Veranstaltungen – Archiv 2020


Mittwoch, 22. Juli 2020, 19.00 Uhr  

Lesung und Gespräch mit Andrea von Treuenfeld

Leben mit Auschwitz – Momente der Geschichte und Erfahrungen der Dritten Generation

Andrea von Treuenfeld liest aus ihrem aktuellen Buch „Leben in Auschwitz – Momente der Geschichte und Erfahrungen der dritten Generation“. Darin kommen jüngere Nachfahren von Holocaust-Überlebenden zu Wort. Den Enkelinnen und Enkeln von Auschwitz-Überlebenden wird der Raum gegeben, ihre Geschichten und die ihrer Angehörigen zu erzählen und zu reflektieren. Die Autorin und ihr Werk erzählen nicht nur etwas über die unvorstellbaren Gräueltaten, sondern auch, wie tief die Überlebenden durch dieses Leid geprägt wurden und die daraus resultierenden Traumata an ihre Nachkommen weitergaben.

Moderation: Sarah Grandke (KZ-Gedenkstätte Neuengamme).

Eine Veranstaltung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Kooperation mit dem Mahnmal St Nikolai.

Eintritt frei.

Anmeldung per Mail erforderlich : amina.edzards@gedenkstaetten.hamburg.de

Samstag 14. Juni 2020, 11.00-13.00 und 15.00-17.00 Uhr  

Diese Veranstaltung musste leider ausfallen.

11. Sommerkonzert Norddeutscher Carillonneure

Das Turmglockenspiel (Carillon) des Mahnmals St. Nikolai besteht aus 51 Glocken mit einem Gesamtgewicht von 13 Tonnen. Der chromatische Tonumfang beträgt mehr als vier Oktaven, womit das Carillon von St. Nikolai eines der größten Deutschlands ist. 1993 wurde es in den Turm der früheren Hauptkirche St. Nikolai eingebaut.

Zum großen Sommerkonzert lassen Carillonneure aus Hamburg, Kiel und Flensburg das Turmglockenspiel erklingen.

Das Konzert ist im Freien auf dem Platz des ehemaligen Kirchschiffs zu hören.

Eintritt frei, Spende erbeten.

Dienstag 2. Juni 2020, 19.00 Uhr  

Diese Veranstaltung wird bis auf weiteres verschoben.

Demokratie und Diktatur nach 1945.

Ein Zeitzeugengespräch mit Monika Schneider und Thomas Raufeisen über Stasi-Haft, die Folgen und den Alltag einer Diktatur

Thomas Raufeisen (geb. 1962 in Hannover) verbrachte seine Jugend im Westen. Sein Vater, damals Geophysiker beim westdeutschen Industrieunternehmen Preussag, war als Inoffizieller Mitarbeiter für das Ministerium für Staatssicherheit tätig. 1979 drohte ihm eine Verhaftung wegen Spionage, sodass die Familie Raufeisen in die DDR ausreisen und fortan dort wohnen musste. 1980/1981 misslangen mehrere Fluchtversuche der Familie. Der nun 19jährige Thomas wurde wegen "ungesetzlichen Grenzübertritts" und "landesverräterischer Agententätigkeit" zu drei Jahren Haft verurteilt. 1984 konnte er zurück in die Bundesrepublik. Heute arbeitet er freiberuflich im Bereich der politischen Bildung u. a. als Besucherreferent in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.

Monika Schneider (geb. 1956 in Freital) war beim Stadtbezirksgericht Berlin-Mitte, später in der Verwaltung der Staatlichen Museen auf der Berliner Museumsinsel tätig. Im Januar 1983 versuchte sie mit Hilfe eines westdeutschen Freundes über Prag in die Bundesrepublik zu fliehen. Sie wurde verhaftet und wegen "versuchter Republikflucht" zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Ihr Freund protestierte vor dem Berliner Grenzübergang Checkpoint Charlie für ihre Haftentlassung. Im Rahmen des Häftlingsfreikaufs gelangte sie im April 1985 in die Bundesrepublik.

