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Szenische Lesung 80
Jahre Curiohaus-Prozesse

18. März 2026, 19:00–21:00 Uhr

Zwei Soldaten bewachen ein Haus, auf dem Gaststätte Curiohaus steht

HOHER GERICHTSHOF! Es war ein heißer sommerlicher Tag im Mai 1945, als ein Leutnant des Reconnaissance Corps, der Aufklärungseinheit, seinen Tank durch die Straßen des Dorfes Neuengamme fuhr. Als er ankam, fand er das Lager leer. In der Tat war alles, was er dort fand, eine schwarze Katze“ - Aus der Eröffnungsrede von Major Stephan Malcolm Stewart, Ankläger des britischen Militärgerichts, am 18. März 1946 im Curiohaus.

In den Jahren 1946 bis 1949 fanden verschiedene britische Militärgerichtsprozesse im großen Saal des Hamburger Curiohauses statt. Der aufwändige Hauptprozess behandelte auf exemplarische Weise das KZ Neuengamme. Von den bis 1945 dort gefangen gehaltenen ca. 100.000 Menschen aus Deutschland und den besetzten Ländern verloren mindestens 50.000 Menschen ihr Leben. Sie starben infolge der unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen, durch direkte Morde und während der Lagerräumungen.

Vom 18. März bis zum 13. Mai 1946 stand in dem bis heute erhalten gebliebenen Saal die ehemalige Lagerleitung des KZ Neuengamme – 14 leitende SS-Offiziere und Aufseher – vor Gericht. Die Anklage umfasste u.a. Tatbestände wie die Vergasung von Kriegsgefangenen und die Morde an den Kindern von Bullenhuser Damm. Elf Todesurteile wurden ausgesprochen.

In Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Gewaltregimes wird der Prozess im Wortlaut in gekürzter Form als szenische Lesung dargestellt.

Buch und szenische Einrichtung: Michael Batz

Musik: Jakob Neubauer und Markus Voigt

Aus Anlass der 80jährigen Erinnerung an diese Prozesse haben sich Hamburger Institutionen (GEW, Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte, VVN-BdA Hamburg, Landesinstitut für Qualifizierung
und Qualitätsentwicklung in Schulen, Spaces, BV Hamburg-Wandsbek) zusammengetan, um gemeinsam der Geschichte zu gedenken, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten und den Kampf gegen heutige Rechtsentwicklung zu beleben.

Der Eintritt ist frei.

Weitere Vorträge, Lesungen und Rundgänge – unter anderem zu Täterprofilen, Zeug*innenperspektiven sowie einzelnen Verfahren – ergänzen das Programm bis in den Herbst 2026. Das vollständige Programm und der Flyer finden Sie im Veranstaltungsflyer

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