Förderkreises Mahnmal St. Nikolai e.V., in Zusammenarbeit mit dem Berliner Dom, der Stiftung 20. Juli 1944 und der Freya von Moltke Stiftung.

Foto Martina Gedeck: © Karel Kühne. Foto Matthias Brandt: © Matthias Scheuer. 

Montag, 20. Mai 2019, 19.00 Uhr          

Vortrag und Diskussion

70 Jahre Grundgesetz und die Rolle des Bundesverfassungsgerichts

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland hat sich bewährt. Das gilt insbesondere für den Teil der Verfassung, der die Grund- und Menschenrechte als einklagbare Freiheitsrechte jedes Einzelnen beinhaltet. Diese verfassungsrechtlichen Verbürgungen stehen nicht nur auf dem Papier, sondern haben auch in der Realität des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens strikte Beachtung und Durchsetzung erfahren. Dies ist vor allem einer sehr effizienten Verfassungsgerichtsbarkeit zu verdanken. Sie hat nicht nur für eine strikte Durchsetzung der Grundrechte, sondern auch für die Fortentwicklung und Anpassung der Grundrechte an die sich ändernden gesellschaftlichen Bewegungen gesorgt. Es gilt nunmehr, die neuen Herausforderungen, die sich durch die Globalisierung, die Digitalisierung und die zunehmende Europäisierung des Rechts stellen, zu bewältigen.

Der Referent Prof. em. Dr. Dres. h.c. Hans-Jürgen Papier ist Staatsrechtswissenschaftler und war von 2002 bis 2010 Präsident des Bundesverfassungsgerichts.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und dem Freundeskreis Ausbildung ausländischer Offiziere an der Führungsakademie der Bundeswehr e.V.

Eintritt frei

Samstag, 18. Mai 2019, 18.00 bis 2.00 Uhr

DIE LANGE NACHT DER MUSEEN 

Motto: Spuren der Geschichte - Erinnerung bewahren.

Sonderausstellungen:

"Die Eispferde vom Ladoga-See", Kunstinstallation von André Prah

"Das Aufbewahren von Gerümpel ist verboten." Luftschutz als Kriegsvorbereitung vor 1939.

Hamburgs höchster Kirchturm - Blick über die Stadt. Von der Aussichtsplattform des Turms eröffnet sich ein eindrucksvolles Panorama über die Stadt und den Hafen (18.00 - 22.30 Uhr)

  • 18.00 Carillon-Konzert Gudrun Schmidtke spielt das große Turmglockenspiel
  • 18.30 und 20.30 Prospekt - Einblick und Aussicht. Skulpturenschmuck und Kunstinstallation am Kirchturm. (Alexandra Merten, acollage, Nic Fey, Dörte Huß).
  • 19.00, 20.00 und 22.00 Das Aufbewahren von Gerümpel ist verboten.“ Luftschutz als Kriegsvorbereitung vor 1939. Thematische Führung mit Torben Dannhauer
  • 19.30 und 21.30 Die Eispferde vom Ladoga-See. Annäherung an die Kunstinstallation von André Prah, begleitet von Akkordeonklängen von Stefan Goreiski.
  • 21.00 und 23.00 Gomorrha 1943 - Die Zerstörung Hamburgs im Luftkrieg. Führung durch die Dauerausstellung mit Torben Dannhauer
  • 22.30 und 00.00 Film: Feuer fiel vom Himmel.“ Der Hamburger Feuersturm in Berichten von Augenzeugen.
  • 23.30 Film: KZ-Häftlinge im Bombenkrieg. Überlebende des KZ Neuengamme berichten.
  • Kulinarisches: Herzhafte Snacks und Getränke

Eintritt: € 17,- ermäßigt € 12,- (gilt für alle teilnehmenden Museen an diesem Abend sowie am Sonntag, dem 19.5.2019)

Das ganze Programm finden Sie unter www.langenachtdermuseen-hamburg.de

Samstag, 11. Mai 2019, 12.00 Uhr

Carillonkonzert

 
Schiffssirenen tuten, Glocken klingen  -  Zum Hafengeburtstag erklingen die 51 chromatisch gestimmten Glocken des Turmglockenspiels von St. Nikolai.
 
