Veranstaltungen – Aktuell


Das Mahnmal St. Nikolai bietet ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm

Ob Vortrag, Lesung oder Konzert – unter dem Motto Kultur in der Krypta findet eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen statt. Mit der Veranstaltungsreihe Erinnern im Mahnmal wird regelmäßig der Opfer und Ereignisse gedacht, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Nazi-Regime stehen. Unter der Rubrik Gäste im Mahnmal finden regelmäßig Gastveranstaltungen in der Krypta statt.

Jeden Donnerstag um 12 Uhr: Carillon-Konzert auf dem Turmglockenspiel
bis 26. Juni 2019           

Sonderausstellung

Die Eispferde vom Ladoga-See. Kunstinstallation von André Prah

Eine Passage aus dem Buch „Kaputt“ des Autors Curzio Malaparte inspirierte den in Schweden lebenden Künstler André Prah zu seiner Installation „Die Eispferde vom Ladoga-See“. Im Winter 1941 sollen finnische Truppen am nördlichen Belagerungsring um Leningrad russische Truppen eingeschlossen haben. Nachdem die Finnen den Wald in Brand gesetzt hatten, flüchteten sich die Pferde der Russen in den Ladoga-See. In jener Nacht fegte ein eisiger Sturm über den See, der binnen weniger Stunden zufror. Die Pferde froren fest und kamen im Eis um. André Prah über seine Motivation zu seiner Installation: „Nun, da ringsum Nazi-Ideologie erneut Brände entfachen will, halte ich es für meine Pflicht, die Pferde und ihren brutalen Tod zu zeigen.“ Für seine bizarr-eindrucksvollen Pferdefiguren verwendet André Prah Holz, das er am Ufer der Ostsee sammelt.

Eine Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, LV Hamburg

Ausstellung bis zum 26. Juni 2019 im Mahnmal St. Nikolai, der Eintritt zur Sonderausstellung ist frei.

Foto © Alf Ljungkvist

Mittwoch, 29. Mai 2019, 19.00 Uhr

Szenische Lesung mit Musik

in der Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern, Harvestehuder Weg 118

WIDERSTAND IN BERLIN - von der Reichspogromnacht bis Kriegsende

mit Matthias Brandt und Martina Gedeck

An diesem Abend in der Hauptkirche St. Nikolai, der dem deutschen Widerstand in seiner ganzen Bandbreite gewidmet ist, kommen unterschiedlichste Menschen zu Wort, von dem konservativen Diplomaten Ulrich von Hassell bis hin zur jungen Liane Berkowitz, die der sogenannten Roten Kapelle angehörte. Zwei Akteure und wichtige Chronisten des oppositionellen Geschehens sind immer wieder zu hören: Die Journalistin Ruth Andreas-Friedrich (Martina Gedeck) mit ihrem beeindruckenden Tagebuch „Der Schattenmann“ sowie Helmuth James von Moltke (Matthias Brandt), der über Jahre eine bewegende, sehr direkte Korrespondenz mit seiner Frau Freya geführt hat.

In zahlreichen weiteren Rollen treten Studierende der Ernst Busch Hochschule auf. Die musikalische Begleitung übernehmen Johann-Peter Taferner (Klarinette) und Kirchenmusikdirektor Matthias Hoffmann-Borggrefe. So entsteht ein eindrückliches Wort- und Klangbild zu Ehren der vielen Menschen, die in Deutschland den Mut fanden, Widerstand zu leisten.

Eintritt € 15,- Die Karten sind im Vorverkauf an allen bekannten Konzertkassen und über die Homepage der Hauptkirche St. Nikolai erhältlich.

Eine Veranstaltung der Hauptkirche St. Nikolai und des Förderkreises Mahnmal St. Nikolai e.V., in Zusammenarbeit mit dem Berliner Dom, der Stiftung 20. Juli 1944 und der Freya von Moltke Stiftung.

Foto Martina Gedeck: © Karel Kühne. Foto Matthias Brandt: © Matthias Scheuer. 

Donnerstag, 20. Juni 2019, 19.00 Uhr

Vortrag und Diskussion

'Umerli vs'e - Alle sind gestorben.'

Die Perspektiven der deutsch-russischen Beziehungen 75 Jahre nach dem Ende der Blockade von Leningrad.

Nach mehr als 900 Tagen einer grauenhaften und menschenverachtenden Belagerung der zweitgrößten Stadt der Sowjetunion durch deutsche Truppen wurde Leningrad befreit. Die Stadt war das Symbol der Oktoberrevolution gewesen und wurde nun zum Symbol deutscher Gräuel an der Zivilbevölkerung im Zweiten Weltkrieg. Das Tagebuch des Mädchens Tanja Savičeva, aus dem der Titel der Veranstaltung entnommen wurde, symbolisiert dieses Leid.

Die deutsch-russischen Beziehungen stecken seit einigen Jahren in einer offensichtlich zunehmenden Krise. Besorgniserregende Konflikte werden immer wahrnehmbarer. Gleichzeitig gibt es in  beiden Ländern eine von der Zivilgesellschaft getragene Erinnerungskultur, die Verbindungen schafft und Begegnungen fördert.

