Veranstaltungen – Archiv 2020


Dienstag, 25. Februar 2020, 18.30 Uhr

Konzert und Film

Spiralen der Erinnerung

Das Duo Les Maries (Marie-Laure Timmich und Klaus Sieg) interpretiert Perlen deutscher und französischer Filmmusik. Mit Liedern von Hildegard Knef stimmt Les Maries ein auf den anschließend laufenden Film „Die Mörder sind unter uns“ (D 1946, 81 min., Regie und Drehbuch: Wolfgang Staudte). Dieser erste deutsche Film der Nachkriegszeit spielt im zerbombten Berlin. Die junge Fotografin Susanne (Hildegard Knef) kehrt aus dem Konzentrationslager in ihre Wohnung zurück. Dort trifft sie auf den früheren Militärarzt Hans Merten (Ernst Wilhelm Borchert), der seine quälenden Erinnerungen in Alkohol ertränkt. Als er mit ihrer Hilfe wieder Fuß zu fassen beginnt, begegnet ihm sein früherer Hauptmann (Arno Paulsen), der im Krieg eine Vergeltungsaktion gegen polnische Zivilbevölkerung befohlen hatte. Wird Susanne Hans davon abhalten können, Selbstjustiz zu üben?

Eintritt frei. Eine Veranstaltung des deutsch-französischen Kulturfestivals arabesques in Kooperation mit dem Mahnmal St. Nikolai.

Montag, 17. Februar 2020, 19.00 Uhr

Vortrag

Die jüdischen Häftlinge der „Juni-Aktion“ 1938 in Hamburg – Das Vorspiel zum Novemberpogrom

Im Juni 1938 verhaftete die Kriminalpolizei reichsweit 12.000 Männer als „Asoziale“ bzw. „Arbeitsscheue“ und lieferte sie in Konzentrationslager ein. Unter ihnen befanden sich ca. 4.000 Juden, die – irgendwann in ihrer Vergangenheit – zu einer Haftstrafe von bis zu 4 Wochen verurteilt worden waren. Aus Hamburg traf die Aktion ca. 700 Männer, darunter 200 Juden. Sie wurden in das KZ Sachsenhausen verschleppt, wo sich viele von ihnen noch immer befanden, als die ersten Verhafteten des Novemberpogroms 1938 eintrafen. Die Veranstaltung gibt einen Einblick in die Hintergründe und den Ablauf dieser wenig bekannten Verhaftungswelle.

Nach einer Einführung von Dr. Beate Meyer präsentieren Referentinnen aus dem Projekt „Stolpersteine in Hamburg – biographische Spurensuche“ Lebensläufe von betroffenen Hamburger Juden.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Landeszentrale für politische Bildung Hamburg. Eintritt frei.

Montag, 3. Februar 2020, 19.00 Uhr

AUSGEBUCHT! Keine Anmeldung mehr möglich.

Stummfilm mit Akkordeonbegleitung

Die Carmen von St. Pauli

D 1928, 95 min., Regie: Erich Waschneck, mit Jenny Jugo und Willy Fritsch

Der Hamburger Bootsmaat Klaus Brandt lässt sich von der Seeräuberbraut Jenny, Star der Hafenkaschemme „Zum Guten Ankergrund“, in die dunklen Geschäfte der Schmugglerbande »Hafenratten« hineinziehen - und gerät in Verdacht, den Mord an einem Rivalen begangen zu haben. „Die Carmen von St. Pauli“ ist eine sehr freie Bearbeitung der Oper von Georges Bizet vor dem kontrastreichen Hintergrund der realen Arbeitswelt im Hamburger Hafen der 1920er Jahre sowie den spätexpressionistischen Kulissen der UfA-Studios in Babelsberg.

Die Akkordeonistin Natalie Böttcher lässt die neorealistische Szenerie der blühenden Schattenwirtschaft und anstehenden Weltwirtschaftskrise mit der Klangfarbenpracht der französischen Musette und der hamburgischen Seemannslieder aufleben.

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

Eine Veranstaltung des Deutsch-französischen Kulturfestivals arabesques in Kooperation mit dem Mahnmal St. Nikolai.

