Veranstaltungen – Archiv 2022


Mittwoch, 9. November 2022, 19:00 Uhr

Konzert

Verfemte Musik – Hören, was verboten war

Zum Jahrestag der Pogromnacht, in der 1938 jüdische Einrichtungen und Synagogen zerstört wurden, würdigen Stipendiat:innen und Preisträger:innen von Jugend musiziert Komponisten, die im Dritten Reich verfolgt, ins Exil getrieben oder umgebracht wurden. So werden die jungen Musiker:innen Werke zu Gehör bringen, die mit den Komponisten in der NS-Zeit verschwanden, u.a. von Eisler, Hindemith und Krása.

Eintritt frei, Anmeldungen sind nicht erforderlich.

Eine Kooperationsveranstaltung von Jugend musiziert Förderverein e.V. und dem Mahnmal St. Nikolai.

Flyer

Sonntag, 6. November 2022, 16:00 Uhr

Carillon-Konzert mit Werner Lamm

Das Carillon (=Turmglockenspiel) wurde 1993 am Turm des Mahnmals St. Nikolai installiert. Es befindet sich an der Stelle am Kirchturm, wo vor der Zerstörung der Kirche 1943 die Orgel ihren Platz hatte. Vom Gelände des ehemaligen Kirchenschiffes aus frei einsehbar, hängen hier 51 Glocken mit einem Gesamtgewicht von 13 Tonnen. Der chromatische Tonumfang beträgt mehr als vier Oktaven, womit das Carillon von St. Nikolai eines der größten Deutschlands ist.

Werner Lamm ist Kirchenmusiker in Hamburg, er leitet die Bramfelder und die Harburger Kantorei. Das Carillonspiel lernte er schon als Jugendlicher in Frankreich, am Mahnmal St. Nikolai spielt er regelmäßig seit 2006.

Das Konzert findet open air auf dem Platz des ehemaligen Kirchenschiffes am Mahnmals St. Nikolai statt. Eintritt frei, Anmeldungen sind nicht erforderlich.

Freitag, 4. November 2022, 17:00 Uhr

Geopolitischer Vortrag

Wie gefährdet ist Taiwans Frieden?

Taiwans junge Demokratie sieht sich durch Chinas politische Ansprüche bedroht. Könnte der Ukrainekrieg zur Blaupause für Chinas weiteren Umgang mit dem kleinen Inselstaat werden? Wie sieht Taiwans Zukunft aus, für die sich vor allem die junge Generation und die Frauen einsetzen?

Informationsveranstaltung zum Weltgebetstag 2023 aus Taiwan (www.weltgebetstag.de)

Referent: Dr. Gerd Boesken, Sinologe & Übersetzer, Asienberater, Vorstand des Taiwan Freundeskreises Bambusrunde e.V.

Leitung: Pastorin Uta Gerstner, Fachstelle Geschlechtergerechtigkeit und Pastor Klaus-Michael Täger, Globales Lernen, Kirchenkreis Hamburg-Ost in Kooperation mit Kelly Thomsen, Frauenwerk Kirchenkreis Hamburg-West/ Südholstein

Donnerstag, 3. November 2022, 19:00 Uhr

Podiumsgespräch

Die zwei Leben der Marion Dönhoff

Anlässlich des 20. Todestages von Marion Dönhoff wirft die Veranstaltung einen Blick auf das Leben dieser außergewöhnlichen Frau.

Der renommierte polnische Journalist Adam Krzeminski spricht über „das erste Leben“ der Marion Dönhoff, beginnend am 2. Dezember 1909 auf Schloss Friedrichstein in Ostpreußen, vom Aufwachsen im Schloss, dem Studium in Frankfurt und Basel und dem Attentat vom 20. Juli 1944. Er beleuchtet auch ihre Rolle, die sie trotz innerer Zerrissenheit im Ost-West Aussöhnungsprozess der Ära Willy Brandt gespielt hat.