Moderation: Dr. Jens Hüttmann, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg. Eintritt frei.

Foto: Ruth Stoltenberg

Donnerstag 14. Mai 2020, 19.00 Uhr  

Diese Veranstaltung wird bis auf weiteres verschoben.

Ausstellungseröffnung

„Objekt 1 - Untersuchungshaftanstalt und Haftkrankenhaus Berlin-Hohenschönhausen“. Eine fotografische Arbeit von Ruth Stoltenberg

Anlässlich des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit zeigt die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg im Mahnmal St. Nikolai Fotografien von Ruth Stoltenberg, die sich mit dem ehemaligen Stasigefängnis Berlin-Hohenschönhausen und dem zugehörigen Haftkrankenhaus aus einem sehr persönlichen Blickwinkel auseinandersetzen. Dieser Ort von Repression und Gewalt und intensive Gespräche mit inhaftierten Zeitzeugen haben die Fotografin so tief bewegt, dass sich daraus eine sensible fotografische Arbeit entwickelt hat. Im Mittelpunkt stehen dabei die täglichen Verhöre der ehemaligen Gefangenen, die der Willkür und den Zersetzungsstrategien des SED-Regimes hilflos ausgeliefert waren.

Zur Ausstellungseröffnung diskutiert Dr. Jens Hüttmann (Landeszentrale für politische Bildung Hamburg) u. a. mit der Fotografin Ruth Stoltenberg, Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und Dr. Helge Heidemeyer, Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen (beide angefragt).

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Foto: Ruth Stoltenberg

Samstag 9. Mai 2020, Live-Übertragung im Fernsehen:
NDR Info Extra 15.50 - 16.45 Uhr

Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag des Kriegsendes in Hamburg

1945 – 2020. Kriegsende – Befreiung – Frieden – Neuanfang

Mit der Unterzeichnung der deutschen Kapitulation endete am 8. Mai 1945 offiziell der Zweite Weltkrieg in Europa. In Hamburg war der Krieg bereits am 3. Mai mit dem Einmarsch britischer Truppen zu Ende gegangen. An dieses einschneidende Datum soll auf dem Platz der im Bombenkrieg zerstörten früheren Hauptkirche St. Nikolai erinnert werden.

Hauptredner ist der Erste Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Peter Tschentscher. Zudem wird der 1. Vorsitzende des Vereins, Klaus Francke, sprechen und es werden Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen von Schauspielerinnen und Schauspielern gelesen. Eingerahmt wird die Veranstaltung durch Musik des großen Glockenspiels (Werner Lamm) und das Ensemble „Tuten und Blasen“.

Zum Abschluss ist ein Glockenläuten aller Hauptkirchen geplant.

Der Szenograph Michael Batz hat die Gestaltung der Gedenkfeier übernommen.

Da wegen der aktuellen Corona-Pandemie Besucherinnen und Besucher nicht am Gedenken teilnehmen können, überträgt NDR.de die Veranstaltung am Samstag, den 9. Mai um 15.50 Uhr im NDR Fernsehen und im Livestream. Moderation: Julia-Niharika Sen.

Foto: IWM, 5112

Freitag 8. Mai 2020, ab 10.00 Uhr hier  

Gemeinsame Videoandacht der fünf Hamburger Hauptkirchen aus dem Mahnmal St. Nikolai

Anlässlich des Kriegsendes vor 75 Jahren gedenken die fünf Hamburger Hauptpastor*innen Astrid Kleist (St. Jacobi), Jens-Martin Kruse (St. Petri), Martin Vetter (St. Nikolai), Ulrike Murmann (St. Katharinen) und Alexander Röder (St. Michaelis) in einer gemeinsamen Andacht am 8. Mai der Befreiung. Die musikalische Gestaltung übernehmen Werner Lamm (Carillon), Thomas Dahl (Flügel), Jessy Martens (Gesang) und die Kantorei von St. Nikolai (Klosterstern).

