Veranstaltungen – Aktuell


Das Mahnmal St. Nikolai bietet ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm

Ob Vortrag, Lesung oder Konzert – unter dem Motto Kultur in der Krypta findet eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen statt. Mit der Veranstaltungsreihe Erinnern im Mahnmal wird regelmäßig der Opfer und Ereignisse gedacht, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Nazi-Regime stehen. Unter der Rubrik Gäste im Mahnmal finden regelmäßig Gastveranstaltungen in der Krypta statt.

Jeden Donnerstag um 12 Uhr: Carillon-Konzert auf dem Turmglockenspiel
Donnerstag, 28. November 2019, 19.00 Uhr

Podiumsdiskussion

Erinnerungskultur in Deutschland und Polen

Für die deutsch-polnischen Beziehungen ist das Jahr 2019 ein zentrales Gedenkjahr: Vor 80 Jahren begann am 1. September 1939 mit dem deutschen Angriff auf Polen der Zweite Weltkrieg. Am 1. August 1944, vor 75 Jahren, erhob sich die Polnische Heimatarmee im Warschauer Aufstand gegen die deutschen Besatzer.

Wie erreichen wir die Bürgerinnen und Bürger in unseren Ländern, um die Erinnerung an diese Ereignisse lebendig und aktuell zu gestalten? Welchen Sinn hat die Erinnerung an diese und andere historische Ereignisse aus der so wechselvollen polnisch-deutschen Geschichte, um die demokratische Entwicklung in beiden Ländern zu befördern und als Teil eines lebendigen Miteinanders zu gestalten?

Es diskutieren Magdalena Erdman, Leiterin des Referats für nationale Gedenkstätten im Ministerium für Kultur und Nationalerbe der Republik Polen, und Daniela Schily, Generalsekretärin des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Die Moderation übernimmt Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Eintritt frei.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, LV Hamburg und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Sonderausstellung bis 12. Dezember, täglich 10 - 17 Uhr 

Leben in der Utopie oder: Der Alltag in einem verschwundenen Staat

Ausstellung zum 30. Jahrestag des Mauerfalls mit Fotos von Siegfried Wittenburg.

Stasi, Mauer, Stacheldraht – das sind die Gräuel, die viele Menschen weltweit zurecht mit der SED-Diktatur verbinden. Doch wer das Leben in der DDR verstehen will, muss sich auch mit ihrem Alltag auseinandersetzen. Erst dies ermöglicht ein konkretes Bild der Befindlichkeit der ostdeutschen Bürgerinnen und Bürger, die zwangsweise mit den politischen Um- und Zuständen ihres Landes zurechtkommen mussten.

Die in der Ausstellung anlässlich des 30. Jahrestages der friedlichen Revolution in der DDR und des Mauerfalls präsentierten Fotos von Siegfried Wittenburg ermöglichen diesen Blick ins Innere der DDR. Wittenburg, der heute einem großen Publikum durch seine viel beachteten Beiträge auf dem Zeitgeschichten-Portal einestages (SPIEGEL ONLINE) bekannt ist, begann in der DDR der späten siebziger Jahre zu fotografieren. Der Autodidakt nahm ab 1981 an Ausstellungen teil, wurde Leiter eines Fotoklubs. Als er sich der Zensur seiner Fotografien verweigerte, musste er zeitweilig seine Funktion aufgeben, erhielt Hausverbot.

Sonderausstellung  bis 12. Dezember 2019, täglich von 10 bis 17 Uhr, Eintritt zur Sonderausstellung frei. 

Eine Kooperation des Förderkreises Mahnmal St. Nikolai e.V. und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Foto: Siegfried Wittenburg, Heiligendamm-Weltanschauung 1988

Montag, 2. Dezember 2019, 18.00 Uhr

 „Mein bester Freund wohnt auf der anderen Seite.“ 

Musik- und Vortragsprogramm mit Stephan Krawczyk

Damals schlug die Kraft seiner Lieder und Worte an die schon bröckelnde Mauer, zuerst von Osten her, nach seiner Abschiebung von Westen. Damals war er zuerst Chansonstar der DDR, danach Held der Bürgerrechtsbewegung, später Stardissident, Politstar, Medienstar. Heute stellt sich Stephan Krawczyk (Berlin)  seinen Erfahrungen, um über die jüngere deutsche Geschichte aufzuklären.