Am Spieltisch: Gudrun Schmidtke
 
Das Konzert ist im Freien auf dem Platz des ehemaligen Kirchschiffs zu hören.
Eintritt frei.
Mittwoch, 8. Mai 2019, 19.00 Uhr          

Ausstellungseröffnung

Die Eispferde vom Ladoga-See. Kunstinstallation von André Prah

Eine Passage aus dem Buch „Kaputt“  des Autors Curzio Malaparte inspirierte den in Schweden lebenden Künstler André Prah zu seiner Installation „Die Eispferde vom Ladoga-See“. Im Winter 1941 sollen finnische Truppen am nördlichen Belagerungsring um Leningrad russische Truppen eingeschlossen haben. Nachdem die Finnen den Wald in Brand gesetzt hatten, flüchteten sich die Pferde der Russen in den Ladoga-See. In jener Nacht fegte ein eisiger Sturm über den See, der binnen weniger Stunden zufror. Die Pferde froren fest und kamen im Eis um. André Prah über seine Motivation zu seiner Installation: „Nun, da ringsum Nazi-Ideologie erneut Brände entfachen will, halte ich es für meine Pflicht, die Pferde und ihren brutalen Tod zu zeigen.“ Für seine bizarr-eindrucksvollen Pferdefiguren verwendet André Prah Holz, das er am Ufer der Ostsee sammelt.

Zur Ausstellungseröffnung sprechen:

Prof. Dr Jörg Ganzenmüller, Jena: Eine Stadt soll verhungern: Leningrad und die nationalsozialistische Vernichtungspolitik im Zweiten Weltkrieg

Sabine Witt, Autorenvereinigung Hamburg : Der Autor Curzio Malaparte

André Prah, Höör/Schweden: über seine Installation „Die Eispferde vom Ladoga-See“

Musikalische Umrahmung: Krawehl-Quartett (Jugend musiziert)

Eine Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, LV Hamburg

Ausstellung bis zum 26. Juni 2019 im Mahnmal St. Nikolai, der Eintritt zur Sonderausstellung und zur Ausstellungseröffnung ist frei.

Foto © Alf Ljungkvist

Donnerstag, 25. April 2019, 19.00 Uhr

Vortrag und Diskussion

Guck mal, der Jude!

Der Antisemitismus in Deutschland ist nicht erst seit dem Echo-Skandal ein Thema. Seit Jahren gibt es ein Antisemitismus-Problem im Deutschrap, wie Jonni Ben Salomo, einer der erfolgreichsten und zugleich außer-gewöhnlichsten Rapper Deutschlands, aus erster Hand zu berichten weiß. Doch auch im Alltag ist Antisemitismus in den letzten Jahren immer salonfähiger geworden. Mehr als 70 Jahre nach dem Ende des National-sozialismus sehen sich Juden noch immer mit den alten Vorurteilen konfrontiert. Es kommt zu Beleidigungen, persönlichen Bedrohungen und Übergriffen. Für Liberale ist dieser Zustand „unerträglich“.
Gemeinsam mit dem jüdischen Rapper Jonni Ben Salomo und dem Historiker Dr. Roman Töppel erörtern wir historische Hintergründe, aktuelle Gesichtspunkte und Erfahrungen der Betroffenen. Moderation: Christoph Giesa.

Eintritt frei.

Eine Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Länderbüro Norddeutschland.

Dienstag, 16. April 2019, 19.00 Uhr

Vortrag und Diskussion

Vergessen gemachte Opfer des NS-Regimes.  Was wurde in der Bundesrepublik aus ihnen?

Hunderttausende, die von den Nazis verfolgt worden waren und überlebt hatten, wurden nach dem 8.Mai 1945 in der Bundesrepublik Deutschland nicht als NS-Verfolgte anerkannt, versorgt und für das zugefügte Leid entschädigt. Zu diesen vergessen gemachten Opfern zählen Wehrdienstverweigerer und Deserteure, Menschen mit Behinderungen, Swing-Jugendliche, Zwangsarbeiter, Sinti und Roma, Homosexuelle, Arbeitslose und Bettler.

Erst Mitte der 1980er Jahre fand eine Zäsur im Verständnis darüber statt, was alles NS-Unrecht war. Täter und Opfer in allen gesellschaftlichen Bereichen wurden benannt.

Um den bisher von staatlicher Unterstützung ausgeschlossenen NS-Opfern zu helfen, richteten Bürgerschaft und Senat Hamburgs vor 30 Jahren die Stiftung Hilfe für NS-Verfolgte ein. Mehr als 2000 betroffene Hamburger erhielten Beihilfen. Gleichzeitig wurde versucht, durch die Anerkennung ihrer Verfolgung und ihrer Leiden ihre missachtete Würde wiederherzustellen.

