Veranstaltungen – Aktuell


Das Mahnmal St. Nikolai bietet ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm

Ob Vortrag, Lesung oder Konzert – unter dem Motto Kultur in der Krypta findet eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen statt. Mit der Veranstaltungsreihe Erinnern im Mahnmal wird regelmäßig der Opfer und Ereignisse gedacht, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Nazi-Regime stehen. Unter der Rubrik Gäste im Mahnmal finden regelmäßig Gastveranstaltungen in der Krypta statt.

Jeden Donnerstag um 12 Uhr: Carillon-Konzert auf dem Turmglockenspiel

Als Reaktion auf COVID19 stellen Kultureinrichtungen in Hamburg ihren Betrieb ein (https://bit.ly/2IOalf8). Auch das Mahnmal St. Nikolai bleibt bis auf weiteres geschlossen. Das Museum und der Panoramalift sind nicht zugänglich und auch unsere Veranstaltungen finden nicht statt.

Dienstag 17. März 2020, 19.00 Uhr      

Vortrag

Lucie Borchardt und die Fairplay-Reederei – eine starke Frau in schweren Zeiten

Die 1905 gegründete „Fairplay Schleppdampfschiffs-Reederei Richard Borchardt“ wurde nach dem Tod des jüdischen Firmeninhabers Richard Borchardt von dessen Ehefrau Lucie Borchardt übernommen. In den Jahren 1935 bis 1938 ermöglichte die Reederin in enger Zusammenarbeit mit der zionistischen Jugendbewegung „Hechaluz“ jungen Juden die Flucht aus Deutschland. Sie konnten auf den Schiffen der Reederei eine Ausbildung machen und so eine der Voraussetzungen für die Einwanderung nach Palästina erfüllen. 1938 wurde das Unternehmen nicht unmittelbar „arisiert“, sondern in die vom NSDAP-Gauleiter Karl Kaufmann kontrollierte „Fairplay-Stiftung Hamburg“ umgewandelt. Lucie Borchardt emigrierte im August 1938 nach Großbritannien und baute sich dort eine neue Existenz auf.

Die Historikerin Sandra Wachtel, Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, stellt das Leben dieser außergewöhnlichen Hamburgerin vor.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Eintritt frei.

Foto: Archiv Fairplay Schleppdampfschiffs-Reederei

28. Januar bis 30. April 2020, täglich von 10.00 – 17.00 Uhr

Sonderausstellung

„Im Reich der Nummern, wo die Männer keine Namen haben“

Haft und Exil der Novemberpogrom-Gefangenen im KZ Sachsenhausen

Nach der Pogromnacht am 9. November 1938, bei der Schlägertrupps der NSDAP und SA vor aller Augen reichsweit Synagogen in Brand setzten, jüdische Bürger misshandelten und ihre Geschäfte und Wohnungen zertrümmerten, wurden 27.000 jüdische Männer in ganz Deutschland verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt, über 6.300 von ihnen in das nödlich von Berlin gelegene KZ Sachsenhausen. Ziel der Massenverhaftungen war es, den Auswanderungsdruck auf die deutschen Juden massiv zu erhöhen. Tatsächlich wurde die große Mehrheit nach einigen Wochen unter der Auflage wieder entlassen, sofort aus Deutschland zu emigrieren. Viele von ihnen überlebten in der Folge das NS-Regime und den Krieg.

Die Ausstellung stellt anhand von  zwölf gut belegten Biographien Schicksale von nach dem November-Pogrom in Sachsenhausen internierten jüdischen Männern und ihren Familien vor. Angehörige der 2. und 3. Generation berichten, wie Deportation, Flucht und Exil das Leben ihrer (Groß-)Eltern beeinflussten und welche Bedeutung diese Erfahrungen heute in den betroffenen Familien haben. 

Die Ausstellung wurde von Dr. Astrid Ley, stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte Sachsenhausen, kuratiert und erstmalig 2018 parallel im Berliner Abgeordnetenhaus und im Holocaust Museum Houston (Tx., USA) präsentiert.

Die Präsentation der Ausstellung in Hamburg ist eine Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und wird gefördert von der Axel Springer Stiftung.

Eintritt frei.

 

Diese Veranstaltung wurde abgesagt!
Donnerstag, 19. März 2020, 18.00 Uhr

Vortrag

Demokratie auf dem Prüfstand. Polen 2015 - 2020

Im Rahmen ihrer Reihe „Was wäre, wenn…? Über aktuelle Gefährdungen der Demokratie“ wirft die Landeszentrale mit diesem Vortrag einen Blick ins europäische Ausland. Die Diskussion um die Veränderungen der polnischen Politik in den letzten Jahren ist intensiv und kontrovers. Diese Debatten werden auch in Deutschland geführt und begleitet. Daher wird Prof. Dr. Dr. h.c. Wlodzimierz Borodziej (Warschau), einer der wichtigsten Historiker Polens, einen zusammenfassenden Überblick über die Entwicklungen der Politik und des politischen Diskurses in Polen geben.

Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg in Kooperation mit dem Mahnmal St. Nikolai.

Eintritt frei.