In seinem Programm „Mein bester Freund wohnt auf der anderen Seite“ liest der Musiker und Schriftsteller Stephan Krawczyk aus der gleichnamigen Erzählung. Es ist die Geschichte von Simon und Ronald, zwei Siebzehnjährigen, die sich auf der Plattform des Berliner Fernsehturms während eines Klassenausflugs kennenlernen und über das Interesse an derselben Musik anfreunden. Simon wohnt in West-, Ronald in Ostberlin. Ronalds Vater ist Genosse und Mitarbeiter des Magistrats von Berlin, Hauptstadt der DDR, Simons Vater ist Handwerker in Berlin-Kreuzberg. Wegen seines Vaters darf Ronald keine Westkontakte haben. Trotzdem schreibt er Briefe an Simon, trifft sich heimlich mit ihm in Ost-Berlin. Es hat Konsequenzen für beide.

Während des 90-minütigen Vortrags singt Stephan Krawczyk auch einige seiner Lieder, die in der DDR entstanden sind, und kommt mit den Zuhörern ins Gespräch.

Eintritt frei. In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Foto: Eveline Kolatschek, https://www.stephan-krawczyk.de

Montag, 9. Dezember 2019, 18.00 Uhr

Vortrag und Diskussion

„Wie stehen Sie zur Macht?“ Die friedliche Revolution in der DDR, die Einheit und die Schulen in Deutschland.

Ende der 1950er Jahre in Magdeburg geboren, verlief Stefan Küchlers Leben in der DDR in festen Bahnen. Sein Werdegang war klar: Nach dem Abitur folgten der obligatorische 18-monatige Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee und ein Studium in den Fächern Geschichte und Sport mit dem Abschluss Diplomlehrer.

Erste Erfahrungen im Klassenzimmer sammelte Küchler ab 1984 an der 26. Polytechnischen Oberschule (POS) in Halle-Neustadt. 1987 wechselte er aus dem Schulsystem in den Fachbereich Geschichte der Hochschule in Magdeburg und arbeitete dort als wissenschaftlicher Assistent. Zwei Jahre später fegte mit der friedlichen Revolution in der DDR ein Orkan nicht nur durch sein Leben. Kein Stein blieb auf dem anderen. Ob familiär, beruflich oder institutionell – alles war neu. Küchler bewarb sich kurz vor der deutschen Einheit auf die öffentliche Stellenausschreibung eines Schulleiters ab 1. November 1990 – und wurde genommen …

Dr. Stefan Küchler ist Schulleiter der Goethe-Sekundarschule in Ilsenburg (Sachsen-Anhalt).

Eintritt frei. In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Donnerstag, 12. Dezember 2019, 18.30 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr)

Menschenrechte!  – Weiter nur ein Traum?

Die Verabschiedung der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ (AEMR)  am 10. Dezember 1948 war ein historischer Moment: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“. Mit diesem Satz haben die Vereinten Nationen jedem Menschen auf dieser Erde – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder sozialem Status – die gleichen Rechte und Freiheiten zugesichert.  Ein Blick auf das Weltgeschehen zeigt: Weiterhin werden weltweit Menschenrechte schwer verletzt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat es sich zur Aufgabe gesetzt, für die Einhaltung der Menschenrechte einzutreten und auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen.

Die in 30 Artikeln formulierten Menschenrechte werden uns an diesem Abend in einer musikalischen Lesung vorgestellt, vorgetragen von dem Schauspieler Sebastian Dunkelberg. Die gebürtige Iranerin Parva Ahmadi liest ergänzend Auszüge aus der bekannten Rede von Martin Luther King, dessen Todestag sich im vergangenen Jahr zum 50. Male jährte. Musikalische Begleitung durch das Duo WinWin (Stefan Goreiski und Martin Hamborg). Konzeption und Einführung: Konrad Singer.

Im Anschluss an die musikalische Lesung besteht die Möglichkeit zum Austausch mit den Künstlerinnen und Künstlern.

In Kooperation mit Amnesty International Hamburg. Eintritt frei. 

Heiligabend, 24. Dezember 2019, 14.00 Uhr

Christvesper im Mahnmal St. Nikolai

Liturgie und Predigt: Pastorin Corinna Senf, Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern

Weihnachtliche Musik und Liedbegleitung: Waldemar Saez-Eggers, Klavier, und Lucia Julia Mundt, Harfe

Ab 13.30 Uhr erklingt das Turmglockenspiel

Am Spieltisch: Antonia Krödel