Die Bedeutung der Belagerung Leningrads, die Entwicklungen der deutsch-sowjetischen Beziehungen im 20. Jahrhundert und die Perspektiven für die Zukunft sind Themen der Podiumsdiskussion.

Es diskutieren Volker Rühe, Bundesminister der Verteidigung a.D., und Karsten Voigt, MdB a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses. Moderation Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg.

Eintritt frei.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung und der Deutsch-Russischen Gesellschaft Hamburg.

Foto: Seiten aus dem Tagebuch von Tanja Savičeva. ©wikimedia commons.

Freitag, 21. Juni 2019, 19.00 Uhr

THE BIG GONG

Gongkonzert mit Peter Heeren

Werke von Lisa Bazelaire

Klänge wie aus einer anderen Welt - überirdisch fern und dennoch so berührend. Die Klänge eines Gongs erfüllen nicht nur den Raum, in dem der Gong gespielt wird. Sie erfüllen die Menschen, die ihnen lauschen. Sanft pulsierend breiten sie sich in den Köpfen ihrer Zuhörer aus. In immer leichter werdenden Vibrationen durchwandern sie Bauch, Arme und Beine. Entspannung pur.

Der Gong gilt neben den Trommeln und Digeridoos als eines der Urinstrumente. Sein Ursprung könnte im antiken Griechenland gelegen haben, wo sich der Philosoph Pythagoras von Samos darüber den Kopf zerbrach, wie Töne zueinander stehen.

Zweitausendsechshundert Jahre später wurde der Marner Kirchenmusiker Peter Heeren auf die Klangwelten der Gongs aufmerksam. Seine lange Suche nach einem Instrument, das die Grenzen der konventionellen Musikform überwinden kann, war damit vorbei - Peter Heeren kaufte sich kurz darauf seinen ersten eigenen Gong. In den Jahren danach folgten noch zwanzig weitere Gongs, die er zu einem großen Teil vom Gong-Bauer Rolf Nitsch aus Hohn anfertigen ließ. Mittlerweile blickt der studierte Kirchenmusiker und Komponist auf eine rege Konzerttätigkeit mit seinen Gongs zurück.

Eintritt frei, Spende willkommen.

 

Samstag, 22. Juni 2019, 11-13.00 Uhr, 15-17.00 Uhr

10. Sommerkonzert Norddeutscher Carillonneure

Das Turmglockenspiel (Carillon) des Mahnmals St. Nikolai besteht aus 51 Glocken mit einem Gesamtgewicht von 13 Tonnen. Der chromatische Tonumfang beträgt mehr als vier Oktaven, womit das Carillon von St. Nikolai eines der größten Deutschlands ist. 1993 wurde es in den Turm der früheren Hauptkirche St. Nikolai eingebaut.

Zum großen Sommerkonzert lassen Carillonneure aus Hamburg, Kiel und Kassel das Turmglockenspiel erklingen.

 

Das Konzert ist im Freien auf dem Platz des ehemaligen Kirchschiffs zu hören.
 
Eintritt frei, Spende erbeten.
Dienstag 1. Oktober 2019, 19.00 Uhr          

Vortrag mit Prof. Dr. Johann Hinrich Claussen

Zwischen Widerstand und Anpassung.
Was der Kirchenkampf in der NS-Diktatur mit uns zu tun hat. Eine persönlich-familiengeschichtliche Annäherung.

Der christliche Widerstand gegen den Nationalsozialismus ist ein wertvolles geschichtliches Erbe. Historisch wurde er umfassend erforscht und sorgfältig dokumentiert. Regelmäßig wird seiner feierlich gedacht und sein Andenken geehrt. Manchmal aber droht er dadurch in weite Ferne zu rücken. Was hat das Geschehen damals noch mit uns heute zu tun? Ein Weg, ein eigenes Verhältnis zum Erbe des christlichen Widerstands zu gewinnen, kann über die eigene Familiengeschichte führen. Ich habe gerade einige Recherchen zu meinen Eltern, Groß- und Urgroßeltern angestellt, die mir überraschende, verstörende und beglückende Perspektiven auf diese Epoche eröffnet haben. Einige möchte ich vorstellen und mit Erinnerungen an den christlichen Widerstand verbunden – und zwar so, dass Sie sich selbst auf eine eigene Zeitreise begeben können.

Johann Hinrich Claussen, geboren 1964 in Hamburg, Studium der Evangelischen Theologie in Tübingen, Hamburg und London, anschließend Promotion und Habilitation in Systematischer Theologie. Publizistische Arbeiten zu kulturtheologischen Themen für deutsche Zeitungen, Zeitschriften und Radioprogramme. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, u. a. über die Geschichte des Kirchbaus und der Kirchenmusik oder die Bibel als Buch der Flucht. Nach Stationen als Pastor, dann als Propst und Hauptpastor in Hamburg, ist Prof. Dr. Johann Hinrich Claussen seit 2016 Kulturbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Eintritt frei.