Der Referent Stefan Romey ist Mitinitiator und jetziger Vorsitzender des Vorstandes der Hamburger Stiftung Hilfe für NS-Verfolgte. Seit vielen Jahren setzt er sich für Anerkennung und Entschädigung aller NS-Verfolgter ein. Hierzu hat er zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt sowie parlamentarische und außerparlamentarische Impulse gesetzt.

Eintritt frei.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Donnerstag, 4. April 2019, 20.00 Uhr

Konzert

Zwischen Tango und Bach

Yun Xu - Klavier und Frank Meiller - Saxophone

Eigentlich verbindet man mit dem Saxophon Jazz und Pop, aber klassische Musik? Der Jazz spiegelt sich in unserem Programm nur in einem kleinen Teil wieder. Es geht vielmehr um die Musik als Ganzes. Zu Bachs Lebzeiten war das Saxophon noch nicht erfunden und es ist müßig darüber zu spekulieren, ob er es denn eingesetzt hätte. Bach hat sehr häufig nicht für spezielle Instrumente geschrieben hat, sondern ließ dies offen. Ich finde, das Saxophon eignet sich wunderbar für Bachs Musik. Die Orchesterbearbeitung von Mussorgsky`s „Bilder einer Ausstellung“ durch Maurice Ravel ist eines der berühmtesten Werke, in dem das Saxophon eine tragende Rolle spielt. Astor Piazzolla spielt in unserem Programm eine große Rolle, denn seine leidenschaftlichen Tangos sind bis heute zeitlos und weltberühmt. Sein “L’Histoire du Tango” führt uns durch die Geschichte des Tangos von 1900 bis heute.
Auch George Gershwin war ein Grenzgänger zwischen den musikalischen Welten. Er war ein ausgezeichneter Pianist und hat zu vielen Kompositionen sehr anspruchsvolle Klavierbearbeitungen geschrieben. Seine Songs sind in das American Songbook eingeflossen und gehören zum Standardrepertoire des Jazz.

Donnerstag, 28. März 2019, 19.00 Uhr

Live-Hörspiel

"Kalavryta"

Die akustisch-visuelle Aufführung des Hörspiels „Kalavryta“ (Regie Constantin Gröhn und Lasse-Marc Riek) thematisiert den "Rachefeldzug" der Wehrmacht in der Gegend von Kalavryta im Jahr 1943. Deutsche Soldaten ermordeten dort auf der griechischen Peloponnes viele hundert Zivilisten ab 14 Jahren. Die Spuren dessen sind bis heute lebendig, was auch Anlass einer Reise von Jugendlichen aus Hamburg-Harvestehude im Jahr 2017 war. Mit ihren Erfahrungen, aber auch einigen Klischees kommen diese als "Europas Zukunftsträger" beim Hörspiel zu Gehör. Klanglandschaften, Bilder und Augenzeugenberichte führen die Ereignisse von vor gut 75 Jahren vor Ohren, künstlerisch verstärkt und gebrochen durch Inszenierungen aus Licht und Projektionen der Künstlerin Katrin Bethge.

Kalavryta steht stellvertretend für jene NS-Verbrechen, die bei Widerstand als „Vergeltungsaktionen“ vor allem in Ost- und Südosteuropa ein flächendeckendes Instrument der nationalsozialistischen Besatzungspolitik waren.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und der Kirchengemeinde St. Johannis-Harvestehude.

Eintritt frei.

bis 25. Februar 2019

Sonderausstellung

 "Nur die Sterne waren wie gestern." Henryk Mandelbaum - Häftling im Sonderkommando von Auschwitz 1944/45.

Henryk Mandelbaum (1922 – 2008) war Häftling im Sonderkommando von Auschwitz, einer von hunderten jüdischer Sklavenarbeiter in der Todeszone. Das Sonderkommando musste bei den Krematorien in Auschwitz-Birkenau arbeiten: die Leichen der Ermordeten aus den Gaskammern schleppen, ihnen die Haare abschneiden und die Goldzähne herausbrechen.

Die Ausstellung stellt den Menschen Henryk Mandelbaum vor. Wie hat ihn sein kurzes 20-jähriges Leben in einer armen jüdischen Familie in Polen geprägt, bevor ihn die Gestapo schnappte? Was hat er in Auschwitz gesehen, erlebt, überlebt? Wie hat er aus der Einsamkeit seiner grauenhaften Erfahrungen ins Leben zurückfinden können? Was hat Auschwitz aus ihm gemacht und was hat er aus seinen Erfahrungen gemacht? Eindringliche Fotografien und knappe Texte geben ganz persönliche Antworten auf diese Fragen.