Ihr langjähriger Redaktionskollege bei der „Zeit“ Gunter Hofmann erinnert an das „zweite Leben" Marion Dönhoffs nach dem Krieg als einflussreiche Journalistin und Bestsellerautorin in Hamburg: Wie vollzog sich der Wandel der adligen Gutsherrin zur Journalistin, welche Themen haben sie bewegt, warum wurde sie als publizistisch-moralische Instanz angesehen, wer gehörte zu ihrem engen Freundeskreis?

Die große Zäsur zwischen diesen zwei Lebensabschnitten bildet die Flucht aus Ostpreußen im Januar 1945. Von dem 1600 kilometerlangem Ritt nach Westen berichtet Tatjana Gräfin Dönhoff, die 2004 die Fluchtroute nachgefahren ist. Sie erzählt auch, wie die Familie von Dönhoff mit dem Verlust der Heimat umgangen ist und welche Beziehungen sie zu dem ehemaligen Ostpreußen und seinen Bewohnern pflegt.

Moderiert wird das Gespräch von Dr. Uwe Naumann, langjähriger Programmleiter beim Rowohlt-Verlag und Herausgeber der Reihe „rowohlts monographien“.

Eine Veranstaltung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg e.V. und des Kulturreferats am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg.

Die Veranstalter bedanken sich bei der ZEIT-Stiftung für die finanzielle Unterstützung der Veranstaltung.

Eintritt frei. Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Foto: Marion Dönhoff Stiftung

Montag, 31. Oktober 2022, 10:00 - 18:00 Uhr

#SEEFORFREE 2022

Das Mahnmal St. Nikolai beteiligt sich an der Aktion #SEEFORFREE 2022 und gewährt am Reformationstag freien Eintritt in das Museum des Mahnmals. Im Kellergewölbe der Ruine der früheren Hauptkirche St. Nikolai informiert die Dauerausstellung "Gomorrha 1943 - Die Zerstörung Hamburgs im Luftkrieg" über die Ursachen und Folgen der schweren Bombenangriffe im Sommer 1943.

Bitte beachten Sie: Für die Fahrt mit dem Gläsernen Panoramalift zur Aussichtsplattform im Turm der Kirchenruine muss ein Ticket gelöst werden.

Samstag, 17. September 2022, 18.00 - 22.30 Uhr

Nacht der Kirchen

Zum 19. Mal öffnen sich die Türen der Hamburger Kirchen zur Nacht der Kirchen, in diesem Jahr unter dem Motto "Vom Suchen und Finden". Das Mahnmal St. Nikolai beteiligt sich mit einem bunten musikalischen Programm. Es musizieren Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg.

18:00 - 22:30 Uhr       Weitblick vom Kirchturm

Freie Fahrt mit dem gläsernen Panoramalift zur Aussichtsplattform in 76 Meter Höhe.

18:00 Uhr                   Glockenklang - Carillonkonzert

Gudrun Schmidtke lässt das Turmglockenspiel mit 51 chromatisch gestimmten Bronzeglocken erklingen.

18:30 Uhr                   Mädchenchor Hamburg - Jugendchor
Der Mädchenchor Hamburg singt Auszüge aus seinem aktuellen Programm geistlicher und weltlicher Chormusik. Ltg. Gesa Werhahn

19:00 Uhr                   Akkordeon Mosaik

Verschiedene Akkordeonformationen spielen Kompositionen von J.S. Bach, A. Piazzolla, V. Trojan und A. Chatchaturian. Ltg. Arlette Gwardys

20:00 Uhr                   Mädchenchor Hamburg - Konzertchor

Der Mädchenchor Hamburg singt Auszüge aus seinem aktuellen Programm u.a. Werke von Mäntijärvi, Desprez, Reger. Ltg. Gesa Werhahn

20:30 Uhr                   Junge Streicher Hamburg

Gespielt werden Werke von Mozart, Grieg und Dvorak. Ltg. Barbara Kuhnlein

21:00 Uhr                   Ponticulus Quartett

Paulina Pospieszny (Violine), Christine Philippsen (Violine), Astrid Schat (Viola), Konrad von Oldenburg (Cello).  Werke von W.A. Mozart, Dimitri Schostakowitsch und Ingo Höricht.

