Veranstaltungen – Archiv 2022


Sonntag, 8. Mai 2022, 16.00 Uhr

Open Air unter dem Carillon

RICORDARE

Mai 1945 - Das Kriegsende in Hamburg in Erinnerungen und Zeitzeugnissen

Am 8. Mai 1945 endete mit der Unterzeichnung der deutschen Kapitulation offiziell der Zweite Weltkrieg in Europa. In Hamburg war der Krieg bereits am 3. Mai mit dem Einmarsch britischer Truppen zu Ende gegangen. Große Teile der Stadt lagen in Trümmern, viele Familien trauerten um Angehörige, in Hamburg gestrandete Flüchtlinge und befreite ausländische Arbeitskräfte blickten einer unsicheren Zukunft entgegen – aber alle hofften auf neue Lebensperspektiven.

77 Jahre nach Kriegsende erinnert das Mahnmal St. Nikolai auf dem Platz der im Bombenkrieg zerstörten früheren Hauptkirche St. Nikolai an das Kriegsende: Beim Open-Air unter dem Carillon werden die Hoffnungen und Befürchtungen der Hamburgerinnen und Hamburger in den Mai-Tagen des Jahres 1945 wieder lebendig. Ein Moment des Innehaltens und des Nachdenkens in einer Zeit, in der Krieg in Europa mit schrecklichen Folgen für die Menschen wieder Realität ist.

Es lesen: Rabea Lübbe, Michael Prelle, Anne Weber, Michael Weber

Musik: Tuten und Blasen (Brass Ensemble)

Carillon: Werner Lamm

Buch/Regie: Michael Batz

Eintritt frei.

Anmeldung unter: anmeldung@mahnmal-st-nikolai.de

Eine Veranstaltung im Rahmen der Woche des Gedenkens des Bezirks Hamburg-Mitte.

Ricordare_8. Mai_Flyer

Mittwoch, 26. Januar 2022, 18.00 Uhr  

Theaterperformance

Displacement "Morgen werde ich nicht sein ..." – Erinnern um der Zukunft Willen

Theaterperformance nach Briefen, Erinnerungen und Texten russisch-jüdischer Flüchtlinge

In Folge der Russischen Revolution kamen tausende jüdische Flüchtlinge, die in ihrer Heimat verfolgt wurden, nach Deutschland. Unter ihnen waren Dichter, Wissenschaftler oder Unternehmer, die im Berliner Exil zahlreiche Berufsvereine und Kulturinstitutionen wie Verlage, Schulen und Literaturclubs gründeten und auch gemeinnützige Vereine und Verbände ins Leben riefen. So entstanden nicht nur literarische und musikalische Werke, sondern auch neue Kunstformen, die den Zeitgeist widerspiegelten oder ihrer Zeit voraus waren. Diese einzigartige Welt der russisch-jüdischen und deutsch-jüdischen Kultur ist ein wichtiges Kapitel der Einwanderungsgeschichte in Deutschland, das bis heute kaum bekannt ist. Als 1932 die antisemitischen Parolen des Nazi-Regimes immer lauter wurden, begann sich die russisch-jüdische Kolonie in Deutschland aufzulösen. Die Überlebenswege führten überwiegend ins Exil: nach Frankreich, in die USA oder nach Palästina.

Das Theaterprojekt "MENTSH" erzählt diese Geschichte anhand einzelner Schicksale nach und setzt ein Zeichen gegen Hass, Gewalt und Antisemitismus. 

Ablauf

Begrüßung und Moderation, Christine Leuchtenmüller, Leiterin Politisches Bildungsforum Hamburg

Inhaltliche Einführung, Dr. Elena Solominski, Jüdisches Leben in Deutschland, Projektleiterin "MENTSH!"

Theateraufführung: Displacement "Morgen werde ich nicht sein ..."

anschließende Diskussion

Eine Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung/Politisches Bildungsform Hamburg in Kooperation mit dem Mahnmal St. Nikolai sowie der Deutsch Israelischen Gesellschaft e.V. Hamburg anlässlich des DenkT@ges 2022 für die Opfer des Nationalsozialismus.

Weitere Informationen und Anmeldung über die Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung

Livestream unter

https://www.facebook.com/kas.hamburg/
https://www.youtube.com/watch?v=NLeg6eDESMg

Dienstag, 25. Januar 2022, 19.30 - 21.30 Uhr  

Themenabend

Die Verfolgung angeblich „Asozialer“ und ihre Darstellung im Film

Jahrzehntelang gab es keinerlei öffentliches Interesse an den Geschichten der Menschen, die im Nationalsozialismus als angeblich „asozial“ ausgrenzt und verfolgt worden waren. Im Auftrag der die Projektgruppe für die vergessenen Opfer des NS-Regimes in Hamburg Christiane Rothmaler, Christina Kukielka und Stefan Corinth gemeinsam mit drei Frauen, die nach ihren eigenen Regeln und nicht nach denen der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft lebten und daher unter Kontrolle und Zwang gerieten, den 1992 fertiggestellten Film "Was hat Hamburg nur mit Euch Frauen gemacht?"  Nur in wenigen weiteren Filmen wurden seither ähnliche Verfolgungsgeschichten aufgegriffen. An diesem Themenabend werden einige dieser Filme ausschnittsweise vor- und zur Diskussion gestellt. Mit dabei sind die Ärztin, Historikerin und Filmemacherin Dr. Christiane Rothmaler von der Projektgruppe für die vergessenen Opfer des NS-Regimes e.V., die Filmemacher Dr. Jürgen Kinter und Stefan Corinth sowie Alyn Beßmann von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Anmeldung: https://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/veranstaltungskalender/

Samstag, 1. Januar 2022, 15.00  Uhr  

Neujahrsläuten

Aufgrund eines technischen Defektes muss das Glockenspiel leider entfallen!

Das Jahr 2022 wird eingeläutet von den 51 chromatisch gestimmten Glocken des Turmglockenspiels des Mahnmals St. Nikolai.

Am Spieltisch: Werner Lamm

Gastmusiker: Boris Havkin, Trompete

Das Glockenspiel ist im Freien auf dem Platz des früheren Kirchschiffs zu hören. Eintritt frei.

Werner Lamm - Kirchenmusiker in Hamburg, Musikstudium in Dortmund, Hamburg und Paris. Leitet die Bramfelder und die Harburger Kantorei. Konzerte in Japan, USA und den meisten europäischen Ländern, Gastdozent an Hochschulen in London und Hamburg. Das Carillonspiel lernte er schon als Jugendlicher in Frankreich, am Mahnmal St. Nikolai spielt er regelmäßig seit 2006.

Boris Havkin - studierte Musik in Moskau und Hamburg. Er gibt Solokonzerte und hat Orchesterengagements bei den Hamburger Symphonikern. Seit 1996 ist er an der Lutherkirche in Wellingsbüttel als Trompeter tätig. Die Leitung des Wellingsbütteler Posaunenchores übernahm er 2012.