Donnerstag 26. März 2020, 19.00 Uhr  

Vortrag

Die Masseninternierungen nach dem Novemberpogrom 1938: Antisemitischer Terror und jüdische Selbstbehauptungen im Konzentrationslager

Der Pogrom am 9. November 1938 markiert einen Einschnitt in der Verfolgungsgeschichte der Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus. Er steht für antisemitischen Terror bis dahin unerreichten Ausmaßes, im Zuge dessen über 26.000 jüdische Männer in die Konzentrationslager Sachsenhausen, Buchenwald und Dachau verschleppt wurden. Dort wurden sie weit schlechter behandelt als die übrigen Gefangenen. Mit den Massenverhaftungen sollte der Auswanderungsdruck auf die deutschen Juden massiv erhöht werden.

In ihrem Vortrag rekonstruiert Kim Wünschmann (München) die Ereignisse rund um die Massen­internierungen in den Tagen nach dem Novemberpogrom, fragt nach den Haft- und Entlassungsbedingungen und analysiert, wie die Verfolgten die historische Situation erlebten und welche Strategien der Selbstbehauptung sie entwickelten.

Moderation: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Dr. Kim Wünschmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und Koordinatorin der LMU am Zentrum für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte München.

Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Eintritt frei.

Donnerstag 2. April 2020, 19.00 Uhr  

Buchvorstellung  

Gewalt im November 1938. Die „Reichskristallnacht” – Initial zum Holocaust

Mit der „Reichskristallnacht” begann offene Gewalt gegen Juden, staatlich inszeniert, ausgeübt nicht nur von fanatischen Nationalsozialisten, sondern auch von Menschen, die zuvor freundliche Nachbarn und friedliche Mitbürger waren.

In seinem Buch Gewalt im November 1938. Die „Reichskristallnacht“ – Initial zum Holocaust (2018) legt Wolfgang Benz dar, dass die Pogrome im November – Brandstiftung gegen Synagogen, Plünderung und öffentliche Misshandlung der Juden – ein Rückfall in finstere Barbarei waren. Ihnen folgten die Beraubung und Entrechtung der Juden durch die Regierung, die NSDAP und eine willfährige Bürokratie. Anfang 1939 war die wirtschaftliche und öffentliche Existenz der deutschen Juden zerstört. Der Ghettoisierung in „Judenhäusern”, Reglementierung des Alltags, Zwangsarbeit und schließlich völligen Rechtlosigkeit folgten das Verbot der Auswanderung, die Kennzeichnung mit dem „Judenstern”, die Deportation in Ghettos und Vernichtungsstätten im Osten und der organisierte systematische Judenmord. Die „Reichskristallnacht” war der Auftakt zum Holocaust.

Prof. Dr. Wolfgang Benz (Berlin) ist Professor em. an der Technischen Universität Berlin. Bis 2011 war er Leiter des dortigen Zentrums für Antisemitismusforschung.

Moderation: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Eintritt frei.

Donnerstag 23. April 2020, 19.00 Uhr  

Vortrag

Flucht aus Nazi-Deutschland - Exil in der Türkei

Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 versuchten politisch wie auch rassisch Verfolgte aus Deutschland zu emigrieren. Eines der weniger bekannten Exilländer ist die Türkei. Dabei konnten zahlreiche Wissenschaftler aus Deutschland hohe Positionen in türkischen Regierungsinstitutionen und insbesondere an der Istanbuler Universität einnehmen.

Dr. Corry Guttstadt, Historikerin und Turkologin, zeichnet am Beispiel der Lebensläufe von aus Hamburg Emigrierten dieses besondere Exil nach.

Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Im Rahmen der TAGE DES EXILS 2020.

https://www.tagedesexils.de/

Eintritt frei.

Samstag, 25. April 2019, 18.00 bis 2.00 Uhr

DIE LANGE NACHT DER MUSEEN  

Motto: Aufgewacht und hingeschaut                                                     

Sonderausstellung: "Im Reich der Nummern"

Hamburgs höchster Kirchturm – Blick über die Stadt.  Von der Aussichtsplattform des Turms eröffnet sich ein eindrucksvolles Panorama über die Stadt und den Hafen (18.00 - 22.30 Uhr)

  • 18.00 und 20.45    Carillon-Konzert: Werner Lamm spielt das große Turmglockenspiel
  • 18.30, 20.30 und 21.30     Von Burgen, Kirchen und Kaufleuten -  Ausgrabungen an der Neuen Burg. Vortrag des Archäologen Kay Suchowa
  • 19.00    „Dat Du mien Leevsten büs“. Hamburger Lieder mit den „Bramfelder Jungs“ und Werner Lamm
  • 19.30 und 21.00    Gomorrha 1943 – Die Zerstörung Hamburgs im Luftkrieg. Führung durch die Dauerausstellung, Torben Dannhauer
  • 20.00     „Snuten un Poten“. Lieder der Gebrüder Wolf mit den „Bramfelder Jungs“ und Werner Lamm
  • 22.00 und 22.30   „Im Reich der Nummern“. Kurzführung durch die Sonderausstellung mit Sandra Wachtel
  • 23.00 und 00.00    Film: KZ-Häftlinge im Bombenkrieg. Überlebende des KZ Neuengamme berichten.
  • 23.30   Film: „Feuer fiel vom Himmel“. Der Hamburger Feuersturm in Berichten von Augenzeugen
  •  Kulinarisches: Herzhafte Snacks und Getränke

Eintritt: € 17,- ermäßigt € 12,- (gilt für alle teilnehmenden Museen an diesem Abend sowie am Sonntag, dem 26.4.2020)

Das ganze Programm finden Sie unter www.langenachtdermuseen-hamburg.de