Die Andacht wird am 8. Mai ab 10.00 Uhr auf allen Internetseiten der Hamburger Hauptkirchen zu sehen sein.

Samstag, 25. April 2019, 18.00 bis 2.00 Uhr

Diese Veranstaltung musste leider entfallen.

DIE LANGE NACHT DER MUSEEN  

Motto: Aufgewacht und hingeschaut                                                     

Sonderausstellung: "Im Reich der Nummern"

Hamburgs höchster Kirchturm – Blick über die Stadt.  Von der Aussichtsplattform des Turms eröffnet sich ein eindrucksvolles Panorama über die Stadt und den Hafen (18.00 - 22.30 Uhr)

  • 18.00 und 20.45    Carillon-Konzert: Werner Lamm spielt das große Turmglockenspiel
  • 18.30, 20.30 und 21.30     Von Burgen, Kirchen und Kaufleuten -  Ausgrabungen an der Neuen Burg. Vortrag des Archäologen Kay Suchowa
  • 19.00    „Dat Du mien Leevsten büs“. Hamburger Lieder mit den „Bramfelder Jungs“ und Werner Lamm
  • 19.30 und 21.00    Gomorrha 1943 – Die Zerstörung Hamburgs im Luftkrieg. Führung durch die Dauerausstellung, Torben Dannhauer
  • 20.00     „Snuten un Poten“. Lieder der Gebrüder Wolf mit den „Bramfelder Jungs“ und Werner Lamm
  • 22.00 und 22.30   „Im Reich der Nummern“. Kurzführung durch die Sonderausstellung mit Sandra Wachtel
  • 23.00 und 00.00    Film: KZ-Häftlinge im Bombenkrieg. Überlebende des KZ Neuengamme berichten.
  • 23.30   Film: „Feuer fiel vom Himmel“. Der Hamburger Feuersturm in Berichten von Augenzeugen
  •  Kulinarisches: Herzhafte Snacks und Getränke

Eintritt: € 17,- ermäßigt € 12,- (gilt für alle teilnehmenden Museen an diesem Abend sowie am Sonntag, dem 26.4.2020)

Das ganze Programm finden Sie unter www.langenachtdermuseen-hamburg.de

Donnerstag 23. April 2020, 19.00 Uhr  

Diese Veranstaltung musste leider entfallen.

Vortrag

Flucht aus Nazi-Deutschland - Exil in der Türkei

Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 versuchten politisch wie auch rassisch Verfolgte aus Deutschland zu emigrieren. Eines der weniger bekannten Exilländer ist die Türkei. Dabei konnten zahlreiche Wissenschaftler aus Deutschland hohe Positionen in türkischen Regierungsinstitutionen und insbesondere an der Istanbuler Universität einnehmen.

Dr. Corry Guttstadt, Historikerin und Turkologin, zeichnet am Beispiel der Lebensläufe von aus Hamburg Emigrierten dieses besondere Exil nach.

Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Im Rahmen der TAGE DES EXILS 2020 https://www.tagedesexils.de/

Eintritt frei.

Donnerstag 2. April 2020, 19.00 Uhr  

Diese Veranstaltung musste leider entfallen.

Buchvorstellung  

Gewalt im November 1938. Die „Reichskristallnacht” – Initial zum Holocaust

Mit der „Reichskristallnacht” begann offene Gewalt gegen Juden, staatlich inszeniert, ausgeübt nicht nur von fanatischen Nationalsozialisten, sondern auch von Menschen, die zuvor freundliche Nachbarn und friedliche Mitbürger waren.