Täglich zu den Öffnungszeiten des Museums, Eintritt zur Sonderausstellung frei.

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Bildungswerks Stanislaw Hantz e.V. in Kassel, der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim (Polen) und des Vereins Gegen Vergessen für Demokratie, Regionalgruppe Nordhessen-Südniedersachsen.

Dienstag, 19. Februar 2019, 19.00 Uhr

Film und Diskussion

"Der Patriot"

Rechtspopulismus im europäischen Vergleich

Wassilij Maximowitsch Wlassow, 21, ist der jüngste Duma-Abgeordnete der russischen Geschichte, ein konservativ eingestellter Überflieger, der als persönlicher Assistent von Wladimir Schirinowski diesem nachzustreben versucht. Er lebt zusammen mit der ebenfalls 21-jährigen Politikerin Ekaterina Gromyko, zeigt ihr aber in der Beziehung bereits deutlich, wie seine Vorstellung von der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau auszusehen hat…

Die russisch-deutsche Filmemacherin Katja Fedulova zeichnet in dem Dokumentarfilm „Der Patriot“ das Porträt des Jungpolitikers der rechts-gerichteten „liberal-demokratischen“ Partei im Präsidentschaftswahlkampf 2018, der für eine Generation von Russen steht, die die Sanktionen der EU als Demütigung erleben und jederzeit bereit sind, das regierende Regime zu verteidigen. Wo liegen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu jungen Menschen aus Frankreich und Deutschland, die ebenfalls nach ihrer Identität suchen und sie durch Propaganda und Manipulation in einer umstrittenen Vergangenheit finden?

Filmvorführung und anschließende Diskussionsrunde mit Katja Fedulova, Regisseurin, Prof. Dr. Frank Decker, Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Bonn; Moderation: Regine Eickhoff-Jung, Dt.-Russ. Gesellschaft e. V., Hamburg.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung des Deutsch-Französischen Kulturfestivals arabesques und der Deutsch-Russischen Gesellschaft e.V. in Kooperation mit dem Förderkreis Mahnmal St. Nikolai e.V.

Foto: Der Patriot | Produktion Fedulova Films 2018 | In Auftrag von ZDF / 3SAT © Sergei Amirdzhanov (Ausschnitt)

Montag, 28. Januar 2019, 19.00 Uhr

Gedenkveranstaltung anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz

Andacht - Ausstellungseröffnung - Musik

Ökumenische Andacht mit Hauptpastor und Propst Dr. Martin Vetter (Hauptkirche St. Nikolai) und Pfarrer Dr. Jacek Bystron (Polnische Katholische Mission).

Eröffnung der Sonderausstellung "Nur die Sterne waren wie gestern." Henryk Mandelbaum. Häftling im Sonderkommando von Auschwitz 1944/45.

Einführung: Karin Graf, Autorin und Mitarbeiterin des Bildungswerks Stanislaw Hantz e.V.

Musik: Meret Fiedler (Fagott) und Rikako Oka (Klavier).

Henryk Mandelbaum (1922 – 2008) war Häftling im Sonderkommando von Auschwitz, einer von hunderten jüdischer Sklavenarbeiter in der Todeszone. Das Sonderkommando musste bei den Krematorien in Auschwitz-Birkenau arbeiten: die Leichen der Ermordeten aus den Gaskammern schleppen, ihnen die Haare abschneiden und die Goldzähne herausbrechen.

Die Ausstellung stellt den Menschen Henryk Mandelbaum vor. Wie hat ihn sein kurzes 20-jähriges Leben in einer armen jüdischen Familie in Polen geprägt, bevor ihn die Gestapo schnappte? Was hat er in Auschwitz gesehen, erlebt, überlebt? Wie hat er aus der Einsamkeit seiner grauenhaften Erfahrungen ins Leben zurückfinden können? Was hat Auschwitz aus ihm gemacht und was hat er aus seinen Erfahrungen gemacht? Eindringliche Fotografien und knappe Texte geben ganz persönliche Antworten auf diese Fragen.

Eintritt frei. Die Sonderausstellung wird bis zum 25. Februar 2019 gezeigt.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, Politisches Bildungsforum Hamburg.