22:00 Uhr                   Jazz Duo Bahlmann-Jakubowski

Johannes Bahlmann (Piano), Tadeusz Jakubowski (Saxophon) spielen eigene Komposition aus dem Album „I love you so.“


Organisation und künstlerische Leitung: Mariola Rutschka

Eintritt frei.

Sonntag, 11. September 2022, 15  Uhr

Carillon-Konzert zum Tag des offenen Denkmals

Seit 1993 befindet sich im Turm der früheren Hauptkirche ein Glockenspiel (Carillon) mit 51 chromatisch gestimmten Glocken. Zum Tag des offenen Denkmals lässt Carillonneur Werner Lamm die Glocken erklingen, begleitet wird er dabei von Gero Weiland auf der Trompete.

Das Konzert ist im Freien auf dem Platz des früheren Kirchschiffs zu hören.

Keine Anmeldung erforderlich.

Samstag, 10. September 2022, 11 - 12  Uhr

Führung zum Tag des offenen Denkmals

Die Nikolaikirche - Zur Geschichte, Bedeutung, Konstruktion und Restaurierung eines zentralen Denkmals von Hamburg

In der Führung stellt Architekt Alk Friedrichsen die Besonderheiten und Bedeutung der früheren, im Zweiten Weltkrieg zerstörten Hauptkirche vor und geht dabei auch auf Fragen des Denkmalschutzes ein. Besucht werden die Aussichtsplattform (Zugang mit dem Gläsernen Panoramalift) und das Museum.

Begrenzte Teilnehmerzahl, nur nach vorheriger Anmeldung.

Samstag, 20. August 2022, 16.00 Uhr

Carillon-Konzert mit Gerald Martindale

Gerald Martindale aus Toronto (Kanada) ist Organist und Glockenspieler.

Er war von 1997 bis 2016 Carillonneur an der Metropolitan United Church in Toronto. Seit über 20 Jahren gibt Gerald Martindale Carillonkonzerte in den USA und in Europa. Am Mahnmal St. Nikolai präsentiert er ein Programm mit Stücken internationaler Komponisten, deren Melodien für Carillon arrangiert wurden.

 

Das Konzert ist im Freien auf dem Platz des ehemaligen Kirchschiffs zu hören. Eintritt frei. Eine Spende ist willkommen.

22. Juli 2022, 19 Uhr

„Das Foto schaute mich an“.

Katja Petrowskaja im Gespräch mit Birgit Langhammer.

Bilder haben einen großen Einfluss auf unser Erleben von Gegenwart. Besonders deutlich wird das bei dramatischen Ereignissen wie dem Krieg gegen die Ukraine.

Die ukrainisch-deutsche Schriftstellerin Katja Petrowskaja hat soeben ihr Buch „Das Foto schaute mich an“ veröffentlicht: Reaktionen der Autorin auf Fotos, auf Plakate, auf Fernsehbilder. Wie man vom Sehen zum Sprechen kommt und was (Kriegs-)Bilder mit uns machen, darüber spricht die Autorin mit der NDR-Info-Moderatorin Birgit Langhammer.

Eine Veranstaltung anlässlich des Gedenkens an die „Operation Gomorrha“ vor 79 Jahren.

In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Eintritt frei. Keine Anmeldung erforderlich.

Foto: Gunter Glücklich/Suhrkamp Verlag

31. Mai bis 3. Juli 2022   Verlängert bis 31. Juli 2022

Ausstellung

Wir hatten ein normales Leben. Ukraine 2006–2022

Über 20 internationale Fotograf:innen der Agenturen Focus (Hamburg) und MAPS (Brüssel) zeigen in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg, dem Mahnmal St. Nikolai und dem ZEIT-Verlag in einer Open-Air-Ausstellung Arbeiten aus der Zeit vor dem Krieg und aktuelle Bilder aus der Ukraine.