In seinem Buch Gewalt im November 1938. Die „Reichskristallnacht“ – Initial zum Holocaust (2018) legt Wolfgang Benz dar, dass die Pogrome im November – Brandstiftung gegen Synagogen, Plünderung und öffentliche Misshandlung der Juden – ein Rückfall in finstere Barbarei waren. Ihnen folgten die Beraubung und Entrechtung der Juden durch die Regierung, die NSDAP und eine willfährige Bürokratie. Anfang 1939 war die wirtschaftliche und öffentliche Existenz der deutschen Juden zerstört. Der Ghettoisierung in „Judenhäusern”, Reglementierung des Alltags, Zwangsarbeit und schließlich völligen Rechtlosigkeit folgten das Verbot der Auswanderung, die Kennzeichnung mit dem „Judenstern”, die Deportation in Ghettos und Vernichtungsstätten im Osten und der organisierte systematische Judenmord. Die „Reichskristallnacht” war der Auftakt zum Holocaust.

Prof. Dr. Wolfgang Benz (Berlin) ist Professor em. an der Technischen Universität Berlin. Bis 2011 war er Leiter des dortigen Zentrums für Antisemitismusforschung.

Moderation: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Eintritt frei.

Donnerstag 26. März 2020, 19.00 Uhr  

Diese Veranstaltung musste leider entfallen.

Vortrag

Die Masseninternierungen nach dem Novemberpogrom 1938: Antisemitischer Terror und jüdische Selbstbehauptungen im Konzentrationslager

Der Pogrom am 9. November 1938 markiert einen Einschnitt in der Verfolgungsgeschichte der Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus. Er steht für antisemitischen Terror bis dahin unerreichten Ausmaßes, im Zuge dessen über 26.000 jüdische Männer in die Konzentrationslager Sachsenhausen, Buchenwald und Dachau verschleppt wurden. Dort wurden sie weit schlechter behandelt als die übrigen Gefangenen. Mit den Massenverhaftungen sollte der Auswanderungsdruck auf die deutschen Juden massiv erhöht werden.

In ihrem Vortrag rekonstruiert Kim Wünschmann (München) die Ereignisse rund um die Massen­internierungen in den Tagen nach dem Novemberpogrom, fragt nach den Haft- und Entlassungsbedingungen und analysiert, wie die Verfolgten die historische Situation erlebten und welche Strategien der Selbstbehauptung sie entwickelten.

Moderation: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Dr. Kim Wünschmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und Koordinatorin der LMU am Zentrum für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte München.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Eintritt frei.

28. Januar bis 30. April 2020, täglich von 10.00 – 17.00 Uhr

Aufgrund der Schließung war die Sonderausstellung leider nur bis zum 14. März zu sehen.

Sonderausstellung

„Im Reich der Nummern, wo die Männer keine Namen haben“

Haft und Exil der Novemberpogrom-Gefangenen im KZ Sachsenhausen

Nach der Pogromnacht am 9. November 1938, bei der Schlägertrupps der NSDAP und SA vor aller Augen reichsweit Synagogen in Brand setzten, jüdische Bürger misshandelten und ihre Geschäfte und Wohnungen zertrümmerten, wurden 27.000 jüdische Männer in ganz Deutschland verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt, über 6.300 von ihnen in das nödlich von Berlin gelegene KZ Sachsenhausen. Ziel der Massenverhaftungen war es, den Auswanderungsdruck auf die deutschen Juden massiv zu erhöhen. Tatsächlich wurde die große Mehrheit nach einigen Wochen unter der Auflage wieder entlassen, sofort aus Deutschland zu emigrieren. Viele von ihnen überlebten in der Folge das NS-Regime und den Krieg.

Die Ausstellung stellt anhand von  zwölf gut belegten Biographien Schicksale von nach dem November-Pogrom in Sachsenhausen internierten jüdischen Männern und ihren Familien vor. Angehörige der 2. und 3. Generation berichten, wie Deportation, Flucht und Exil das Leben ihrer (Groß-)Eltern beeinflussten und welche Bedeutung diese Erfahrungen heute in den betroffenen Familien haben. 