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Bildungswerks Stanislaw Hantz e.V. in Kassel, der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim (Polen) und des Vereins Gegen Vergessen für Demokratie, Regionalgruppe Nordhessen-Südniedersachsen.

Mittwoch, 23. Januar 2019, 18.00 Uhr

Sexualität im KZ –Facetten einer erzwungenen Frauenbeziehung

Im Winter 1945 beobachteten die Häftlinge des Frauenaußenlagers Tiefstack, eines Außenlagers des KZ Neuengamme, mit Faszination und Abscheu die Beziehung zwischen der Aufseherin Anneliese Kohlmann und der Häftlingsfrau Lotte Winter. Auch wenn die meisten Überlebenden Kohlmann als „anständig“ beschrieben, erweckte die lesbische Beziehung Unbehagen, und reflektierte somit die Homophobie der Häftlingsgesellschaft.

Anhand von Kohlmanns Geschichte und von Interviews der Referentin mit einer lesbischen Holocaustüberlebenden des Lagers zeigt Dr. Anna Hájková (University of Warwick), wie wir über erzwungene und konsensuelle Sexualität im Lager nach­denken können, und wie eine queere Geschichte des Holocaust es ermöglicht, Machtlosigkeit und Kontrolle der Holocaustopfer zu erkennen.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme im Begleitprogramm zur Ausstellung „Eine Stadt und ihr KZ: Häftlinge des KZ Neuengamme im Hamburger Kriegsalltag 1943-1945“, zu sehen vom 17. Januar bis 10. Februar 2019 in der Rathausdiele des Hamburger Rathauses.

Eintritt frei.

Foto: Lageraufseherin Anneliese Kohlmann nach ihrer Festnahme im April 1945 in Bergen-Belsen. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Women_guards_in_Bergen-Belsen.jpg

Dienstag, 22. Januar 2019, 19.00 Uhr

Eine Stadt und ihr KZ: Häftlinge des KZ Neuengamme im Hamburger Kriegsalltag 1943-1945

Nach den schweren alliierten Luftangriffen auf Hamburg im Sommer 1943 mussten Häftlinge des KZ Neuengamme in vielen Stadtteilen Trümmer räumen und Tote bergen. Für die Hamburger Bevölkerung waren sie täglich sichtbar. Der Ausnahmezustand nach den Bombardierungen heizte die Nachfrage nach der Arbeitskraft der Häftlinge weiter an. Verwaltung und Wirtschaft verlangten nach Gefangenen für Behelfswohnheimbau, Baustoffgewinnung und Werftarbeit. 15 Außenlager des KZ Neuengamme wurden 1944 in Hamburg errichtet. Treibende Kraft waren dabei Hamburger Firmen und städtische Behörden.

Die Ausstellung „Eine Stadt und ihr KZ: Häftlinge des KZ Neuengamme im Hamburger Kriegsalltag 1943-1945“, zu sehen vom 17. Januar bis 10. Februar 2019 in der Rathausdiele des Hamburger Rathauses, thematisiert den umfangreichen Einsatz von Häftlingen des KZ Neuengamme im Zentrum der Stadt und die verschiedenen Akteure, die diesen Einsatz initiierten.

Die Kuratorinnen der Ausstellung Alyn Beßmann, Lisa Herbst (beide KZ-Gedenk­stätte Neuengamme) und Katharina Hertz-Eichenrode (Mahnmal St. Nikolai) stellen an diesem Abend verschiedene Themenbereiche der Ausstellung vor.

Eintritt frei.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Foto: Andreas Werner. KRONOS Media GmbH/Sammlung Uwe Petersen

Dienstag, 1. Januar 2019, 15.00 Uhr

Carillon-Neujahrskonzert

Das Jahr 2019 wird eingeläutet von den 51 chromatisch gestimmten Glocken des Turmglockenspiels des Mahnmals St. Nikolai.
Am Spieltisch: Werner Lamm
Das Konzert ist im Freien auf dem Platz des ehemaligen Kirchschiffs zu hören. Eintritt frei.
Werner Lamm - Kirchenmusiker in Hamburg, Musikstudium in Dortmund, Hamburg und Paris. Leitet die Bramfelder und die Harburger Kantorei. Konzerte in Japan, USA und den meisten europäischen Ländern, Gastdozent an Hochschulen in London und Hamburg. Das Carillonspiel lernte er schon als Jugendlicher in Frankreich, am Mahnmal St. Nikolai spielt er regelmäßig seit 2006.