Lesen Sie hier einen Beitrag auf visual history über die Ausstellung  Link visual history

Ukraine-Fotoausstellung Flyer

Foto: Daniel Berehulak for NY Times/Maps

Ausstellung

Wir hatten ein normales Leben. Ukraine 2006–2022

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 31. Mai 2022, um 18 Uhr 

Begleitprogramm

# Panel 1  Donnerstag, 16. Juni, 19 Uhr: Historische und erinnerungspolitische Aspekte.

Podiumsgespräch  mit Prof. em. Dr. Frank Golczewski (Universität Hamburg, Historisches Seminar), Jakob Stürmann (Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow) sowie Halyna Roshchyna (Helmut-Schmidt-Universität); Moderation Sarah Grandke (KZ-Gedenkstätte Neuengamme) .

# Panel 2  Donnerstag, 23. Juni, 19 Uhr: Konzertabend mit dem ukrainischen Musiker Alexei Volinchik

# Panel 3  Donnerstag, 30. Juni, 19 Uhr: Ein anderer Alltag - wie Bilder im Krieg entstehen.

Podiumsgespräch: Miriam Zlobinski, Kuratorin aus Berlin, spricht mit Amélie Schneider (Bildchefin der ZEIT), Sebastian Backhaus (Fotograf/Focus), Dominic Nahr (Fotograf/MAPS) und Kirill Golovchenko (Fotograf/Focus) über das Fotografieren in Kriegsgebieten, über die Menschen und ihren Alltag in Konflikten, als auch die Rezeption bzw. Produktion von Nachrichten in der Öffentlichkeit und den Medien.

Ukraine-Fotoausstellung Flyer

Foto: Daniel Berehulak for NY Times/Maps

Freitag, 17. Juni 2022, 16.00 Uhr

Carillon-Konzert mit Merle Kollom

“When you hear Merle Kollom play concerts on a carillon, you hear a real musician playing, she is playing with expression and control of the sound quality and all nuances, and with the heart. She makes the bells sing. She is a marvellous carillonneur, and a splendid ambassador for the instrument.”

Mit diesen Worten charakterisiert Prof. Peter Langberg von der Scandinavian Carillon School in Dänemark das Carillonspiel von Merle Kollom aus Tartu/Estland. Die Organistin und Musikproduzentin machte 2019 bei Prof. Peter Langberg ihren Abschluss und ist seitdem Estlands erste professionelle Carillon-Spielerin. 

Merle Kollom hat schon viele Carillon-Konzerttourneen durch Europa gemacht.  Erstmals ist sie in Hamburg am Mahnmal St. Nikolai zu Gast. Sie präsentiert Stücke internationaler Komponisten sowie eigene Kompositionen und Arrangements estnischer Volkslieder.

Das Konzert ist im Freien auf dem Platz des ehemaligen Kirchschiffs zu hören.

Eintritt frei. Eine Spende ist willkommen.

Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft von Estland in Berlin.

Foto: Per Rasmus Möller

Montag, 13. Juni 2022, 19.30 - 21.30 Uhr

Vortrag

Zwischen Zwangsfürsorge und KZ – Arme und unangepasste Menschen im nationalsozialistischen Hamburg

Die Hamburger Historikerin und Geschichtspädagogin Frauke Steinhäuser hat die Ausstellung „Zwischen Zwangsfürsorge und KZ. Arme und unangepasste Menschen im nationalsozialistischen Hamburg“ entwickelt. In ihrem Vortrag schildert sie – auch anhand einzelner Lebensgeschichten –, wie Behörden sozial ausgegrenzte Menschen in Hamburg ab 1933 immer schärfer verfolgten, wer betroffen war und welche Folgen die negative Fremdzuschreibung für die Einzelnen hatte. Sie beschreibt die Fortsetzung der Diskriminierung und Repression bis in die Gegenwart und erläutert, weshalb die Betroffenen erst 2020 offiziell als Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft anerkannt wurden. Einen besonderen Fokus legt sie auf die spezifischen Probleme bei der Konzeption einer Ausstellung zu dieser verdrängten und verachteten Gruppe von NS-Verfolgten.