Die Ausstellung wurde von Dr. Astrid Ley, stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte Sachsenhausen, kuratiert und erstmalig 2018 parallel im Berliner Abgeordnetenhaus und im Holocaust Museum Houston (Tx., USA) präsentiert.

Die Präsentation der Ausstellung in Hamburg ist eine Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und wird gefördert von der Axel Springer Stiftung.

Eintritt frei.

Donnerstag, 19. März 2020, 18.00 Uhr

Diese Veranstaltung musste leider entfallen.

Vortrag

Demokratie auf dem Prüfstand. Polen 2015 - 2020

Im Rahmen ihrer Reihe „Was wäre, wenn…? Über aktuelle Gefährdungen der Demokratie“ wirft die Landeszentrale mit diesem Vortrag einen Blick ins europäische Ausland. Die Diskussion um die Veränderungen der polnischen Politik in den letzten Jahren ist intensiv und kontrovers. Diese Debatten werden auch in Deutschland geführt und begleitet. Daher wird Prof. Dr. Dr. h.c. Wlodzimierz Borodziej (Warschau), einer der wichtigsten Historiker Polens, einen zusammenfassenden Überblick über die Entwicklungen der Politik und des politischen Diskurses in Polen geben.

Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg in Kooperation mit dem Mahnmal St. Nikolai.

Eintritt frei.

Dienstag 17. März 2020, 19.00 Uhr      

Diese Veranstaltung musste leider entfallen.

Vortrag

Lucie Borchardt und die Fairplay-Reederei – eine starke Frau in schweren Zeiten

Die 1905 gegründete „Fairplay Schleppdampfschiffs-Reederei Richard Borchardt“ wurde nach dem Tod des jüdischen Firmeninhabers Richard Borchardt von dessen Ehefrau Lucie Borchardt übernommen. In den Jahren 1935 bis 1938 ermöglichte die Reederin in enger Zusammenarbeit mit der zionistischen Jugendbewegung „Hechaluz“ jungen Juden die Flucht aus Deutschland. Sie konnten auf den Schiffen der Reederei eine Ausbildung machen und so eine der Voraussetzungen für die Einwanderung nach Palästina erfüllen. 1938 wurde das Unternehmen nicht unmittelbar „arisiert“, sondern in die vom NSDAP-Gauleiter Karl Kaufmann kontrollierte „Fairplay-Stiftung Hamburg“ umgewandelt. Lucie Borchardt emigrierte im August 1938 nach Großbritannien und baute sich dort eine neue Existenz auf.

Die Historikerin Sandra Wachtel, Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, stellt das Leben dieser außergewöhnlichen Hamburgerin vor.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Eintritt frei.

Foto: Archiv Fairplay Schleppdampfschiffs-Reederei

Dienstag, 25. Februar 2020, 18.30 Uhr

Konzert und Film

Spiralen der Erinnerung

Das Duo Les Maries (Marie-Laure Timmich und Klaus Sieg) interpretiert Perlen deutscher und französischer Filmmusik. Mit Liedern von Hildegard Knef stimmt Les Maries ein auf den anschließend laufenden Film „Die Mörder sind unter uns“ (D 1946, 81 min., Regie und Drehbuch: Wolfgang Staudte). Dieser erste deutsche Film der Nachkriegszeit spielt im zerbombten Berlin. Die junge Fotografin Susanne (Hildegard Knef) kehrt aus dem Konzentrationslager in ihre Wohnung zurück. Dort trifft sie auf den früheren Militärarzt Hans Merten (Ernst Wilhelm Borchert), der seine quälenden Erinnerungen in Alkohol ertränkt. Als er mit ihrer Hilfe wieder Fuß zu fassen beginnt, begegnet ihm sein früherer Hauptmann (Arno Paulsen), der im Krieg eine Vergeltungsaktion gegen polnische Zivilbevölkerung befohlen hatte. Wird Susanne Hans davon abhalten können, Selbstjustiz zu üben?

