Veranstaltungen – Aktuell


Das Mahnmal St. Nikolai bietet ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm

Ob Vortrag, Lesung oder Konzert – unter dem Motto Kultur in der Krypta findet eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen statt. Mit der Veranstaltungsreihe Erinnern im Mahnmal wird regelmäßig der Opfer und Ereignisse gedacht, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Nazi-Regime stehen. Unter der Rubrik Gäste im Mahnmal finden regelmäßig Gastveranstaltungen in der Krypta statt.

Jeden Donnerstag um 12 Uhr: Carillon-Konzert auf dem Turmglockenspiel
Donnerstag, 12. Dezember 2019, 18.30 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr)

Menschenrechte! – Weiter nur ein Traum?

Die Verabschiedung der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ (AEMR)  am 10. Dezember 1948 war ein historischer Moment: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“. Mit diesem Satz haben die Vereinten Nationen jedem Menschen auf dieser Erde – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder sozialem Status – die gleichen Rechte und Freiheiten zugesichert.  Ein Blick auf das Weltgeschehen zeigt: Weiterhin werden weltweit Menschenrechte schwer verletzt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat es sich zur Aufgabe gesetzt, für die Einhaltung der Menschenrechte einzutreten und auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen.

Die in 30 Artikeln formulierten Menschenrechte werden uns an diesem Abend in einer musikalischen Lesung vorgestellt, vorgetragen von dem Schauspieler Sebastian Dunkelberg. Die gebürtige Iranerin Parva Ahmadi liest ergänzend Auszüge aus der bekannten Rede von Martin Luther King, dessen Todestag sich im vergangenen Jahr zum 50. Male jährte. Musikalische Begleitung durch das Duo WinWin (Stefan Goreiski und Martin Hamborg). Konzeption und Einführung: Konrad Singer.

Im Anschluss an die musikalische Lesung besteht die Möglichkeit zum Austausch mit den Künstlerinnen und Künstlern.

In Kooperation mit Amnesty International Hamburg. Eintritt frei. 

Sonderausstellung noch bis 12. Dezember, täglich 10 - 17 Uhr 

Leben in der Utopie oder: Der Alltag in einem verschwundenen Staat

Ausstellung zum 30. Jahrestag des Mauerfalls mit Fotos von Siegfried Wittenburg.

Stasi, Mauer, Stacheldraht – das sind die Gräuel, die viele Menschen weltweit zurecht mit der SED-Diktatur verbinden. Doch wer das Leben in der DDR verstehen will, muss sich auch mit ihrem Alltag auseinandersetzen. Erst dies ermöglicht ein konkretes Bild der Befindlichkeit der ostdeutschen Bürgerinnen und Bürger, die zwangsweise mit den politischen Um- und Zuständen ihres Landes zurechtkommen mussten.

Die in der Ausstellung anlässlich des 30. Jahrestages der friedlichen Revolution in der DDR und des Mauerfalls präsentierten Fotos von Siegfried Wittenburg ermöglichen diesen Blick ins Innere der DDR. Wittenburg, der heute einem großen Publikum durch seine viel beachteten Beiträge auf dem Zeitgeschichten-Portal einestages (SPIEGEL ONLINE) bekannt ist, begann in der DDR der späten siebziger Jahre zu fotografieren. Der Autodidakt nahm ab 1981 an Ausstellungen teil, wurde Leiter eines Fotoklubs. Als er sich der Zensur seiner Fotografien verweigerte, musste er zeitweilig seine Funktion aufgeben, erhielt Hausverbot.

Sonderausstellung  bis 12. Dezember 2019, täglich von 10 bis 17 Uhr, Eintritt zur Sonderausstellung frei. 

Eine Kooperation des Förderkreises Mahnmal St. Nikolai e.V. und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Foto: Siegfried Wittenburg, Heiligendamm-Weltanschauung 1988

Heiligabend, 24. Dezember 2019, 14.00 Uhr

Christvesper im Mahnmal St. Nikolai

Liturgie und Predigt: Pastorin Corinna Senf, Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern

Weihnachtliche Musik und Liedbegleitung: Waldemar Saez-Eggers, Klavier, und Lucia Julia Mundt, Harfe

Ab 13.30 Uhr erklingt das Turmglockenspiel

Am Spieltisch: Antonia Krödel

Mittwoch, 1. Januar 2020, 15.00 Uhr

Carillon-Neujahrskonzert

Das Jahr 2020 wird eingeläutet von den 51 chromatisch gestimmten Glocken des Turmglockenspiels des Mahnmals St. Nikolai.
Am Spieltisch: Werner Lamm
Das Konzert ist im Freien auf dem Platz des ehemaligen Kirchschiffs zu hören. Eintritt frei.
Werner Lamm - Kirchenmusiker in Hamburg, Musikstudium in Dortmund, Hamburg und Paris. Leitet die Bramfelder und die Harburger Kantorei. Konzerte in Japan, USA und den meisten europäischen Ländern, Gastdozent an Hochschulen in London und Hamburg. Das Carillonspiel lernte er schon als Jugendlicher in Frankreich, am Mahnmal St. Nikolai spielt er regelmäßig seit 2006.
Freitag, 17. Januar 2020, 18.00 Uhr

Vortrag

Überlebt! Und nun?