Foto: Theo Grohen

Montag, 27. Januar 2020, 18.30 Uhr

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus  Gedenkveranstaltung

18.30 Uhr      Carillonkonzert, am Spieltisch Werner Lamm

19.00 Uhr      Ökumenische Andacht. Liturgische Gestaltung: Hauptpastor und Propst Dr. Martin Vetter (Hauptkirche St. Nikolai) und Pfarrer Dr. Jacek Bystron (Polnische Katholische Mission)

anschließend

Eröffnung der Sonderausstellung

„Im Reich der Nummern, wo die Männer keine Namen haben.“ Haft und Exil der Novemberpogrom-Gefangenen im KZ Sachsenhausen.

Begrüßung und Moderation: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Grußwort: David Patrician, freier Journalist und Tagungsleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Einführender Vortrag: Dr. Astrid Ley, Gedenkstätte Sachsenhausen, Kuratorin der Ausstellung

Musikalische Begleitung: Miriam Sharoni (Gesang) und Werner Lamm (Klavier)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, Politi­sches Bildungsforum Hamburg, und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg. Eintritt frei.

Mittwoch, 22. Januar 2020, 18.00 Uhr

Vortrag

Zerbrochene Erwartungen

Wie war die Situation der homosexuellen Männer, die aus dem Konzentrationslager entlassen wurden, nach dem Ende der NS-Zeit? Welche Erwartungen hatten diese Männer an die Zukunft?

Der Historiker Dr. Gottfried Lorenz stellt in seinem Vortrag Menschen vor, die den Nationalsozialismus überlebt und nach dem Krieg in Hamburg ihr Leben aufgebaut haben. Er berichtet u.a. von den Erfahrungen von Gustav Pannier, Dr. Paul Biederich und Oskar Kertscher. Letzterer klagte beim Bundes­ver­fassungs­gericht gegen den § 175. Der Vortrag zeigt die Diskrepanz zwischen (schein­barer) Befrei­ung und Kontinuität der Verfolgung auf.

Kooperationsveranstaltung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit der Initiative „Gemeinsam gegen das Vergessen - Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer" und dem Mahnmal St. Nikolai. Eintritt frei.

Freitag, 17. Januar 2020, 18.00 Uhr

Vortrag

Überlebt! Und nun?

Alyn Beßmann und Lennart Onken (beide KZ-Gedenkstätte Neuengamme) haben gemeinsam die aktuell im Rathaus gezeigte Ausstellung „Überlebt! Und nun? NS-Verfolgte in Hamburg nach ihrer Befreiung“ entwickelt. Sie schildern in ihrem Vortrag die Lebensumstände von KZ-Häftlingen und anderen Verfolgten in und aus Hamburg in den ersten Wochen und Monaten nach dem Kriegsende. Viele hatten den nationalsozialistischen Terror nur um Haaresbreite überlebt, waren ausgezehrt, schwer krank und besaßen nur noch, was sie auf dem Leib trugen. Wo konnten sie Essen und medizinische Versorgung erhalten? Wie sollten sie nach Hause kommen? Hatten ihre Angehörigen die Verfolgung überlebt? Die Rückkehr in ein „normales“ Leben stellte viele Überlebende vor Probleme und blieb oftmals ein schwieriger Prozess. 75 Jahre nach der Befreiung durch die Alliierten hält das Kuratoren-Team Rückschau auf die ersten Monate in Hamburg nach dem Kriegsende und berichtet anhand vieler Beispiele von den Erfahrungen, Hoffnungen und Enttäuschungen der Befreiten.

Eine Veranstaltung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Kooperation mit dem Mahnmal St. Nikolai im Rahmen der im Foyer des Hamburger Rathauses gezeigten Ausstellung "Überlebt! Und nun?".

Eintritt frei.

Foto: Befreite Häftlinge des KZ Neuengamme in Malmö, 11. Mai 1945. © Bilder i Syd, Malmö, 01839281

Mittwoch, 1. Januar 2020, 15.00 Uhr

Carillon-Neujahrskonzert

Das Jahr 2020 wird eingeläutet von den 51 chromatisch gestimmten Glocken des Turmglockenspiels des Mahnmals St. Nikolai.
Am Spieltisch: Werner Lamm
Das Konzert ist im Freien auf dem Platz des ehemaligen Kirchschiffs zu hören. Eintritt frei.
Werner Lamm - Kirchenmusiker in Hamburg, Musikstudium in Dortmund, Hamburg und Paris. Leitet die Bramfelder und die Harburger Kantorei. Konzerte in Japan, USA und den meisten europäischen Ländern, Gastdozent an Hochschulen in London und Hamburg. Das Carillonspiel lernte er schon als Jugendlicher in Frankreich, am Mahnmal St. Nikolai spielt er regelmäßig seit 2006.