Eintritt frei. Eine Veranstaltung des deutsch-französischen Kulturfestivals arabesques in Kooperation mit dem Mahnmal St. Nikolai.

Montag, 17. Februar 2020, 19.00 Uhr

Vortrag

Die jüdischen Häftlinge der „Juni-Aktion“ 1938 in Hamburg – Das Vorspiel zum Novemberpogrom

Im Juni 1938 verhaftete die Kriminalpolizei reichsweit 12.000 Männer als „Asoziale“ bzw. „Arbeitsscheue“ und lieferte sie in Konzentrationslager ein. Unter ihnen befanden sich ca. 4.000 Juden, die – irgendwann in ihrer Vergangenheit – zu einer Haftstrafe von bis zu 4 Wochen verurteilt worden waren. Aus Hamburg traf die Aktion ca. 700 Männer, darunter 200 Juden. Sie wurden in das KZ Sachsenhausen verschleppt, wo sich viele von ihnen noch immer befanden, als die ersten Verhafteten des Novemberpogroms 1938 eintrafen. Die Veranstaltung gibt einen Einblick in die Hintergründe und den Ablauf dieser wenig bekannten Verhaftungswelle.

Nach einer Einführung von Dr. Beate Meyer präsentieren Referentinnen aus dem Projekt „Stolpersteine in Hamburg – biographische Spurensuche“ Lebensläufe von betroffenen Hamburger Juden.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Landeszentrale für politische Bildung Hamburg. Eintritt frei.

Montag, 3. Februar 2020, 19.00 Uhr

AUSGEBUCHT! Keine Anmeldung mehr möglich.

Stummfilm mit Akkordeonbegleitung

Die Carmen von St. Pauli

D 1928, 95 min., Regie: Erich Waschneck, mit Jenny Jugo und Willy Fritsch

Der Hamburger Bootsmaat Klaus Brandt lässt sich von der Seeräuberbraut Jenny, Star der Hafenkaschemme „Zum Guten Ankergrund“, in die dunklen Geschäfte der Schmugglerbande »Hafenratten« hineinziehen - und gerät in Verdacht, den Mord an einem Rivalen begangen zu haben. „Die Carmen von St. Pauli“ ist eine sehr freie Bearbeitung der Oper von Georges Bizet vor dem kontrastreichen Hintergrund der realen Arbeitswelt im Hamburger Hafen der 1920er Jahre sowie den spätexpressionistischen Kulissen der UfA-Studios in Babelsberg.

Die Akkordeonistin Natalie Böttcher lässt die neorealistische Szenerie der blühenden Schattenwirtschaft und anstehenden Weltwirtschaftskrise mit der Klangfarbenpracht der französischen Musette und der hamburgischen Seemannslieder aufleben.

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

Eine Veranstaltung des Deutsch-französischen Kulturfestivals arabesques in Kooperation mit dem Mahnmal St. Nikolai.

Foto: Theo Grohen

Montag, 27. Januar 2020, 18.30 Uhr

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus  Gedenkveranstaltung

18.30 Uhr      Carillonkonzert, am Spieltisch Werner Lamm

19.00 Uhr      Ökumenische Andacht. Liturgische Gestaltung: Hauptpastor und Propst Dr. Martin Vetter (Hauptkirche St. Nikolai) und Pfarrer Dr. Jacek Bystron (Polnische Katholische Mission)

anschließend

Eröffnung der Sonderausstellung

„Im Reich der Nummern, wo die Männer keine Namen haben.“ Haft und Exil der Novemberpogrom-Gefangenen im KZ Sachsenhausen.

Begrüßung und Moderation: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Grußwort: David Patrician, freier Journalist und Tagungsleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Einführender Vortrag: Dr. Astrid Ley, Gedenkstätte Sachsenhausen, Kuratorin der Ausstellung

Musikalische Begleitung: Miriam Sharoni (Gesang) und Werner Lamm (Klavier)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, Politi­sches Bildungsforum Hamburg, und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg. Eintritt frei.