Alyn Beßmann und Lennart Onken (beide KZ-Gedenkstätte Neuengamme) haben gemeinsam die aktuell im Rathaus gezeigte Ausstellung „Überlebt! Und nun? NS-Verfolgte in Hamburg nach ihrer Befreiung“ entwickelt. Sie schildern in ihrem Vortrag die Lebensumstände von KZ-Häftlingen und anderen Verfolgten in und aus Hamburg in den ersten Wochen und Monaten nach dem Kriegsende. Viele hatten den nationalsozialistischen Terror nur um Haaresbreite überlebt, waren ausgezehrt, schwer krank und besaßen nur noch, was sie auf dem Leib trugen. Wo konnten sie Essen und medizinische Versorgung erhalten? Wie sollten sie nach Hause kommen? Hatten ihre Angehörigen die Verfolgung überlebt? Die Rückkehr in ein „normales“ Leben stellte viele Überlebende vor Probleme und blieb oftmals ein schwieriger Prozess. 75 Jahre nach der Befreiung durch die Alliierten hält das Kuratoren-Team Rückschau auf die ersten Monate in Hamburg nach dem Kriegsende und berichtet anhand vieler Beispiele von den Erfahrungen, Hoffnungen und Enttäuschungen der Befreiten.

Eine Veranstaltung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Kooperation mit dem Mahnmal St. Nikolai im Rahmen der im Foyer des Hamburger Rathauses gezeigten Ausstellung "Überlebt! Und nun?".

Eintritt frei.

Foto: Befreite Häftlinge des KZ Neuengamme in Malmö, 11. Mai 1945. © Bilder i Syd, Malmö, 01839281

Mittwoch, 22. Januar 2020, 18.00 Uhr

Vortrag

Zerbrochene Erwartungen

Wie war die Situation der homosexuellen Männer, die aus dem Konzentrationslager entlassen wurden, nach dem Ende der NS-Zeit? Welche Erwartungen hatten diese Männer an die Zukunft?

Der Historiker Dr. Gottfried Lorenz stellt in seinem Vortrag Menschen vor, die den Nationalsozialismus überlebt und nach dem Krieg in Hamburg ihr Leben aufgebaut haben. Er berichtet u.a. von den Erfahrungen von Gustav Pannier, Dr. Paul Biederich und Oskar Kertscher. Letzterer klagte beim Bundes­ver­fassungs­gericht gegen den § 175. Der Vortrag zeigt die Diskrepanz zwischen (schein­barer) Befrei­ung und Kontinuität der Verfolgung auf.

Kooperationsveranstaltung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit der Initiative „Gemeinsam gegen das Vergessen - Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer" und dem Mahnmal St. Nikolai. Eintritt frei.

Montag, 27. Januar 2020, 18.00 Uhr

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus  Gedenkveranstaltung

18.30 Uhr      Carillonkonzert, am Spieltisch Werner Lamm

19.00 Uhr      Ökumenische Andacht. Liturgische Gestaltung: Hauptpastor und Propst Dr. Martin Vetter (Hauptkirche St. Nikolai) und Pfarrer Dr. Jacek Bystron (Polnische Katholische Mission)

anschließend

Eröffnung der Sonderausstellung

„Im Reich der Nummern, wo die Männer keine Namen haben.“ Haft und Exil der Novemberpogrom-Gefangenen im KZ Sachsenhausen.

Begrüßung: Klaus Francke, Förderkreis Mahnmal St. Nikolai

Grußwort: David Patrician, freier Journalist und Tagungsleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Einführender Vortrag: Dr. Astrid Ley, Gedenkstätte Sachsenhausen, Kuratorin der Ausstellung

Moderation: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Musikalische Begleitung: Miriam Sharoni (Gesang) und Werner Lamm (Klavier)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, Politi­sches Bildungsforum Hamburg, und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg. Eintritt frei.

28. Januar bis 30. April 2020, täglich von 10.00 – 17.00 Uhr

Sonderausstellung

„Im Reich der Nummern, wo die Männer keine Namen haben“

Haft und Exil der Novemberpogrom-Gefangenen im KZ Sachsenhausen

Nach der Pogromnacht am 9. November 1938, bei der Schlägertrupps der NSDAP und SA vor aller Augen reichsweit Synagogen in Brand setzten, jüdische Bürger misshandelten und ihre Geschäfte und Wohnungen zertrümmerten, wurden 27.000 jüdische Männer in ganz Deutschland verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt, über 6.300 von ihnen in das nödlich von Berlin gelegene KZ Sachsenhausen. Ziel der Massenverhaftungen war es, den Auswanderungsdruck auf die deutschen Juden massiv zu erhöhen. Tatsächlich wurde die große Mehrheit nach einigen Wochen unter der Auflage wieder entlassen, sofort aus Deutschland zu emigrieren. Viele von ihnen überlebten in der Folge das NS-Regime und den Krieg.

Die Ausstellung stellt anhand von  zwölf gut belegten Biographien Schicksale von nach dem November-Pogrom in Sachsenhausen internierten jüdischen Männern und ihren Familien vor. Angehörige der 2. und 3. Generation berichten, wie Deportation, Flucht und Exil das Leben ihrer (Groß-)Eltern beeinflussten und welche Bedeutung diese Erfahrungen heute in den betroffenen Familien haben. 

Die Ausstellung wurde von Dr. Astrid Ley, stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte Sachsenhausen, kuratiert und erstmalig 2018 parallel im Berliner Abgeordnetenhaus und im Holocaust Museum Houston (Tx., USA) präsentiert.

Die Präsentation der Ausstellung in Hamburg ist eine Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und wird gefördert von der Axel Springer Stiftung.

Eintritt frei.