Eine Kooperationsveranstaltung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit dem Förder­kreis Mahnmal St. Nikolai e.V.

Eintritt frei.

Die Ausstellung „Zwischen Zwangsfürsorge und KZ. Arme und unangepasste Menschen im nationalsozialistischen Hamburg“ ist vom 10. Juni bis 3. Juli 2022 im Foyer des Hamburger Rathauses zu sehen.

Sonntag, 8. Mai 2022, 16.00 Uhr

Open Air unter dem Carillon

RICORDARE

Mai 1945 - Das Kriegsende in Hamburg in Erinnerungen und Zeitzeugnissen

Am 8. Mai 1945 endete mit der Unterzeichnung der deutschen Kapitulation offiziell der Zweite Weltkrieg in Europa. In Hamburg war der Krieg bereits am 3. Mai mit dem Einmarsch britischer Truppen zu Ende gegangen. Große Teile der Stadt lagen in Trümmern, viele Familien trauerten um Angehörige, in Hamburg gestrandete Flüchtlinge und befreite ausländische Arbeitskräfte blickten einer unsicheren Zukunft entgegen – aber alle hofften auf neue Lebensperspektiven.

77 Jahre nach Kriegsende erinnert das Mahnmal St. Nikolai auf dem Platz der im Bombenkrieg zerstörten früheren Hauptkirche St. Nikolai an das Kriegsende: Beim Open-Air unter dem Carillon werden die Hoffnungen und Befürchtungen der Hamburgerinnen und Hamburger in den Mai-Tagen des Jahres 1945 wieder lebendig. Ein Moment des Innehaltens und des Nachdenkens in einer Zeit, in der Krieg in Europa mit schrecklichen Folgen für die Menschen wieder Realität ist.

Es lesen: Rabea Lübbe, Michael Prelle, Anne Weber, Michael Weber

Musik: Tuten und Blasen (Brass Ensemble)

Carillon: Werner Lamm

Buch/Regie: Michael Batz

Eintritt frei.

Anmeldung unter: anmeldung@mahnmal-st-nikolai.de

Eine Veranstaltung im Rahmen der Woche des Gedenkens des Bezirks Hamburg-Mitte.

Ricordare_8. Mai_Flyer

Mittwoch, 26. Januar 2022, 18.00 Uhr  

Theaterperformance

Displacement "Morgen werde ich nicht sein ..." – Erinnern um der Zukunft Willen

Theaterperformance nach Briefen, Erinnerungen und Texten russisch-jüdischer Flüchtlinge

In Folge der Russischen Revolution kamen tausende jüdische Flüchtlinge, die in ihrer Heimat verfolgt wurden, nach Deutschland. Unter ihnen waren Dichter, Wissenschaftler oder Unternehmer, die im Berliner Exil zahlreiche Berufsvereine und Kulturinstitutionen wie Verlage, Schulen und Literaturclubs gründeten und auch gemeinnützige Vereine und Verbände ins Leben riefen. So entstanden nicht nur literarische und musikalische Werke, sondern auch neue Kunstformen, die den Zeitgeist widerspiegelten oder ihrer Zeit voraus waren. Diese einzigartige Welt der russisch-jüdischen und deutsch-jüdischen Kultur ist ein wichtiges Kapitel der Einwanderungsgeschichte in Deutschland, das bis heute kaum bekannt ist. Als 1932 die antisemitischen Parolen des Nazi-Regimes immer lauter wurden, begann sich die russisch-jüdische Kolonie in Deutschland aufzulösen. Die Überlebenswege führten überwiegend ins Exil: nach Frankreich, in die USA oder nach Palästina.