Mittwoch, 22. Januar 2020, 18.00 Uhr

Vortrag

Zerbrochene Erwartungen

Wie war die Situation der homosexuellen Männer, die aus dem Konzentrationslager entlassen wurden, nach dem Ende der NS-Zeit? Welche Erwartungen hatten diese Männer an die Zukunft?

Der Historiker Dr. Gottfried Lorenz stellt in seinem Vortrag Menschen vor, die den Nationalsozialismus überlebt und nach dem Krieg in Hamburg ihr Leben aufgebaut haben. Er berichtet u.a. von den Erfahrungen von Gustav Pannier, Dr. Paul Biederich und Oskar Kertscher. Letzterer klagte beim Bundes­ver­fassungs­gericht gegen den § 175. Der Vortrag zeigt die Diskrepanz zwischen (schein­barer) Befrei­ung und Kontinuität der Verfolgung auf.

Kooperationsveranstaltung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit der Initiative „Gemeinsam gegen das Vergessen - Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer" und dem Mahnmal St. Nikolai. Eintritt frei.

Freitag, 17. Januar 2020, 18.00 Uhr

Vortrag

Überlebt! Und nun?

Alyn Beßmann und Lennart Onken (beide KZ-Gedenkstätte Neuengamme) haben gemeinsam die aktuell im Rathaus gezeigte Ausstellung „Überlebt! Und nun? NS-Verfolgte in Hamburg nach ihrer Befreiung“ entwickelt. Sie schildern in ihrem Vortrag die Lebensumstände von KZ-Häftlingen und anderen Verfolgten in und aus Hamburg in den ersten Wochen und Monaten nach dem Kriegsende. Viele hatten den nationalsozialistischen Terror nur um Haaresbreite überlebt, waren ausgezehrt, schwer krank und besaßen nur noch, was sie auf dem Leib trugen. Wo konnten sie Essen und medizinische Versorgung erhalten? Wie sollten sie nach Hause kommen? Hatten ihre Angehörigen die Verfolgung überlebt? Die Rückkehr in ein „normales“ Leben stellte viele Überlebende vor Probleme und blieb oftmals ein schwieriger Prozess. 75 Jahre nach der Befreiung durch die Alliierten hält das Kuratoren-Team Rückschau auf die ersten Monate in Hamburg nach dem Kriegsende und berichtet anhand vieler Beispiele von den Erfahrungen, Hoffnungen und Enttäuschungen der Befreiten.

Eine Veranstaltung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Kooperation mit dem Mahnmal St. Nikolai im Rahmen der im Foyer des Hamburger Rathauses gezeigten Ausstellung "Überlebt! Und nun?".

Eintritt frei.

Foto: Befreite Häftlinge des KZ Neuengamme in Malmö, 11. Mai 1945. © Bilder i Syd, Malmö, 01839281

Mittwoch, 1. Januar 2020, 15.00 Uhr

Carillon-Neujahrskonzert

Das Jahr 2020 wird eingeläutet von den 51 chromatisch gestimmten Glocken des Turmglockenspiels des Mahnmals St. Nikolai.
Am Spieltisch: Werner Lamm
Das Konzert ist im Freien auf dem Platz des ehemaligen Kirchschiffs zu hören. Eintritt frei.
Werner Lamm - Kirchenmusiker in Hamburg, Musikstudium in Dortmund, Hamburg und Paris. Leitet die Bramfelder und die Harburger Kantorei. Konzerte in Japan, USA und den meisten europäischen Ländern, Gastdozent an Hochschulen in London und Hamburg. Das Carillonspiel lernte er schon als Jugendlicher in Frankreich, am Mahnmal St. Nikolai spielt er regelmäßig seit 2006.