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Word up! – Silberstreifen

Darrel Sinning aka DareDarrel:
Morgen fängt an, Gedanken voll Angst, die mich bis zum Ende des Tages quälen.
Überall nur noch Hass, Hetze und Missgunst, höre Faschos reden über’s Kacksystem.
Der Himmel ist blau, zwanzigacht Prozent, mein Inneres glaubt noch an Nation Mensch.
Aber blicke ich raus, ’ne Gesellschaft in Spaltung, für Menschen einstehen – ’ne seltene Haltung.
Du denkst an Flüchtling, Sommer, Herbst und Winter, Populismus wird serviert auf dem Silbertablett.
Es steckt viel mehr dahinter: Gastarbeiter haben so viel in die Wirtschaft gesteckt.
Wenn Gefahr droht – beim Abendbrot – will man dieses nicht teilen.
Äußerst dich schadenfroh über Qual und Tod, empathieloser Scheiß.
Wo sind wir angekommen, wenn’s hier kein Ankommen gibt,
als ob hier keiner im Land deinen Standort sieht.
„Warum bleibst du nicht da, wenn du dein Land so liebst?“ Dumme Frage, schlaue Antwort: „Krieg!“

Refrain – Moalin Gray & Shabir Barinmehr:
Wo können wir ankommen, wenn’s kein Ankommen gibt?
Der Silberstreifen färbt sich anthrazit.
Der Horizont – er ist verschwommen,
Ein Hoffnungsschimmer, seh’ ihn kommen, seh’ ihn kommen, seh’ ihn kommen.

Oscar Whyman aka Osborn
Sie reden von Asylparadies, doch fucken sich stets ab über die Bürokratie.
Sind so nah an unnahbar, der Adler fliegt durchs Vaterland,
Frag mich ist das ’ne Fata Morgana während ich Bahn fahr’?
Schau mich um – und seh’ gespaltene Lager. Seit wann ist ’ne Meinung dummes Gelaber?
Euch hat es anscheinend nicht gereicht mit dem Mahnmal.
Schweigen und nichts tun gegen das Grauen im Land. Flucht wird zum Alltag – Dauerzustand.
Weg aus der Heimat – sie laufen vor Angst, suchen Hoffnung, aber kommen in Blauzonen an.
Man Menschen haben doch ’ne Heimat verdient. Wo sollen sie denn hin, wieder rein in den Krieg?
Lasst sie doch einfach in Frieden hier leben – ’ne andere Meinung könnt ich niemals versteh’n.

Refrain

Samuel Heitmann aka Sam U-L
Urteilen über Leben, so als wär das hier ’ne andere Welt.
Auf einmal sind wir geteilt, wenn die Brandmauer fällt.
Mensch ist Mensch – hier wollen sie zurückrudern und dafür sorgen, dass Geflüchtete zurückrudern.
Und sie flüchten sich in Ausflüchte.
Menschen zahlen für Probleme der Regierung – sag, sind sie ’ne Mautbrücke?
Die Zahlen für Menschlichkeit fallen grad und dann wird die Absurdität hier zum Alltag.
Ein Schritt nach vorn heißt bei euch, leg den Rückwärtsgang ein.
Das Wetter heiß, doch der menschliche Winter bricht ein.
Wir haben nichts mehr zu teilen, nein – sag mir: Ist das nicht falsch?

Refrain

 

In einem Workshop mit dem Musiker Sebastian „Sebó“ Bosum aus dem Esche Jugendkunsthaus
haben Jugendliche aus dem Rap- Workshop „Word up!“ in enger Abstimmung mit dem Mahnmal
St. Nikolai und der Agentur Focus einen eigens zur Ausstellung entwickelten Song geschrieben. Darin
haben sie ihre Perspektiven auf die Themen Krieg und Frieden musikalisch-literarisch verarbeitet.
Das Projekt setzt ein klares Zeichen für kulturelle Teilhabe und erweitert die visuelle Ausstellung
„Zwischen Krieg und Hoffnung“ um eine eindrucksvolle akustische Ebene.

Das Esche Jugendkunsthaus in Altona-Altstadt bietet seit 2016 kostenlose Kreativkurse für Kinder
und Jugendliche an – von Graffiti und Manga über Breakdance und K-POP bis zu Gesang, Rap, Film
und mehr. Dabei wird die Esche allein aus Spenden ermöglicht.