Das Theaterprojekt "MENTSH" erzählt diese Geschichte anhand einzelner Schicksale nach und setzt ein Zeichen gegen Hass, Gewalt und Antisemitismus. 

Ablauf

Begrüßung und Moderation, Christine Leuchtenmüller, Leiterin Politisches Bildungsforum Hamburg

Inhaltliche Einführung, Dr. Elena Solominski, Jüdisches Leben in Deutschland, Projektleiterin "MENTSH!"

Theateraufführung: Displacement "Morgen werde ich nicht sein ..."

anschließende Diskussion

Eine Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung/Politisches Bildungsform Hamburg in Kooperation mit dem Mahnmal St. Nikolai sowie der Deutsch Israelischen Gesellschaft e.V. Hamburg anlässlich des DenkT@ges 2022 für die Opfer des Nationalsozialismus.

Weitere Informationen und Anmeldung über die Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung

Livestream unter

https://www.facebook.com/kas.hamburg/
https://www.youtube.com/watch?v=NLeg6eDESMg

Dienstag, 25. Januar 2022, 19.30 - 21.30 Uhr  

Themenabend

Die Verfolgung angeblich „Asozialer“ und ihre Darstellung im Film

Jahrzehntelang gab es keinerlei öffentliches Interesse an den Geschichten der Menschen, die im Nationalsozialismus als angeblich „asozial“ ausgrenzt und verfolgt worden waren. Im Auftrag der die Projektgruppe für die vergessenen Opfer des NS-Regimes in Hamburg Christiane Rothmaler, Christina Kukielka und Stefan Corinth gemeinsam mit drei Frauen, die nach ihren eigenen Regeln und nicht nach denen der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft lebten und daher unter Kontrolle und Zwang gerieten, den 1992 fertiggestellten Film "Was hat Hamburg nur mit Euch Frauen gemacht?"  Nur in wenigen weiteren Filmen wurden seither ähnliche Verfolgungsgeschichten aufgegriffen. An diesem Themenabend werden einige dieser Filme ausschnittsweise vor- und zur Diskussion gestellt. Mit dabei sind die Ärztin, Historikerin und Filmemacherin Dr. Christiane Rothmaler von der Projektgruppe für die vergessenen Opfer des NS-Regimes e.V., die Filmemacher Dr. Jürgen Kinter und Stefan Corinth sowie Alyn Beßmann von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Anmeldung: https://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/veranstaltungskalender/

Samstag, 1. Januar 2022, 15.00  Uhr  

Neujahrsläuten

Aufgrund eines technischen Defektes muss das Glockenspiel leider entfallen!

Das Jahr 2022 wird eingeläutet von den 51 chromatisch gestimmten Glocken des Turmglockenspiels des Mahnmals St. Nikolai.

Am Spieltisch: Werner Lamm

Gastmusiker: Boris Havkin, Trompete

Das Glockenspiel ist im Freien auf dem Platz des früheren Kirchschiffs zu hören. Eintritt frei.

Werner Lamm - Kirchenmusiker in Hamburg, Musikstudium in Dortmund, Hamburg und Paris. Leitet die Bramfelder und die Harburger Kantorei. Konzerte in Japan, USA und den meisten europäischen Ländern, Gastdozent an Hochschulen in London und Hamburg. Das Carillonspiel lernte er schon als Jugendlicher in Frankreich, am Mahnmal St. Nikolai spielt er regelmäßig seit 2006.

Boris Havkin - studierte Musik in Moskau und Hamburg. Er gibt Solokonzerte und hat Orchesterengagements bei den Hamburger Symphonikern. Seit 1996 ist er an der Lutherkirche in Wellingsbüttel als Trompeter tätig. Die Leitung des Wellingsbütteler Posaunenchores übernahm er 2012.