Veranstaltungen – Carillon


Das Carillon wird donnerstags um 12 Uhr live gespielt.

 

Angesichts des aktuellen Krieges in der Ukraine läuten die Glocken des Carillons zusätzlich mittwochs um 12 Uhr für den Frieden.

Das Läuten der Glocken erinnert daran, dass seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine am 24. Februar in Europa wieder ein Angriffskrieg herrscht.

Die Glocken rufen auf zur Beendigung des Krieges, zur Solidarität mit den Ukrainerinnen und Ukrainern, die sich in Kellern verschanzen, auf der Flucht sind vor den Kampfhandlungen oder sich mutig dem Aggressor entgegenstellen.

Als Mahnmal für den Frieden sieht sich das Mahnmal St. Nikolai in der Verantwortung, angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine den lauten Ton der Glocken des Carillons vorerst jeden Mittwoch erklingen zu lassen und zu einem Moment des Innehaltens in unserem Alltag aufzurufen.

Die Glocken werden live von Kirchenmusiker und Carillonneur Werner Lamm gespielt, alternativ von der Automatik eingespielt.



 
Unser Turmglockenspiel

Ein Carillon ist ein Glockenspiel, das über eine Klaviatur entweder durch einen Spieler, den Carilloneur, oder mechanisch gespielt wird. Im 17. Jahrhunderts waren Carillons an Kirchtürmen in Europa eine beliebte Mode: Auch die Hauptkirche St. Nikolai verfügte seinerzeit über ein imposantes Glockenspiel mit 25 Glocken. Es bediente zwei vollständige Oktaven und spielte täglich zweimal eine halbe Stunde lang zur Freude von Passanten in der Innenstadt.

In Anknüpfung an diese alte Tradition hat das Mahnmal St. Nikolai 1993 die Installation eines Carillons am Turm der Kirchruine initiiert. Das aus großzügigen privaten Spenden finanzierte Carillon fand seinen Platz an der Stelle am Kirchturm, wo vor der Zerstörung der Kirche 1943 die Orgel ihren Platz hatte. Vom Gelände des ehemaligen Kirchenschiffes aus frei einsehbar hängen hier nun 51 Glocken mit einem Gesamtgewicht von 13 Tonnen. Der chromatische Tonumfang beträgt mehr als vier Oktaven, womit das Carillon von St. Nikolai eines der größten Deutschlands ist.

Und so wird das Carillon gespielt:

Gespielt wird das Carillon von einer in der Mitte des Instrumentes angeordneten Kabine aus. Hier steht ein Spieltisch - vergleichbar einer Orgel -, dessen Tastaturhebel (Stokken) über Seilzüge mit jeweils einem Glockenklöppel verbunden sind. Diese Konstruktion ermöglicht es dem Carillonneur, die Glocken "forte" wie "piano" erklingen zu lassen und den Melodien so eine variable Dynamik zu verleihen.

Das unterscheidet ein von Hand spielbares Carillon deutlich hörbar von Glockenspielen, die ausschließlich von Automaten angeschlagen werden. Das Carillon am Mahnmal St. Nikolai kann sowohl per Hand als auch automatisch bedient werden.